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Elizabeth Holmes

US-Börsenaufsicht stellt Betrug bei Bluttest-Start-up fest

Elizabeth Holmes brach ihr Studium ab und wurde mit ihrem Bluttest-Start-up Theranos zum gefeierten Superstar des Silicon Valley. Jetzt wurde sie des Betrugs überführt.

AP

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes (Archiv)

Mittwoch, 14.03.2018   19:14 Uhr

Sie galt als der nächste Steve Jobs: Elizabeth Holmes brach ihr Studium ab und wurde mit ihrem Bluttest-Start-up Theranos zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt. Nun hat die US-Börsenaufsicht bestätigt, dass es sich bei ihrem Unternehmen um einen großangelegten Betrug handelt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times".

Demnach wurde die 32-Jährige ihrer Rolle als Chefin des Unternehmens enthoben und muss eine Strafe in Höhe von 500.000 Dollar zahlen. Außerdem darf Holmes in den nächsten zehn Jahren keine Leitungsfunktion in einem börsennotierten Unternehmen mehr bekleiden.

Der Aufsicht zufolge habe Holmes unter falschen Angaben mehr als 700 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Es gibt Vorwürfe, dass unqualifiziertes Personal in den Laboren der Technologiefirma gearbeitet haben solle und dass der vielversprechende Bluttest der Firma in Wahrheit eine Luftnummer sei.

Auch ehemalige Mitarbeiter erhoben schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: Der von der Firma entwickelte Edison-Apparat werde so gut wie nie eingesetzt, stattdessen verdünne Theranos die Proben und untersuche sie mit herkömmlichen Analysegeräten von Siemens.

Das Blutanalyse-Start-up wurde von Investoren zwischenzeitlich mit neun Milliarden Dollar bewertet und machte die 32-Jährige zum gefeierten Superstar des Silicon Valley. (Lesen Sie hier mehr über den Fall). Im Oktober 2017 schloss Theranos seine Labore und entließ rund 40 Prozent seiner Belegschaft.

hej

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