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Wirtschaft

Aufteilung von Innogy

E.on will bis zu 5000 Jobs abbauen

Die Energiekonzerne E.on und RWE wollen den Netzbetreiber und Ökostromerzeuger Innogy aufteilen. Dabei könnten Tausende Arbeitsplätze verloren gehen - vor allem bei E.on.

Fotos: DPA

Logos von RWE und E.on

Dienstag, 13.03.2018   13:07 Uhr

Der Energiekonzern E.on rechnet nach der Übernahme des Netz- und Vertriebsgeschäfts der RWE-Tochter Innogy mit dem Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen. Gleichzeitig hofft E.on, im kommenden Jahrzehnt Tausende neue Arbeitsplätze schaffen zu können.

RWE erwartet bei der Neuordnung seiner Geschäftsfeldern bislang keine Jobverluste. Das gaben E.on und RWE am Montagabend in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

Die Aufsichtsräte der beiden Energiekonzerne hatten zuvor einen weitgehenden Tausch von Geschäftsaktivitäten besiegelt. Die RWE-Tochter Innogy wird im Rahmen dieses Deals zerschlagen und unter den beiden Konzernen aufgeteilt.

RWE will die komplette Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von Innogy und E.on übernehmen. E.on fokussiert sich künftig auf die Netze und den Vertrieb. Die Aktien der Unternehmen legten am Montag teils stark zu. (Was die Übernahme im Detail für die Unternehmen und Verbraucher bedeutet, lesen Sie hier.)

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die bei RWE einflussreichen NRW-Kommunen sehen die geplante Neuordnung bei den Energieriesen im Prinzip positiv. Der Chef des Verbraucherzentralen-Verbands, Klaus Müller, teilte mit, dass die Konsequenzen des Deals genau geprüft werden sollten - auch mit Blick auf die Strompreise.

Das Bundeskartellamt wollte das Geschäft und mögliche rechtliche Hürden nicht kommentieren. Vermutlich prüft ohnehin die EU-Kommission den Fall - Brüssel kommt dann zum Zuge, wenn es um sehr große Firmen geht, deren Zusammenschluss grenzüberschreitende Auswirkungen hat.

Analyse zum Innogy-Deal

RWE wieder im Plus

RWE erwartet für das laufende Jahr einen Gewinnrückgang. 2018 schlage der Tiefpunkt der Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre durch, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. So erwartet der Stromerzeuger ein bereinigtes Nettoergebnis von 700 Millionen bis eine Milliarde Euro, das bereinigte operative Ergebnis soll bei 4,9 bis 5,2 Milliarden Euro liegen.

Im vergangenen Geschäftsjahr kehrte RWE nach einem Milliardenverlust 2016 wieder in die Gewinnzone zurück. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 1,9 Milliarden Euro, nach einem Fehlbetrag von 5,7 Milliarden Euro 2016. Dabei profitierte der Konzern auch von der Rückzahlung der Atomsteuer. Bereinigt erzielte der Stromerzeuger 1,2 Milliarden Euro und erreichte damit die selbst gesteckten Ziele.

E.on hat sich ungeachtet der geplanten Innogy-Transaktion neue Wachstumsziele bis 2020 gesetzt. Mit dem bestehenden Portfolio - also noch inklusive des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien - will E.on bis 2020 das operative Ergebnis durchschnittlich um drei bis vier Prozent jährlich steigern, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Für 2017 wies E.on einen Gewinn von etwa 1,4 Milliarden Euro aus.

ssu/dpa-AFX/Reuters

insgesamt 21 Beiträge
reflexxion 13.03.2018
1. irreführende Überschrift
Im Artikel steht dann zwar das bis zu 5000 Jobs abgebaut werden sollen, da steht aber auch das es tausende neuer Jobs geben wird. Wie belastbar die Aussage ist weiß ich natürlich nciht, aber warum wird nur das Negative so [...]
Im Artikel steht dann zwar das bis zu 5000 Jobs abgebaut werden sollen, da steht aber auch das es tausende neuer Jobs geben wird. Wie belastbar die Aussage ist weiß ich natürlich nciht, aber warum wird nur das Negative so hervorgehoben, das Meinungsmache zum Nachteil von e.on und keineswegs ehrlicher Journalismus. Bei Bild mag das durchgehen, aber bitte nicht auf spon.
peterpan2200 13.03.2018
2. E.on will bis zu 5000 Jobs abbauen
Da ist doch mal eine Ansage ! Passt nur nicht in die Vorstellungen der GRKO. Kaum im Amt scho wieder über den Tisch gezoge.
Da ist doch mal eine Ansage ! Passt nur nicht in die Vorstellungen der GRKO. Kaum im Amt scho wieder über den Tisch gezoge.
Nordstadtbewohner 13.03.2018
3. Folgerichtig und konsequent
Fusionen und Unternehmensaufspaltungen machen nur dann Sinn, wenn sie auch entsprechende Synergieeffekte mit sich bringen. Der Abbau der 5000 Arbeitsplätze beinhaltet Kostensenkungen, die am Ende auch dem Verbraucher zugute [...]
Fusionen und Unternehmensaufspaltungen machen nur dann Sinn, wenn sie auch entsprechende Synergieeffekte mit sich bringen. Der Abbau der 5000 Arbeitsplätze beinhaltet Kostensenkungen, die am Ende auch dem Verbraucher zugute kommen und dafür sorgen, dass die Strompreise nicht weiter ansteigen. Nichts ist momentan so im Wandel wie die Energiebranche. Und das ist gut so!
klausi_maiermüller 13.03.2018
4. Nach wie vor fördern die Parteien diese Konzerne!
Egal ob SPD, CDU oder FDP sie alle fördern diese Energie-Konzerne mit Subventionen und mit Strukturmaßnahmen. Zum Beispiel Netzausbau mit den Startpunkten dieser Energie-Zentralisten; mit Braunkohle Erschließungen und [...]
Egal ob SPD, CDU oder FDP sie alle fördern diese Energie-Konzerne mit Subventionen und mit Strukturmaßnahmen. Zum Beispiel Netzausbau mit den Startpunkten dieser Energie-Zentralisten; mit Braunkohle Erschließungen und politischem Schutz deren Förderung. Mit politisch gesteuerten Hochpreise (höchste in Europa!) für private Haushalte und subventionierte Preise für die Industrie! JEDER (außer den abhänigen Fachleuten der Konzerne) weiß das die Energieerzeugung UND Energiespeicherung heute und erst recht in der Zukunft DEZENTRAL erfolgt. Diese 4 deutsche Energieriesen werden sterben - mit den Subventionen halt etwas später und sehr viel teurer!
j.cotton 13.03.2018
5. meine Prognose
Bei der nächsten Wahl spricht kein Mensch mehr von einem "Fachkräftemangel".
Bei der nächsten Wahl spricht kein Mensch mehr von einem "Fachkräftemangel".

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