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Wirtschaft

Mögliche Krisen-Hochzeit

Deutsche Bank und Commerzbank wollen offiziell über Fusion verhandeln

Deutsche Bank und Commerzbank nehmen offizielle Gespräche über eine mögliche Fusion auf. Die Finanzmärkte wurden mit einer Ad-hoc-Mitteilung informiert.

Getty Images

Frankfurter Bankenviertel: rechts die Türme der Deutschen Bank

Sonntag, 17.03.2019   10:30 Uhr

Commerzbank und Deutsche Bank haben beschlossen, Möglichkeiten für eine Fusion auszuloten. Das haben die Vorstände der Konzerne beschlossen. Die Deutsche Bank hat das am Sonntag mit einer Ad-hoc-Mitteilung bestätigt. Es gehe darum "strategische Optionen zu prüfen". Es gebe aber "keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion kommt".

Am Donnerstag tagen die Aufsichtsräte beider Banken, um jeweils über das Thema zu beraten. Dabei ist jedoch Widerstand der Arbeitnehmervertreter zu erwarten.

Über die Aufnahme solcher Gespräche war in den vergangenen Monaten heftig spekuliert worden. Beide Geldhäuser stecken seit Jahren in Schwierigkeiten - und suchen nach Wegen aus der Krise. Auch die Politik hatte in der Vergangenheit Gespräche über einen Zusammenschluss der beiden Banken angeregt, allen voran das Finanzministerium von Olaf Scholz (SPD).

Unbeliebter Mega-Deal

Die Deutsche Bank wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren, bei der Commerzbank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Vergangenes Wochenende war durchgesickert, dass die beiden Bank-Chefs Christian Sewing und Martin Zielke im kleinen Kreis über ein Zusammengehen der beiden größten deutschen Privatbanken sprechen.

Allerdings ist ein solches Szenario unbeliebt: Über alle Parteigrenzen hinweg lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung eine Fusion ab. Nach SPIEGEL-Informationen wollen auch die Arbeitnehmer-Vertreter in den Aufsichtsräten der Banken gegen einen Zusammenschluss stimmen.

baz/stk/beb

insgesamt 27 Beiträge
bartsuisse 17.03.2019
1. Verbotene Staatshilfe
der Staat muss erst seine Anteile verkaufen sonst verstösst das gegen EU Recht
der Staat muss erst seine Anteile verkaufen sonst verstösst das gegen EU Recht
ihawk 17.03.2019
2. Wettbewerb
Das Kartellamt müsste diese Fusion verbieten.
Das Kartellamt müsste diese Fusion verbieten.
i.dietz 17.03.2019
3. Fakt ist:
zwei schwache Banken ergeben bei Zusammenlegung immer noch eine schwache Bank !
zwei schwache Banken ergeben bei Zusammenlegung immer noch eine schwache Bank !
serum_user 17.03.2019
4. Grausam!
Wer auch immer die Möglichkeit dazu hat, sollte die Fusion unterbinden. Wenn die Bankenbosse zu blöd sind auf neue Geschäftsideen wie Wirecard und Paypal und... zu reagieren, dann hilft Ihnen die Fusion auch nicht mehr. Und [...]
Wer auch immer die Möglichkeit dazu hat, sollte die Fusion unterbinden. Wenn die Bankenbosse zu blöd sind auf neue Geschäftsideen wie Wirecard und Paypal und... zu reagieren, dann hilft Ihnen die Fusion auch nicht mehr. Und eine solche Monopol-Bank, die den einfachen Bankkunden mit hohen Gebühren aussaugt, braucht keiner.
sonne0001 17.03.2019
5. Das passiert,
wenn die Politik meint, sich hier einmischen zu müssen... gegen alle Widerstände und jegliche Vernunft wird Druck aufgebaut. So einen Aktionismus würde ich mir bei dringlicheren Themen, wie zB Dieselfahrverbote/-umrüstungen, [...]
wenn die Politik meint, sich hier einmischen zu müssen... gegen alle Widerstände und jegliche Vernunft wird Druck aufgebaut. So einen Aktionismus würde ich mir bei dringlicheren Themen, wie zB Dieselfahrverbote/-umrüstungen, Digitalisierung oder auch Klimaschutz wünschen. Aber bei diesen Themen hat der Staat ja keine eigenen Interessen, die es zu wahren gilt. Ich hoffe, dass wenigstens die Arbeitnehmervertreter nicht einknicken und hier dagegenhalten. Wenn nicht zur Wahrung der Grenzen zwischen Wirtschaft und Politik, dann zumindest für die vielen 10000 Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren würden. Denn entgegen der weit verbreiteten Mär, dass alle Banker korrupt und stinkreich seien, trifft dies tatsächlich nur auf die wenigsten zu. Und die sitzen dann auch noch primär in UK und USA.

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