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Wirtschaft

Nach Spotify-Beschwerde

EU-Kommission will Apple auf marktbeherrschende Stellung prüfen

Der Streamingdienst Spotify sieht sich in Apples App Store benachteiligt. Das ruft die EU-Kommission auf den Plan: Die Wettbewerbskommissarin will die Sache prüfen und droht mit Strafen.

DPA

Margrethe Vestager (Archivbild)

Donnerstag, 14.03.2019   21:52 Uhr

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will prüfen, ob Apple eine marktbeherrschende Stellung zugeschrieben werden kann. Anlass ist eine Beschwerde des Musikstreamingdiensts Spotify. "Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen", sagte Vestager dem "Tagesspiegel".

Spotify prangerte unter anderem an, dass es bei Abo-Abschlüssen auf dem iPhone - wie auch bei anderen In-App-Käufen auf der Plattform - üblicherweise 30 Prozent der Erlöse an Apple abgeben muss. Apple habe dadurch einen Vorteil bei der Preisbildung seines eigenen Musikstreamingangebots Apple Music.

"Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit unserem Verfahren gegen Google", sagte Vestager. Für Google stellte die Kommission eine marktbeherrschende Stellung fest, weil der Konzern in Europa einen Anteil von rund 90 Prozent bei der Internetsuche hat - und sein Smartphone-Betriebssystem Android in etwa 80 Prozent der verkauften Telefone läuft.

Im Fall von Apple ist die Situation anders: Die iPhones etwa haben nur einen Anteil von rund 15 Prozent am Smartphone-Absatz. Allerdings lässt Apple Apps nur aus seiner hauseigenen Plattform auf die Geräte herunterladen - und kontrolliert damit nach Auslegungen einiger Experten den Markt für iPhone-Apps.

"Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden", sagte Vestager. Das sei ein Muster, "das wir schon kennen". "Und es betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich: Wie geht man mit Internetplattformen um?"

Die EU-Kommission hatte 2017 ein Bußgeld von 2,42 Milliarden Euro gegen Google verhängt, weil Google aus Sicht der Wettbewerbshüter Preissuchmaschinen benachteiligt hatte - zum Vorteil seiner eigenen Shoppingsuche.

kko/dpa

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