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Wirtschaft

Aktionärsrevolte

Credit-Suisse-Chef bekommt "nur noch" 10,2 Millionen Franken

Boni-Ärger bei der Credit Suisse: Weil die Schweizer Bank 2016 einen Milliardenverlust gemacht hat, meutern die Aktionäre gegen das zweistellige Millionengehalt des Chefs. Der will nun zwar verzichten - aber nur ein bisschen.

REUTERS

Bankchef Tidjane Thiam (beim traditionellen Frühlingsfest Sechseläuten 2016 in Zürich)

Dienstag, 18.04.2017   12:25 Uhr

Bei der noblen Schweizer Bank Credit Suisse geht es derzeit ungewöhnlich turbulent zu: Wichtige Aktionärsvertreter kritisieren seit Wochen die üppigen Gehälter, die sich die Top-Manager genehmigen lassen wollen. Kein Wunder: Hatte die Bank im Jahr 2016 doch einen Verlust von 2,7 Milliarden Franken gemacht.

Nachdem das Top-Management am vergangenen Freitag auf Druck der Aktionäre überraschend einen größeren Boniverzicht angekündigt hatte, wird nun klar, wie hoch dieser ausfällt: Der aktualisierte Vergütungsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr sieht vor, dass die Geschäftsleitung eine kurzfristige variable leistungsbezogene Vergütung von insgesamt 17,01 Millionen Franken erhalten soll. Ursprünglich waren 25,99 Millionen beantragt. Die langfristige variable Vergütung für 2017 soll nun 31,2 Millionen Franken nicht übersteigen. Zuvor waren hier 52,0 Millionen vorgesehen.

Statt rund 78 Millionen Franken (etwa 73 Millionen Euro) sind für die zwölf Top-Manager also insgesamt nur noch 48 Millionen Franken drin.

Für Konzernchef Tidjane Thiam, der besonders in der Kritik steht, scheint der Verzicht allerdings verkraftbar: Statt knapp 12 Millionen Franken soll er nun 10,24 Millionen Franken verdienen. Das ist immer noch fast dreimal so viel wie Deutsche-Bank-Chef John Cryan, dessen Haus in ähnlich miserabler Lage steckt wie die Credit Suisse.

Die Aktionärsvertreter lassen sich von dem Verzicht denn auch kaum beruhigen: Die einflussreichen Stimmrechtsberater Glass Lewis und ISS empfehlen den Aktionären weiterhin, die Boni für die Geschäftsleitung und die Entlohnung des Verwaltungsrats abzulehnen. Die Aktionäre müssen bei der Hauptversammlung am 28. April über die Entlohnung des Top-Managements entscheiden.

stk/dpa/Reuters

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