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Wirtschaft

Meng Wanzhou

Huaweis Finanzchefin drohen mehr als 30 Jahre Haft

Die festgenommene Huawei-Finanzvorständin Meng Wanzhou muss sich auf eine lange Haftstrafe einstellen. Die kanadische Staatsanwaltschaft fordert, sie nicht gegen Kaution freizulassen.

REUTERS

Meng Wanzhou (Archivbild)

Freitag, 07.12.2018   21:06 Uhr

Der in Kanada festgenommenen Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei, Meng Wanzhou, drohen bis zu 30 Jahre Haft. Das sagte ein Anwalt der kanadischen Staatsanwaltschaft bei einer Anhörung in Vancouver.

Meng war am vergangenen Wochenende auf Betreiben der US-Behörden in Vancouver festgenommen worden. Die USA fordern Mengs Auslieferung. Die chinesische Regierung reagierte mit Protest auf die Festnahme, chinesische Medien attackierten die USA.

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Huawei: Der Konzern und die KP

US-Ermittler werfen der Managerin vor, über eine Firma namens Skycom Geschäfte mit Iran gemacht und so Sanktionsrecht verletzt zu haben, sagte der Anwalt. Meng werde von den USA der "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" beschuldigt. Sie soll gegenüber US-Banken verschleiert haben, dass Huawei und Skycom de facto dasselbe Unternehmen waren.

Die konkreten Vorwürfe gegen Meng waren bislang unklar, weil es eine Informationssperre gab. Diese wurde jedoch inzwischen durch ein kanadisches Gericht aufgehoben.

Meng habe Interesse, nach China zu fliehen

Bei der Anhörung wird verhandelt, ob Meng gegen Kaution auf freien Fuß kommen kann. Der kanadische Anwalt forderte, Mengs Antrag auf Freilassung gegen Kaution zu verwerfen. Sie habe ein Interesse, wegen der Anschuldigungen gegen sie und wegen der drohenden langen Haftstrafe aus Kanada nach China zu fliehen.

Mengs Anwalt David Martin widersprach dem und sagte, es gebe keine Fluchtgefahr. Die Managerin sei in der Öffentlichkeit bekannt und eine Flucht würde zudem ihren Vater, Huawei-Gründer Ren Zhengfei, demütigen.

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Die USA sind schon seit Längerem misstrauisch gegenüber Huawei. Weil der private Smartphone-Hersteller enge Verbindungen zum Regime in Peking hat, gilt er als nationales Sicherheitsrisiko. Die Amerikaner fürchten, dass die Chinesen die Huawei-Technologie als Einfallstor für Wirtschaftsspionage und Cyberattacken missbrauchen könnten.

Die Festnahme der Huawei-Managerin hat an den Finanzmärkten und weltweit Ängste vor einer erneuten Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China ausgelöst.

kko/AFP/Reuters/dpa/AP

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