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Wirtschaft

Konjunkturumfrage

Deutsche Wirtschaft geht frohgemut ins neue Jahr

Trotz bevorstehendem Brexit und schwieriger Regierungsbildung blicken Wirtschaftsverbände optimistisch ins neue Jahr. Der Fachkräftemangel könnte den wirtschaftlichen Aufschwung allerdings bremsen.

DPA

Arbeiter in einem Industrieunternehmen

Mittwoch, 27.12.2017   08:35 Uhr

Die deutsche Wirtschaft geht mit Zuversicht ins neue Jahr. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dürfte sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland weiter verbessern. Die Wirtschaftsverbände blickten noch zuversichtlicher in die Zukunft als vor einem Jahr, sagte IW-Direktor Michael Hüther.

Es herrsche Optimismus trotz des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU, des Kurses von US-Präsident Donald Trump und der schwierigen Regierungsbildung in Deutschland. "Die größte Gefahr für den Aufschwung ist aber der Fachkräftemangel. Immer häufiger stoßen Firmen dadurch an Produktionsgrenzen."

Wie das arbeitgebernahe Institut in Köln mitteilte, erwarten weit mehr als zwei Drittel der befragten Verbände für ihre Unternehmen im kommenden Jahr eine höhere Produktion. Die Konjunktur gewinne so spürbar an Branchenbreite. Die Investitions- und Beschäftigungsperspektiven fielen merklich besser aus als vor einem Jahr.

Eine derzeit schlechtere Wirtschaftslage sei nur in der Ernährungsindustrie und bei den Volks- und Raiffeisenbanken zu verzeichnen. In der Ernährungsindustrie dämpften der hohe Konkurrenzdruck und steigende Kosten die Stimmung, die Banken litten unter dem Margendruck infolge vor allem der niedrigen Zinsen.

Führende Wirtschaftsforscher hatten ihre Wachstumsprognosen für das neue Jahr zuletzt deutlich angehoben. Viele Unternehmen profitierten von der verbesserten weltweiten Wirtschaftslage. Getrieben wird das Wachstum daneben vor allem vom starken privaten Konsum.

Nach der IW-Umfrage wollen die Unternehmen auch mehr investieren. Damit dürfte sich die Trendwende verstärken. Außerdem wollten vor allem die Dienstleistungsbranchen, aber auch weite Teile der Industrie mehr Jobs schaffen - das gilt zum Beispiel für die Chemie-, Automobil- und Elektroindustrie. Die Frage sei aber, ob die Arbeitsnachfrage der Unternehmen wegen eines Fachkräftemangels bedient werden könne.

asc/dpa

insgesamt 30 Beiträge
Guerilla_77 27.12.2017
1. ...
Dienstleistungsbranche ist ein euphemismus für Leih/Zeitarbeitsfirmen(nebst Werksverträgen die idR. nicht viel mehr sind als hauseigene Verleihbuden - an sich selber...). Diese Art von Firmen werden die Stimmung in der [...]
Dienstleistungsbranche ist ein euphemismus für Leih/Zeitarbeitsfirmen(nebst Werksverträgen die idR. nicht viel mehr sind als hauseigene Verleihbuden - an sich selber...). Diese Art von Firmen werden die Stimmung in der Bundesrepublik garantiert verbessern...
stefan1904 27.12.2017
2. Fachkräftemangel?
Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld genügend Studenten, die trotz Abschluss 2017 noch keine Stelle gefunden haben. Und die haben keine Orchideenfächer studiert, sondern BWL, Jura und Physik. Wer händeringend neue Leute [...]
Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld genügend Studenten, die trotz Abschluss 2017 noch keine Stelle gefunden haben. Und die haben keine Orchideenfächer studiert, sondern BWL, Jura und Physik. Wer händeringend neue Leute sucht sind die Paketbranche und der Einzelhandel. Aber die stellen im Grunde jeden ein. Kann man dann noch von Fachkräften reden? Sicher machen auch diese jene Jobs, aber ihre Qualifikationen spielen dabei keine Rolle.
f_bauer 27.12.2017
3.
Und meine Firma sucht - so wie alle mir bekannten Firmen in der Branche - händeringend Softwareentwickler. Ja, schon richtig, da können wir mit BWLern, Juristen und Physikern nix anfangen, aber das ändert nichts daran, dass [...]
Zitat von stefan1904Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld genügend Studenten, die trotz Abschluss 2017 noch keine Stelle gefunden haben. Und die haben keine Orchideenfächer studiert, sondern BWL, Jura und Physik. Wer händeringend neue Leute sucht sind die Paketbranche und der Einzelhandel. Aber die stellen im Grunde jeden ein. Kann man dann noch von Fachkräften reden? Sicher machen auch diese jene Jobs, aber ihre Qualifikationen spielen dabei keine Rolle.
Und meine Firma sucht - so wie alle mir bekannten Firmen in der Branche - händeringend Softwareentwickler. Ja, schon richtig, da können wir mit BWLern, Juristen und Physikern nix anfangen, aber das ändert nichts daran, dass es einen sehr realen Fachkräftemangel, gibt.
f_bauer 27.12.2017
4.
Inkorrekt. Leiharbeitsfirmen werden nur der Dienstleistungsbranche zugerechnet, wenn sie Arbeitskräfte in der Dienstleistungsbranche vermitteln.
Zitat von Guerilla_77Dienstleistungsbranche ist ein euphemismus für Leih/Zeitarbeitsfirmen(nebst Werksverträgen die idR. nicht viel mehr sind als hauseigene Verleihbuden - an sich selber...). Diese Art von Firmen werden die Stimmung in der Bundesrepublik garantiert verbessern...
Inkorrekt. Leiharbeitsfirmen werden nur der Dienstleistungsbranche zugerechnet, wenn sie Arbeitskräfte in der Dienstleistungsbranche vermitteln.
touri 27.12.2017
5.
Also ich weiß z.B. von meinem Bruder, der als Softwareentwickler und Firmenberater arbeitet, dass es im Moment unmöglich ist qulifiziertes IT Personal zu finden, wenn man nicht gerade einen großen Namen hat. Da werden [...]
Zitat von stefan1904Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld genügend Studenten, die trotz Abschluss 2017 noch keine Stelle gefunden haben. Und die haben keine Orchideenfächer studiert, sondern BWL, Jura und Physik. Wer händeringend neue Leute sucht sind die Paketbranche und der Einzelhandel. Aber die stellen im Grunde jeden ein. Kann man dann noch von Fachkräften reden? Sicher machen auch diese jene Jobs, aber ihre Qualifikationen spielen dabei keine Rolle.
Also ich weiß z.B. von meinem Bruder, der als Softwareentwickler und Firmenberater arbeitet, dass es im Moment unmöglich ist qulifiziertes IT Personal zu finden, wenn man nicht gerade einen großen Namen hat. Da werden mittlerweile Leute eingestellt, die ersteinmal 1-2 Jahre lang auf einen Stand gebracht werden müssen, bevor man sie auf einen Kunden loslassen kann. Auch aus dem öffentlichen Dienst kann ich berichten, dass im Moment viele Stellen kaum mehr besetzt werden können, auch im gehobenen Dienst mit unbefristeten Vertrag und Möglichkeit zur Verbeamtung. Ich rede hier teilweise von A12er Stellen, die mehrfach ausgeschrieben werden müssen. Im mittleren Dienst ist das Problem genauso. Wenn sie vor 4-5 Jahren noch teilweise über 100 Bewerbungen pro Stelle bekommen haben, können sie sich im Moment über 5-10 freuen, wenn sich überhaupt jemand bewirbt.

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