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Wirtschaft

Studie

Forscher befürchten bei hartem Brexit Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen in Deutschland

Finden Großbritannien und die EU in den Brexit-Verhandlungen keinen Kompromiss, könnte das auch Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Ökonomen haben berechnet, welche Regionen am stärksten betroffen wären.

imago/ Ralph Peters

Agentur für Arbeit (Symbolbild)

Sonntag, 10.02.2019   09:34 Uhr

Ökonomen sehen einem Pressebericht zufolge für den Fall eines harten Brexits mehr als 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), wie die "Welt am Sonntag" vorab berichtete.

Demnach wird in der Studie der Effekt eines EU-Austritts Großbritanniens ohne Kompromiss- und Auffanglösung bis auf die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland heruntergebrochen.

Wolfsburg und Dingolfing-Landau am stärksten gefährdet

"Die Beschäftigungseffekte eines harten Brexits würden vor allem an den Automobilstandorten spürbar werden", zitierte das Blatt Studienautor Oliver Holtemöller. Besonders harte Einschnitte brächte ein unkontrollierter Austritt der Briten für Beschäftigte in Wolfsburg und im niederbayerischen Dingolfing-Landau, wie die Analyse ergab. Hier stellten Volkswagen beziehungsweise BMW zusammen mit Kfz-Zulieferern die größten Arbeitgeber.

Ferner genannt wurden die Landkreise Böblingen, wo unter anderem Technologiekonzerne wie IBM und Siemens sowie Betriebe der Autoindustrie angesiedelt seien, und der Märkische Kreis im südlichen Westfalen, wo sich zahlreiche exportstarke Mittelständler befänden.

Während Ökonomen vor den Folgen des Brexits für Arbeitsplätze in Deutschland warnen, versuchen die Niederlande Firmen aus Großbritannien ins Land zu holen. 42 Unternehmen haben sich bereits zum Umzug entschieden. Laut niederländischem Wirtschaftsministerium bringen sie knapp 2000 Arbeitsplätze mit. Die Kosten für die Neuansiedlung liegen den Angaben zufolge bei rund 290 Millionen Euro.

jme/Reuters

insgesamt 118 Beiträge
Frida_Gold 10.02.2019
1.
Was ist denn bitteschön "Grußbritannien" und wie schafft es ein derart großes Magazin, so einen Klopper im Teaser-Text zu übersehen?
Was ist denn bitteschön "Grußbritannien" und wie schafft es ein derart großes Magazin, so einen Klopper im Teaser-Text zu übersehen?
diestimmevomdach 10.02.2019
2.
Grußbritannien? Um Himmels Willen!
Grußbritannien? Um Himmels Willen!
Mara Cash 10.02.2019
3. Schwarzmalerei
Es gibt in Deutschland genügend offene Stellen -- beim Wegfall einiger Stellen (z.B. in der Automobilbranche), müssen die Betroffenen dann eben in den Dienstleistungsbereich, die Baubranche oder ins Handwerk wechseln. Kein [...]
Es gibt in Deutschland genügend offene Stellen -- beim Wegfall einiger Stellen (z.B. in der Automobilbranche), müssen die Betroffenen dann eben in den Dienstleistungsbereich, die Baubranche oder ins Handwerk wechseln. Kein Problem, wenn man flexibel ist.
iman.kant 10.02.2019
4. Es wäre wirklich einmal schön
diese Forschungen dann auch zu überprüfen ob dass so eingetreten ist. Wirtschaftliche Forschung scheint mir mehr und mehr zu einem Bodensatzlesen zu verkommen.
diese Forschungen dann auch zu überprüfen ob dass so eingetreten ist. Wirtschaftliche Forschung scheint mir mehr und mehr zu einem Bodensatzlesen zu verkommen.
clausde 10.02.2019
5.
Während hierzulande Forscher das halbleere Glas betrauern, versucht man in den Niederlanden dieses aufzufüllen. Bei den ganzen Hard-Brexit-Auswirkungsvorhersagen werden gerne die Risiken beschworen. Wenige beachten die Chancen. [...]
Während hierzulande Forscher das halbleere Glas betrauern, versucht man in den Niederlanden dieses aufzufüllen. Bei den ganzen Hard-Brexit-Auswirkungsvorhersagen werden gerne die Risiken beschworen. Wenige beachten die Chancen. Oder doch, und man redet nur nicht darüber? Wir werden in wenigen Monaten sehen, wer die Hard-Brexit-Gewinner sind. Und die wird es sicher geben. Denn auch nach einem harten Brexit werden Waren auf die Insel und von der Insel herunter transportiert. Wer nur in eine Richtung transportiert hat höhere Kosten. Wer Waren einführt, veredelt und wieder ausführt, nicht unbedingt. Der harte Brexit wird mit jedem Tag wahrscheinlicher. Die Schubladen mit den Exit-Konzepten sind mehr als einen Spalt offen...

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