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Wirtschaft

Ausbildungszahlen

Im Handwerk sind fast 19.000 Lehrstellen offen

In der Handwerksbranche werden mehr junge Menschen ausgebildet als im Vorjahr. Dennoch bleiben Tausende Lehrstellen unbesetzt. Besonders im Osten finden Betriebe nur schwer Azubis.

DPA

Angehende Ausbaufacharbeiter in Leipzig

Dienstag, 10.10.2017   10:03 Uhr

Im laufenden Jahr haben fast 4.000 Jugendliche mehr eine Ausbildung im Handwerk begonnen als im Vorjahr. Das teilte der Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) mit. Bis Ende September seien 135.038 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, was einer Steigerung von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche.

Viele Betriebe hätten allerdings weiterhin Probleme, Nachwuchs zu finden. Bundesweit sind laut ZDH noch 18.963 Lehrstellen unbesetzt - vor allem im Elektro-, Sanitär- und Friseurgewerbe. Besonders schwierig sei es für Handwerksbetriebe in den ostdeutschen Bundesländern, neue Azubis zu gewinnen.

Der Großteil des Zuwachses an neuen Verträgen entfiel demnach auf die alten Länder. Die Zahl der offenen Lehrstellen habe sich in Westdeutschland Ende September im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 14.413 verringert. In ostdeutschen Handwerksbetrieben seien mit 4.550 offenen Lehrstellen dagegen deutlich mehr Plätze unbesetzt geblieben als zum Vorjahreszeitpunkt.

Schon in den vergangenen beiden Jahren war die Situation im Handwerk ähnlich: Die Zahl der Ausbildungsverträge stieg - doch Tausende Lehrstellen blieben unbesetzt.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer ist dennoch optimistisch: Die steigende Zahl der Ausbildungsverträge zeige, dass es wieder mehr Jugendliche gibt, die eine Berufsausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk als attraktiven Karriereweg wählen.

asa/dpa

insgesamt 51 Beiträge
der.tim 10.10.2017
1. Das wundert mich nicht.
Wer will sich denn schon den Körper gegen Aussicht auf geringe Bezahlung kaputt machen? Wie man bei dem Lohn eine Familie ernähren, geschweige denn horrende Handwerkerrechnungen bezahlen soll, ist mir ein Rätsel.
Wer will sich denn schon den Körper gegen Aussicht auf geringe Bezahlung kaputt machen? Wie man bei dem Lohn eine Familie ernähren, geschweige denn horrende Handwerkerrechnungen bezahlen soll, ist mir ein Rätsel.
echoanswer 10.10.2017
2. Dann sollte man
speziell im Osten, nach den Randbedingungen der anbietenden „Unternehmer“ fragen. Sofort ist dann jeden klar, warum niemand Lust auf Ausbeutung und schlechtes Firmenklima hat. Unattraktiv ist Aushängeschild der meisten [...]
speziell im Osten, nach den Randbedingungen der anbietenden „Unternehmer“ fragen. Sofort ist dann jeden klar, warum niemand Lust auf Ausbeutung und schlechtes Firmenklima hat. Unattraktiv ist Aushängeschild der meisten Unternehmen. Ich als ehemaliger Thüringer kann jedem nur raten das Bundesland Richtung Westen oder besser Ausland zu verlassen. Unternehmerische Kultur ist hier, auch laut einer Studie der Bundesregierung, ein Fremdwort.
Plasmabruzzler 10.10.2017
3.
Was ist denn in dem Fall "das Handwerk"? Um welche Stellen geht es dabei? Wenn es Stellen wie Büchsenmacher, Glockengießer, Küfer, Hufschmied, Sattler, Gerber, Thermometermacher, usw. geht, ist das ja auch kein [...]
Was ist denn in dem Fall "das Handwerk"? Um welche Stellen geht es dabei? Wenn es Stellen wie Büchsenmacher, Glockengießer, Küfer, Hufschmied, Sattler, Gerber, Thermometermacher, usw. geht, ist das ja auch kein Wunder, weil die Anzahl der Arbeitgeber überschaubar ist und/oder die Berufe vor dem Aussterben bedroht sind. "Das Handwerk" ist extrem vielschichtig und ohne Nennung der nicht besetzten Stellen bzw. deren Berufsauswahl ist die Meldung unspektakulär.
gf256 10.10.2017
4. Digitalisierung und Automation
Wer ergreift denn schon freiwillig einen Beruf (bzw. eine Ausbildung), wenn doch nun schon seit einiger Zeit immer wieder propagiert wird, dass körperliche Berufe durch Digitalisierung und Atomation komplett überflüssig werden? [...]
Wer ergreift denn schon freiwillig einen Beruf (bzw. eine Ausbildung), wenn doch nun schon seit einiger Zeit immer wieder propagiert wird, dass körperliche Berufe durch Digitalisierung und Atomation komplett überflüssig werden? Wenn Produktion und Herstellung vollkommen automatisch/autonomn ablaufen können, braucht es doch vor Ort beim Kunden nur mehr von Fall zu Fall instruierte, ungelernte Hilfskräfte, die man dann von Zeitarbeitsfirmen bekommt. Gesellen oder gar Meister braucht dann niemand mehr, schon gar keine deutschen, da viel zu teuer. Also nochmal die Frage: warum sollte irgend jemand so blöd sein, angesichts dieser Aussichten, eine Ausbildung in einem körperlichen Beruf zu ergreifen?
steveleader 10.10.2017
5. So lustig...
ein Teil der Ostdeutschen sägen an dem Ast auf dem Sie sitzen. Ohne Azubis wird ein Unternehmen nicht wachsen. Damit fehlen Arbeitsplätze die dann die Wirtschaft vor Ort mit deren Gehältern florieren lassen. Aber Ausländer [...]
ein Teil der Ostdeutschen sägen an dem Ast auf dem Sie sitzen. Ohne Azubis wird ein Unternehmen nicht wachsen. Damit fehlen Arbeitsplätze die dann die Wirtschaft vor Ort mit deren Gehältern florieren lassen. Aber Ausländer müssen auf jeden Fall raus, wir Deutschen wollen unter uns bleiben auch wenn das bedeutet das zunehmend die Wirtschaft leidet. Sterben wir halt in den ostdeutschen Regionen aus.
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