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Wirtschaft

Coworking

Bahn plant Büroflächen für Pendler

Immer mehr Menschen arbeiten von unterwegs. Das will sich die Deutsche Bahn nach SPIEGEL-Informationen zunutze machen. Ab 2019 will das Unternehmen an Bahnhöfen eigene Coworking-Spaces betreiben.

dpa

Bahnreisende

Samstag, 13.10.2018   08:13 Uhr

Die Deutsche Bahn wird zum Büroanbieter. Ab 2019 will das Unternehmen an mehreren Bahnhöfen sogenannte Coworking-Spaces eröffnen. Dort sollen Bahn-Kunden auf eigens dafür eingerichteten Büroflächen arbeiten können. Das Angebot richtet sich vor allem an Pendler und Geschäftsreisende.

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Heft 42/2018
Revolution
Warum die Deutschen so oft scheitern

Bahnhöfe seien "ideale Standorte für mobiles und agiles Arbeiten", heißt es bei der Deutschen Bahn. Ein zeitlich begrenztes Pilotprojekt am Berliner Hauptbahnhof sei im Sommer auf große Resonanz gestoßen. In welchen Städten die Coworking-Spaces entstehen sollen, ist nach Bahn-Angaben noch nicht entschieden, ebenso wie die Frage, ob die Bahn die Flächen allein oder zusammen mit einem Partner betreiben wird.

Bislang können Reisende zwar schon die sogenannten DB Lounges zum Arbeiten nutzen. Diese stehen aber nur bestimmten Bahnkunden offen und sind primär zum Aufenthalt gedacht. Die geplanten Coworking-Spaces sollen allein dem Arbeiten dienen. Gegen Geld sollen auch Kunden ohne Bahnticket Zugang erhalten.

Coworking-Spaces sind meist offen gestaltete Büros, in denen sich Freiberufler ohne festen Arbeitsplatz, aber auch ganze Firmen tageweise oder dauerhaft einmieten. Der Coworking-Markt wächst stark. 2017 gab es weltweit fast vierzehn Mal so viele Flächen wie noch 2011. Größter kommerzieller Anbieter ist das US-Unternehmen WeWork, das allein in Deutschland aktuell acht Coworking-Spaces betreibt.

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akn

insgesamt 22 Beiträge
awoth 13.10.2018
1. Super Idee!
Da die Züge eh verspätet sind, ausfallen oder auf freier Strecke stehen, werden jetzt die coworking spaces auf den Bahnhöfen sozusagen als ‚non moving commuter trains‘ eingerichtet. Niemals verspätetet, man trifft seine [...]
Da die Züge eh verspätet sind, ausfallen oder auf freier Strecke stehen, werden jetzt die coworking spaces auf den Bahnhöfen sozusagen als ‚non moving commuter trains‘ eingerichtet. Niemals verspätetet, man trifft seine Mitreisenden und man ist auch schneller wieder daheim! Vielleicht an den Wänden mit KI gesteuerte virtuelle Landschaften, die vorbeiziehen und die Illusion eines fahrenden Zuges vermitteln? Ds muss man erstmal drauf kommen!
Kamillo 13.10.2018
2.
Die Idee ist in der Tat super, ohne ironisch zu sein. Die Bahn könnte dort richtige Infrastruktur bieten, z.B. gegen Zahlung nutzbare Drucker, sichere Netzwerkumgebung, Getränke, Essen (mit Bedienung!?), vielleicht sogar [...]
Die Idee ist in der Tat super, ohne ironisch zu sein. Die Bahn könnte dort richtige Infrastruktur bieten, z.B. gegen Zahlung nutzbare Drucker, sichere Netzwerkumgebung, Getränke, Essen (mit Bedienung!?), vielleicht sogar einfachen IT-Support (soweit es nicht "hoheitliche" IT-Internas der Firmen betrifft, wo die Coworker angestellt sind), und vieles mehr. Solche Büros könnte viel Pendellei zwischen Wohnort und Büro einsparen, und es würde wahrscheinlich auch eine Menge Bahnhöfe wiederbeleben. Eine Alternative zum Home-Office.
snoook 13.10.2018
3. Gute Idee!
Allerdings würde es oft auch reichen, ein WLAN und einen Sitzplatz anzubieten. Das reicht, um Mails zu checken und das Nötigste zu bearbeiten.
Allerdings würde es oft auch reichen, ein WLAN und einen Sitzplatz anzubieten. Das reicht, um Mails zu checken und das Nötigste zu bearbeiten.
MatthiasPetersbach 13.10.2018
4.
Wir karren also Massen von Leuten in der Gegend umher, damit die arbeiten? Tut mir leid - kommt mir irgendwie bescheuert vor. Das Pendeln wird ja nicht sinnvoller - oder umweltfreundlicher- , nur weil man die Zeit irgendwie [...]
Wir karren also Massen von Leuten in der Gegend umher, damit die arbeiten? Tut mir leid - kommt mir irgendwie bescheuert vor. Das Pendeln wird ja nicht sinnvoller - oder umweltfreundlicher- , nur weil man die Zeit irgendwie nicht vollständig verliert. Es sollte doch möglich sein, daß in einer 3/4tel Stunde jeder am Arbeitsplatz ist. Zur Not arbeitet man eben etwas anderes oder woanders. "Ich fahr zwar 2 Stunden - aber in den 2 Stunden kann ich arbeiten" Ist iregendwie das Äquivalent zum "Lager auf der Autobahn".
burlei 13.10.2018
5. Das ist doch alles nur ...
... völlig halbherzig. Da werden Menschen, ausgestattet mit modernen digitalen Geräten in der Gegend rum gescheucht, hängen irgendwo in der Pampa an an moderner, digitaler Infrastruktur um schlussendlich irgendwo mit modernen, [...]
... völlig halbherzig. Da werden Menschen, ausgestattet mit modernen digitalen Geräten in der Gegend rum gescheucht, hängen irgendwo in der Pampa an an moderner, digitaler Infrastruktur um schlussendlich irgendwo mit modernen, digitalen Geräten irgendjemand anderem irgendetwas zu präsentieren. Schon mal dran gedacht, diesen ganzen Blödsinn einfach von zu Hause direkt mit der zuständigen Person, die ebenfalls zu Hause sitzt abzuwickeln? Aber nein, wir müssen ja wegen irgendetwas stundenlang durch die Gegend kacheln, Ressourcen verschwenden um nach Stunden genau das Ergebnis zu erzielen, das man normalerweise nach 10 Minuten bereits erzielt hätte. Oder denkt man etwa, dass die digitalen Verbindungen unterwegs besser sind als von zu Hause oder von der Firma? Und wenn das direkte Gespräch so wichtig ist, wieso wird da irgendetwas in letzter Sekunde von unterwegs hastig zusammengestoppelt? Kein Interesse gehabt, sich gründlich auf das Meeting vorzubereiten? Oder ist das Ergebnis des Meetings völlig uninteressant?

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