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Wirtschaft

Hunderte Stellen bedroht

Deutsche Post will Paketzustellung mit Billigtochter Delivery zusammenlegen

Die Deutsche Post baut einem Bericht zufolge den Konzern um. Der Paketversand der Billigtochter Delivery soll demnach mit dem der Post AG fusioniert werden. Zahlreiche Arbeitsplätze gelten als gefährdet.

DPA

Deutsche-Post-Zentrale in Bonn

Montag, 18.02.2019   07:32 Uhr

Die Deutsche Post legt laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" ihre Paketzustellung mit dem Versand der Billigtochter Delivery im Frühjahr zusammen. Auch die Verwaltungsarbeit in den Niederlassungen werde gekürzt und aus zehn Standorten abgezogen. Insgesamt fielen Hunderte Stellen weg, ein Streit zwischen den Gewerkschaften und einem Großteil der Mitarbeiter sowie dem Management bahne sich an.

Hintergrund der Fusion ist laut "Welt" ein Sparprogramm von Postchef Frank Appel, der den Gewinn in der Brief- und Paketsparte um eine halbe Milliarde Euro erhöhen wolle. Anfang vergangener Woche war den Angaben zufolge ein sogenanntes Einigungsstellenverfahren vor dem Düsseldorfer Landgericht gescheitert. Dort hatte sich der Konzernbetriebsrat der Post darum bemüht, bei der Zusammenlegung gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchzusetzen.

Nun will Appel dem Bericht zufolge die Teile rasch fusionieren. Das Unternehmen teilte laut "Welt" mit, dass es "den geltenden Regelungen entsprechend" möglich sei, in der Paketzustellung gemeinsame Betriebe zwischen der Deutschen Post AG und den Tochtergesellschaften der DHL-Delivery einzurichten. "Derzeit ist allerdings noch nicht entschieden, wann eine solche Betriebsorganisation umgesetzt wird", wird ein Sprecher zitiert.

Weniger Geld für gleiche Arbeit?

2018 war bekannt geworden, dass auch Briefzusteller mit den Mitarbeitern aus der Billig-Tochterfirma Delivery zu einem Betrieb zusammengelegt werden sollen. Die Gewerkschaften befürchteten bereits damals eine Aushöhlung der Tarifverträge.

Sollten die aktuellen Fusionspläne umgesetzt werden, würde der Konzern Neuland betreten: Paketboten aus zwei komplett unterschiedlichen Arbeits- und Lohnwelten könnten künftig direkt nebeneinander arbeiten. Betroffen wären Mitarbeiter der Deutschen Post Aktiengesellschaft, die nach dem Haustarifvertrag angestellt sind. Auf der anderen Seite die rund 13.000 Beschäftigten der Tochterfirma Delivery, die nach dem Logistiktarif der jeweiligen Bundesländer bezahlt werden. Dieser Tarif liegt etwa ein Viertel unter den Löhnen des Konzerns. Auch die Arbeitszeit ist unterschiedlich.

"Diese Ungleichheit wird zu Unmut unter den Beschäftigten führen", sagte Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM, der "Welt". Die Gewerkschaftschefin sprach vom einer "Rolle rückwärts" und "verdeckter Leiharbeit". Der Konzern sei mit seinem Konzept einer Billigzustellung über die Delivery-Gesellschaften gescheitert.

Bislang arbeiten die beiden Zustellunternehmen strikt voneinander getrennt - etwa bei Fahrzeugen, Berufskleidung oder Pausenräume. Dahlhaus forderte, dass die Delivery-Mitarbeiter in den Tarifvertrag der Post AG aufgenommen werden.

apr/Reuters

insgesamt 22 Beiträge
fatherted98 18.02.2019
1. Wie können...
...im Zustellbereich Arbeitsplätze gefährdet sein?....dort kommt DHL und Co. doch heute nicht mehr mit der Zustellung nach....die müssten eher noch mehr Leute einstellen....oder ist das mit dem Fachkräftemangel in diesem Fall [...]
...im Zustellbereich Arbeitsplätze gefährdet sein?....dort kommt DHL und Co. doch heute nicht mehr mit der Zustellung nach....die müssten eher noch mehr Leute einstellen....oder ist das mit dem Fachkräftemangel in diesem Fall auch wieder mal eine maßlose Übertreibung?
Circular 18.02.2019
2. Wenn Stellen abgebaut werden
dann muss auch die Leistung reduziert werden. Damit zeichnet sich ab, dass die Zustellung bis an die Haustür durch eine Lieferung an eine Abholstelle im Ort abgelöst wird. Diese Abholstellen müssen von den Kommunen [...]
dann muss auch die Leistung reduziert werden. Damit zeichnet sich ab, dass die Zustellung bis an die Haustür durch eine Lieferung an eine Abholstelle im Ort abgelöst wird. Diese Abholstellen müssen von den Kommunen bereitgestellt werden.
frank.huebner 18.02.2019
3. Besser wird es nicht
Klar wird die Postzustellung zusammengelegt, aber eher nicht zu den Konditionen der DHL, sondern des Ausbeuters Delivery. Schlauer Schachzug, spart Geld. Wenn ein ausgebeuteter Postzusteller/Paketzusteller für 2 Firmen die [...]
Klar wird die Postzustellung zusammengelegt, aber eher nicht zu den Konditionen der DHL, sondern des Ausbeuters Delivery. Schlauer Schachzug, spart Geld. Wenn ein ausgebeuteter Postzusteller/Paketzusteller für 2 Firmen die Zustellung erledigt dann wird dieser zwar mehr Arbeit haben, aber es fällt einer weg. Leider muss ich gestehen, dass ich auch sehr oft im Internet Waren bestelle, also davon profitiere.
Nordstadtbewohner 18.02.2019
4. Die Paketzustellbranche boomt
""Diese Ungleichheit wird zu Unmut unter den Beschäftigten führen", sagte Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM" Wenn die von Unmut getriebenen Beschäftigten bei der Post [...]
""Diese Ungleichheit wird zu Unmut unter den Beschäftigten führen", sagte Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM" Wenn die von Unmut getriebenen Beschäftigten bei der Post meinen, würden ungleich behandelt, so steht es ihnen jederzeit frei, den Arbeitgeber zu wechseln. Niemand wird gezwungen, dauerhaft für einen Arbeitgeber tätig zu sein. Ich halte die Fusion für richtig und konsequent. Die Post muss sich dem Wettbewerb stellen und das funktioniert nur mit wettbewerbsfähigen Preisen.
zensurgegner2017 18.02.2019
5.
1: Betroffen sind weniger die Zusteller als mehr die Verwaltung 2: Der Fachkräftemangel ist keine Übertreibung Wer hat denn da ein Interesse daran, dass der Deutsche das glaubt?
Zitat von fatherted98...im Zustellbereich Arbeitsplätze gefährdet sein?....dort kommt DHL und Co. doch heute nicht mehr mit der Zustellung nach....die müssten eher noch mehr Leute einstellen....oder ist das mit dem Fachkräftemangel in diesem Fall auch wieder mal eine maßlose Übertreibung?
1: Betroffen sind weniger die Zusteller als mehr die Verwaltung 2: Der Fachkräftemangel ist keine Übertreibung Wer hat denn da ein Interesse daran, dass der Deutsche das glaubt?

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