Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Dieselskandal

Mehr als 81.000 VW-Kunden schließen sich Klage an

Für eine Sammelklage gegen VW braucht es mindestens 50 Betroffene. Inzwischen haben sich bereits mehr als 81.000 Käufer eines vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeugs beim Klageregister angemeldet.

REUTERS

VW-Logo

Donnerstag, 06.12.2018   15:32 Uhr

Mehr als 81.000 Autokäufer haben sich inzwischen der Verbraucherklage gegen Volkswagen wegen des Dieselabgasskandals angeschlossen. Sie beantragten einen Eintrag ins Klageregister, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin mit.

Das Interesse, sich an einer Klage gegen VW zu beteiligen, sei also offensichtlich sehr groß, sagte vzbv-Chef Klaus Müller. "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Anmeldungen weiter steigt."

Das Register war erst Ende November eröffnet worden. Damit über die Klage vor Gericht verhandelt werden kann, mussten sich binnen zwei Monaten mindestens 50 Betroffene eintragen.

VW weist Forderungen zurück

Der vzbv will zusammen mit dem Autofahrerclub ADAC eine erst kürzlich eingeführte Musterfeststellungsklage gegen VW führen - stellvertretend für vom Abgasskandal betroffenen VW-Kunden. Ziel ist, eine Grundlage für die leichtere Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen zu schaffen.

Bei der Musterfeststellungsklage übernehmen die Verbraucherschützer das Prozessrisiko. Verbraucher können sich bis zum Beginn des Prozesses eintragen. Mit der Klageform können Verbraucher ihre Ansprüche einfacher gegen Unternehmen durchsetzen. Klageberechtigt sind Verbände. Anschließend trifft ein Gericht grundsätzliche Feststellungsziele über mögliche Verfehlungen eines Unternehmens. Die Verbraucher können sich dann darauf berufen, wenn sie hinterher ihre individuellen Ansprüche selbst einklagen.

VW hat die Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

brt/dpa/AFP

insgesamt 20 Beiträge
thpohl 06.12.2018
1. Dieselbesitzer mit Software-Update dürfen sich nicht anschließen
Ich selber bin Besitzer eines Golf TDI. Nach Aufforderung durch das Kraftfahrtbundesamt wurde an diesem Diesel das Softwareupdate durchgeführt. Aufgrund dieses Updates darf ich mich nicht mehr der Musterfeststellungsklage [...]
Ich selber bin Besitzer eines Golf TDI. Nach Aufforderung durch das Kraftfahrtbundesamt wurde an diesem Diesel das Softwareupdate durchgeführt. Aufgrund dieses Updates darf ich mich nicht mehr der Musterfeststellungsklage anschließen. Warum eigentlich nicht? Ich bin ja trotzdem durch Fahrverbote betroffen, weil diese Updates den Diesel ja nur unwesentlich sauberer machen.
nn280 06.12.2018
2. Die Klage wird in Deutschland
keinerlei Aussicht auf Erfolg haben. Es war nur "Schummelsoftware", die zum Einsatz kam. (So etwas macht man nicht!) Wir sind nicht die USA. Da klappt das ohne Klage und VW zahlt mal eben 17 Milliarden Dollar. Ginge das [...]
keinerlei Aussicht auf Erfolg haben. Es war nur "Schummelsoftware", die zum Einsatz kam. (So etwas macht man nicht!) Wir sind nicht die USA. Da klappt das ohne Klage und VW zahlt mal eben 17 Milliarden Dollar. Ginge das hier auch, wäre der Konzern pleite! (und die vielen Arbeitsplätze?) Die Anstifter sitzen in Österreich und können nicht belangt werden. Ergo: es wird das bekannte Wischi-Waschi-Urteil geben, nachdem mindestens zwei Jahre verhandelt wird. (ohne Berufung und Revision) VW wird unbeschadet aus der Sache herauskommen, ist es doch unser Vorzeigeunternehmen. In der Zwischenzeit werden viele. Fahrzeuge der Kläger an der Lebensgrenze ihrer Nutzungszeit angekommen sein. Nun denn!
spon_2937981 06.12.2018
3. @thpohl #1
Auszug aus adac-Seite: Wichtig!Ergibt die Abfrage, dass ihr Fahrzeug bereits überarbeitet wurde bzw. ein Update erhalten hat, dann können Sie sich trotzdem der Musterfeststellungsklage anschließen. Maßgeblich ist, dass Ihr [...]
Auszug aus adac-Seite: Wichtig!Ergibt die Abfrage, dass ihr Fahrzeug bereits überarbeitet wurde bzw. ein Update erhalten hat, dann können Sie sich trotzdem der Musterfeststellungsklage anschließen. Maßgeblich ist, dass Ihr Fahrzeug ursprünglich mit der 'Schummel-Software' ausgerüstet war. Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/abgas-diesel-fahrverbote/abgasskandal-rechte/betroffenheits-abfrage-klage/
nsiggelkow 06.12.2018
4. Betriebserlaubnis
VW beruft sich darauf, dass die Fahrzeuge technisch genehmigt sind, Eigentlich sollte doch aber die Betriebserlaubnis erlöschen wenn das Fahrzeug nicht den ausgewiesenen Daten entspricht, so aehnlich wird doch zumindest verfahren [...]
VW beruft sich darauf, dass die Fahrzeuge technisch genehmigt sind, Eigentlich sollte doch aber die Betriebserlaubnis erlöschen wenn das Fahrzeug nicht den ausgewiesenen Daten entspricht, so aehnlich wird doch zumindest verfahren wenn nachträglich nicht eingetragene Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Das wuerde dann auch die Forderungen nach Entschaedigung vereinfachen und verhindern, dass die Fahrzeuge nach dem Umtausch ohne Veränderungen dem Markt wieder zugefuehrt werden
Realist111 06.12.2018
5. Wer sagt denn so was???
Lassen Sie sich anwaltlich informieren! Mir liegt von der Kanzlei, die in die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Bundesverband eingebunden ist, u. a. folgende Auskunft schriftlich vor: "Da die [...]
Zitat von thpohlIch selber bin Besitzer eines Golf TDI. Nach Aufforderung durch das Kraftfahrtbundesamt wurde an diesem Diesel das Softwareupdate durchgeführt. Aufgrund dieses Updates darf ich mich nicht mehr der Musterfeststellungsklage anschließen. Warum eigentlich nicht? Ich bin ja trotzdem durch Fahrverbote betroffen, weil diese Updates den Diesel ja nur unwesentlich sauberer machen.
Lassen Sie sich anwaltlich informieren! Mir liegt von der Kanzlei, die in die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Bundesverband eingebunden ist, u. a. folgende Auskunft schriftlich vor: "Da die Software-Updates durch den Staat erzwungen werden, sehen die Gerichte darin keine freiwillige Handlung im Sinne einer akzeptierten Nachbesserung. Die Ansprüche bleiben daher auch nach dem Update bestehen." Übrigens, werte SPON-Redakteure: Es gibt in Deutschland nach wie vor keine "Sammelklage" - das sollte sich eigentlich inzwischen herum gesprochen haben ...

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP