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Wirtschaft

Kaufen in der Krise

Abwrackprämie rettet privaten Konsum

Der Konsum in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen - allerdings nur dank der Abwrackprämie. Die Pkw-Käufe haben laut Statistischem Bundesamt einen wesentlichen Teil der privaten Ausgaben ausgemacht. Sonst hätte am Ende des Jahres ein Minus gestanden.

ddp

Verschrottete Pkw: Abwrackprämie hat den Konsum angekurbelt

Freitag, 12.03.2010   13:53 Uhr

Wiesbaden - Die hat 2009 den privaten Konsum vor dem Absturz bewahrt. Die staatlichen Milliarden für den Kauf neuer oder gebrauchter Autos trieben die Ausgaben privater Haushalte für die Anschaffung von Kraftfahrzeugen um ein Fünftel (20,5 Prozent) auf rund 73 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnete.

In der Folge legten die privaten Konsumausgaben in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt um 0,4 Prozent zu. Ohne den enormen Schub bei Autokäufen hätte sich der private Konsum rechnerisch um 0,5 Prozent verringert.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr mehr als 3,8 Millionen Neuwagen zugelassen. Das waren 23 Prozent mehr als 2008. Die Zahl der Neuzulassungen war damit so hoch wie seit den Boomjahren 1991 und 1992 nicht mehr, als die Wiedervereinigung das Geschäft der Autobranche kräftig angekurbelt hatte.

Zwei Millionen nutzten die Prämie

Allerdings wurden im vergangenen Jahr überwiegend Kleinwagen gekauft. Bis ins dritte Quartal hinein hatte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Anträge für die Abwrackprämie angenommen. Der staatliche Fördertopf war mit fünf Milliarden Euro gefüllt. Knapp zwei Millionen Käufer von Neu- und Jahreswagen profitierten. Wer einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottete und ein anderes Fahrzeug kaufte, erhielt 2500 Euro.

Trotz dieser Umweltprämie wurden nach Angaben der Statistiker Hunderttausende Altfahrzeuge ins Ausland geschafft. Insgesamt 389.200 gebrauchte Pkw im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro wurden aus Deutschland exportiert. Jeder fünfte Gebrauchtwagen ging nach Afrika. Deutlich weniger alte Fahrzeuge als im Vorjahr wurden nach Russland, Polen und Rumänien verkauft. Weltweit größter Abnehmer für Gebrauchtfahrzeuge aus Deutschland ist nach wie vor Italien. Insgesamt gingen die Ausfuhren von Gebrauchtwagen aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 68.500 Stück (minus 15 Prozent) zurück.

luk/dpa/ddp

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