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Wirtschaft

Milliardendeal am Häusermarkt

Vonovia kann österreichischen Immobilienkonzern Buwog übernehmen

Die Aktionäre haben zugestimmt: Der Fusion zwischen Wohnungskonzern Vonovia und dem österreichischen Konkurrenten Buwog steht nichts mehr im Weg. Vonovia lässt sich die Übernahme Milliarden kosten.

DPA
Montag, 12.03.2018   19:11 Uhr

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia kann seinen österreichischen Konkurrenten Buwog wie geplant übernehmen. Nach dem vorläufigen Ergebnis nahmen 73,7 Prozent der Buwog-Aktionäre das insgesamt 5,2 Milliarden Euro schwere Angebot an, wie Vonovia mitteilte. Das genaue Ergebnis will der Bochumer Konzern am Donnerstag veröffentlichen.

Für den Erfolg der Übernahmeofferte war eine Annahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie nötig. Durch den Zukauf kommt Vonovia in den Besitz weiterer knapp 50.000 Wohnungen in Deutschland und Österreich, vor allem in den beiden Hauptstädten Wien und Berlin. Die Genehmigungen der Behörden für die Übernahme liegen bereits vor. Das Buwog-Management hatte den Deal von Anfang an befürwortet.

Während einer Nachfrist können Aktionäre, die das Angebot bisher nicht angenommen haben, ihre Papiere noch zum Kauf anbieten. Die Frist beginnt am Freitag und wird bis zum 18. Juni laufen.

Vonovia, vor einigen Jahren aus Deutscher Annington und Gagfah entstanden, ist mit rund 350.000 Einheiten der größte deutsche Wohnungskonzern. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mehrere Wettbewerber übernommen - zuletzt den österreichischen Anbieter Conwert.

Die Übernahme des größten heimischen Konkurrenten Deutsche Wohnen war 2016 allerdings gescheitert. Die Buwog hat in Österreich etwas weniger als die Hälfte ihrer Wohnungen, in Deutschland etwas mehr - hauptsächlich in Berlin, Hamburg, Kiel und Lübeck. Sie gilt als traditionell stark im Neubau und der Projektentwicklung.

ans/Reuters/dpa

insgesamt 3 Beiträge
anchises 12.03.2018
1. Mietpreisbremse, war das etwas?
Es ist ja nicht so, daß diese Wohnungen gleichmäßig übers Land verteilt sind. Nein, nein immer schön konzentriert, da wo die Lage ohnehin angespannt ist und ein großer Teil der Bevölkerung an dieser Art Vermieter nicht [...]
Es ist ja nicht so, daß diese Wohnungen gleichmäßig übers Land verteilt sind. Nein, nein immer schön konzentriert, da wo die Lage ohnehin angespannt ist und ein großer Teil der Bevölkerung an dieser Art Vermieter nicht vorbeikommt. In DD zum Beispiel, ist die Vonovia ständig in den regionalen Schlagzeilen wegen, entweder unterirdischen Serviceleistungen oder willkürlicher Mieterhöhungen. Wer in aller Welt hat unseren Politikern dermaßen ins Hirn geschissen, daß so etwas genehmigungsfähig ist.
andreasgrymmel 12.03.2018
2. Kapitalismus eben
Wenn es um die Interessen großer Konzerne geht ist in diesem Land eben alles möglich. Staat und Justiz sind ganz offensichtlich nicht dazu da, einen Ausgleich zwischen Starken und Schwachen zu schaffen, sondern dazu, die [...]
Wenn es um die Interessen großer Konzerne geht ist in diesem Land eben alles möglich. Staat und Justiz sind ganz offensichtlich nicht dazu da, einen Ausgleich zwischen Starken und Schwachen zu schaffen, sondern dazu, die Interessen der Besitzenden zu vertreten und zu schützen. Regeln gelten nur für die breite Masse. Die wirtschaftliche Elite diktiert Vorschriften und lässt sie auch nach Bedarf ändern oder missachten. Deswegen wundert mich die behördliche Zustimmung nicht im geringsten.
xees-ss 12.03.2018
3.
In Wien nicht wirklich relevant, da 60% des Wohnungsmarktes im Besitz der Stadt Wien ist: WienerWohnen
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Der Abwesende
Wir wussten über Freunde von einer leerstehenden Wohnung. Wir riefen den Makler an, der uns sagte: "Sie können sich die Wohnung jederzeit ansehen - da sind derzeit Handwerker drin." Das taten wir und teilten dem Makler mit, dass wir die Wohnung gerne nehmen würden. Zwei Tage später durften wir den Vertrag unterzeichnen - die beiden Gläser Mineralwasser im Maklerbüro kosteten uns sozusagen zwei Monatsmieten. Plus Mehrwertsteuer.
Der Marktwirtschaftler
Eine Freundin hatte ihre Wohnung gekündigt, ich habe mich bei dem Vermieter gemeldet und Interesse bekundet. Er war einverstanden, hatte aber bereits einen Makler eingeschaltet. Es folgte ein Treffen mit dem Makler in der Wohnung, wozu er ein kurzes Exposé mitbrachte - das war alles. Ich bekam die Wohnung - und eine Rechnung in Höhe von rund 1200 Euro. Auf die Bitte, mit dem Preis herunterzugehen, da er schließlich keine Arbeit mit der Wohnung gehabt hätte, antwortete der Makler: "Aber ich kann Ihnen doch kein Geld schenken. Es gibt noch viele Andere da draußen, die diese Wohnung gern hätten."
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Wir mussten vor dem Einzug unterschreiben, dass wir wissen, dass die Maklerin die Ehefrau des Hausbesitzers ist. Was wir später herausgefunden haben: Vater und Sohn haben den Immobilienbesitz gemanagt, Mutter und Tochter makelten - so bleibt das Geld garantiert in der Familie. Gezahlt haben wir natürlich trotzdem.
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