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Wirtschaft

Ikea-Rivale

Chaos bei Steinhoff - Aktie bricht um 62 Prozent ein

Der Möbelhändler Steinhoff gilt als größter Konkurrent von Ikea. Nun steckt der Mutterkonzern der deutschen Poco-Kette in großen Schwierigkeiten: Wegen Unregelmäßigkeiten in der Bilanz muss der Chef gehen.

Poco

Möbelhauskette Poco

Mittwoch, 06.12.2017   10:25 Uhr

Beim Möbelriesen Steinhoff geht es hoch her: Berichte über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz, eine Untersuchung der südafrikanischen Finanzaufsicht wegen Insiderhandels - und nun auch noch der Rücktritt des Chefs.

Der Vorstandsvorsitzende Markus Jooste habe seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung angeboten, teilte der niederländisch-südafrikanische Konzern am Dienstagabend mit. Der Aufsichtsrat habe dies akzeptiert. Aufsichtsratschef Christo Wiese werde den Konzern nun übergangsweise führen.

Als Grund nannte die Gesellschaft neue Informationen über Unregelmäßigkeiten. Die Prüfgesellschaft PWC soll nun eine unabhängige Untersuchung durchführen. Außerdem hatte die südafrikanische Finanzaufsicht am Dienstag bekanntgegeben, dass sie mögliche Fälle von Insiderhandel mit Aktien verschiedener Unternehmen prüft, darunter die von Steinhoff.

Die für diesen Mittwoch geplante Bilanzvorlage des Konzerns wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Unternehmen werde die geprüften Zahlen veröffentlichen, sobald es dazu in der Lage sei, teilte Steinhoff am Mittwoch mit. Dabei gehe es auch um die Frage, ob die Zahlen für Vorjahre angepasst werden müssten.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz auf die Nachrichten. An der Börse in Johannesburg verlor das Papier am Mittwochmorgen 62 Prozent an Wert. In Deutschland ist die Steinhoff-Aktie seit 2015 im M-Dax notiert. Auch hier ging es zur Börseneröffnung am Mittwoch um 57 Prozent abwärts. Bereits in den vergangenen Tagen war der Aktienkurs stark gesunken.

Steinhoff ist ein Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und einem operativen Hauptquartier in Südafrika und beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 90.000 Mitarbeiter. Der Konzern hat deutsche Wurzeln und ist hierzulande vor allem durch seine Poco-Möbelhäuser bekannt. International gilt er als größter Konkurrent des schwedischen Möbelriesen Ikea.

stk/dpa-AFX/Reuters

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