Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Umkämpftes Braunkohlegebiet

Polizist gibt am Hambacher Forst Warnschuss ab

Umweltschützer protestieren seit Jahren im Hambacher Forst gegen die Waldrodung für den Braunkohletagebau. Bei einem Zwischenfall mit Vermummten machte ein Polizist nun von der Schusswaffe Gebrauch.

DPA

Polizisten durchsuchen Umweltaktivisten am Hambacher Forst

Mittwoch, 12.09.2018   16:51 Uhr

Am von Kohlegegnern teilweise besetzten Hambacher Forst in Nordrhein- Westfalen sollen mehrere Vermummte Beamte mit Steinen beworfen haben. Das teilte die Aachener Polizei mit. Ein Polizist habe daraufhin seine Dienstwaffe gezogen und einen Warnschuss abgegeben.

Die Vermummten hätten sich danach unerkannt in den Wald zurückgezogen, berichtet die Polizei weiter. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei bei dem Vorfall niemand verletzt worden.

Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen gilt als Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung. Der Energiekonzern RWE will dort ab Mitte Oktober hundert Hektar Wald roden, um einen Braunkohletagebau zu vergrößern - dies sei "kurzfristig zwingend erforderlich", um die Kohleförderung aus dem Tagebau Hambach sicherzustellen, argumentiert der Konzern.

Kohlegegner halten im Hambacher Forst seit geraumer Zeit einen Waldabschnitt besetzt. Klimaschützer fordern seit Jahren einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Sie kritisieren vor allem den hohen Kohlendioxidausstoß der Kraftwerke.

cop/dpa/AFP

insgesamt 16 Beiträge
Mertrager 12.09.2018
1. Komisch
Beim Auto ist doch besonders der Feinstaub des Diesels so schlimm (Benziner haben den auch). Und hier ? Da sind die Mengen viel größer. Warum ist das nicht wichtig ? Allein der Abraum staubt stark. Die Feinstaubwollke ist [...]
Beim Auto ist doch besonders der Feinstaub des Diesels so schlimm (Benziner haben den auch). Und hier ? Da sind die Mengen viel größer. Warum ist das nicht wichtig ? Allein der Abraum staubt stark. Die Feinstaubwollke ist messbar - in Kilometern Entfernung. Die Baggerfahrer bei uns in der Braunkohle wissen, dasz sie das umbringt. Und die Anwohner auch.
ansv 12.09.2018
2.
Eine getwitterte Polizeimeldung also. Hatten wir hier in Stuttgart auch, solche Meldungen. Pflastersteine hieß es da. Kastanien waren es in Wirklichkeit. Und einmal stellte eine Menge Demonstranten einen Bewaffneten - da stellte [...]
Eine getwitterte Polizeimeldung also. Hatten wir hier in Stuttgart auch, solche Meldungen. Pflastersteine hieß es da. Kastanien waren es in Wirklichkeit. Und einmal stellte eine Menge Demonstranten einen Bewaffneten - da stellte sich heraus, das war ein Polizist. In Zivil natürlich. Und ganz vorne dabei beim Aufwiegeln der Menschen. Aber es mag ja jeder glauben was er möchte.
Todweber 12.09.2018
3. "Aktivisten"
Herr Lindner griff zurecht die Grünen im Bundestag scharf an. Einen Landesparteitag in der Nähe des Hambacher Forstes auszurichten ist Öl in brennendes Feuer zu gießen. Die Aktivisten haben einen heißen Oktober [...]
Herr Lindner griff zurecht die Grünen im Bundestag scharf an. Einen Landesparteitag in der Nähe des Hambacher Forstes auszurichten ist Öl in brennendes Feuer zu gießen. Die Aktivisten haben einen heißen Oktober angekündigt und Steien auf Polizisten, das geht gar nicht. Aber so ist das Linksextreme, Autonome und Ököpaxe sind " Aktivisten" und Polizisten ja nur "Bullen". Wie nennt man die andere Seite der Medaille? Ich sehe keinen Unterschied zu Rechtsradikalen und Rechtsxtremen. Autonome, Schwarzer Block, Linksextreme, Rechtsextreme, Neonazis Rechtsradikale Danke Herr Lindner für Ihre klaren Worte im Deutschen Bundestag. Und die Grünen haben bis vor kurzem den Kurs der SPD geführten Landesregierung mitgetragen in Bezug auf die Braunkohleförderung, zumindest haben sie den Kurs geduldet in der Koalition.
LDaniel 12.09.2018
4. Hach
Herrlich wie sich der Rechtsstaat auf der Nase rumtanzen lässt, ohne dass die Medien es stört, solange nur die Gesinnung stimmt. Wenn ein Journalist in Chemnitz blöd angeredet wird überbietet man sich damit zu schreiben, wie [...]
Herrlich wie sich der Rechtsstaat auf der Nase rumtanzen lässt, ohne dass die Medien es stört, solange nur die Gesinnung stimmt. Wenn ein Journalist in Chemnitz blöd angeredet wird überbietet man sich damit zu schreiben, wie der Rechtsstaat versagt - aber linke Besetzungen, linke Gewalttaten: Alles kein Problem. Dabei wäre die Sache einfach: Klar kommunizieren, wer bis morgen nicht weg ist, wird festgenommen und muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Dann wird das Gebiet umzingelt und mit Gewalt geräumt, jeder gewaltsame Widerstand mit einer Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren bestraft (wäre alles im Rahmen unserer Gesetze). Aber wie gesagt, so lange die Gesinnung stimmt, ist der Rechtsstaat als Gegner opportun (und damit heiße ich rechte Idioten nicht gut, ich finde nur die Linken genauso schlimm). Und solange die Medien mal auf den Rechtsstaat pochen und mal für die Gewalttäter sind, kann man sie nicht ernst nehmen
yokewa 12.09.2018
5. Sache und Vorgehen
Mit dem Vorgehen, Steine auf Polizei zu werfen, damit kann man nicht einverstanden sein. Allerdings in der Sache bin ich ganz bei den Aktivisten: Eigentlich ist das Ziel, die Braunkohle zu stoppen und Kraftwerke abzuschalten. [...]
Mit dem Vorgehen, Steine auf Polizei zu werfen, damit kann man nicht einverstanden sein. Allerdings in der Sache bin ich ganz bei den Aktivisten: Eigentlich ist das Ziel, die Braunkohle zu stoppen und Kraftwerke abzuschalten. Dafür dann jetzt trotzdem noch 100 Hektar alten, gesunden Wald zu roden - sollte die Politik verhindern!

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP