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Wirtschaft

Neuseeland

Google-Gründer startet Tests für Flugtaxis

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär wurde eben noch belächelt, weil sie von einer Zukunft mit Flugtaxis träumte. Jetzt werden in Neuseeland tatsächlich bald fliegende Autos getestet.

Kitty Hawk

Cora Taxi

Dienstag, 13.03.2018   13:09 Uhr

Eine von Google-Mitgründer Larry Page finanzierte Firma namens Kitty Hawk will in Neuseeland einen Flugdienst mit Lufttaxis aus eigener Entwicklung starten. Die kleinen elektrischen Maschinen für zwei Personen können senkrecht starten und dann wie ein Flugzeug fliegen.

Den kommerziellen Flugdienst in Neuseeland wolle Kitty Hawk in drei Jahren an den Start bringen, schreibt die "New York Times". Zunächst sollen nach einer Vereinbarung mit der neuseeländischen Regierung offizielle Tests der Maschine für eine Zertifizierung beginnen.

Premierministerin Jacinda Ardern erklärte der Zeitung, das Land wolle ein Zeichen setzen, dass seine Türen für Leute offenstünden, die großartige Ideen in die Wirklichkeit umsetzen wollten.

Das von Page privat finanzierte Flugprojekt wird von Sebastian Thrun geleitet - einem aus Deutschland stammenden Wissenschaftler, der einst Googles Roboterwagen-Programm mitbegründete.

Fotostrecke

Fotostrecke: Die irren Fluggeräte der Silicon-Valley-Milliardäre

Die Existenz der Firma Kitty Hawk, die kleine Fluggeräte entwickelt, war bereits bekannt. Bisher sickerten aber nur Videos von einem Prototyp durch, der nichts mit der nun vorgestellten Maschine mit dem Namen Cora gemeinsam hat.

Cora soll autonom fliegen. Das Flugzeug hat zwölf Elektromotoren und soll mit einer Höchstgeschwindigkeit von 177 Kilometern pro Stunde bis zu 100 Kilometer weit fliegen können.

Aktuell sind bereits mehrere Lufttaxi-Dienste in Planung, unter anderem vom Fahrdienst-Vermittler Uber. Auch die Flugzeugbauer Airbus und Boeing arbeiten an eigenen kleinen Maschinen für solche Dienste.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die deutsche Firma Lilium, die ein Elektroflugzeug für fünf Personen entwickelt. Deren Flugzeug soll mit seinen 36 Motoren in einer Stunde bis zu 300 Kilometer zurücklegen können.

Andere Anbieter wie die Daimler-Beteiligung Volocopter aus Deutschland oder Ehang aus China setzen eher auf eine Art Riesendrohne.

ssu/dpa

insgesamt 15 Beiträge
C-Hochwald 13.03.2018
1. Rückständig
In Deutschland wird so vieles belächelt oder für unmöglich gehalten, was anderenorts ohne Scheu vor Veränderungen vorangebracht wird. Wer sich nicht visionär und proaktiv verhält, verschwindet. Das gilt vor allem für [...]
In Deutschland wird so vieles belächelt oder für unmöglich gehalten, was anderenorts ohne Scheu vor Veränderungen vorangebracht wird. Wer sich nicht visionär und proaktiv verhält, verschwindet. Das gilt vor allem für Firmen, aber auch für die wirtschaftspolitische Bedeutung ganzer Nationen. Siehe Nokia, die über das iPhone lachten - nun lacht Apple. Die am Diesel festhaltenden deutschen Autobauer sind hochgradig gefährdet. Daimler hat schon für 2012 eine wasserstoffbetriebene Serien- B-Klasse angekündigt; Ankündigungsmeister sind sie geblieben, die Wasserstoffautos kommen nun aus Korea und Japan. Das beste Beispiel ist der Online-Handel. Quelle und Neckermann haben die Zeichen der Zeit verschlafen und ruhen daher seit Jahren in Frieden. Das schaffte Raum für Amazon & Co. Schade, daß so internationale Konzerne in unserem Land mehr und mehr das Sagen haben; sei es durch "Auslagern" der Steuerpflicht oder der Aushölung der Arbeitnehmerrechte. Leider wird man Versäumnisse der Vergangenheit nur äußerst schwer aufholen, da ja anderenorts die bereits bestehenden technologischen Vorsprünge auch ständig weiter ausgebaut werden. Es gab mal das Stichwort "Deutschland AG". Ein Konsortium aus Digitaler Infrastruktur, Emissionsfreie Energiegewinnung und Mobilität, verbunden mit den Herausforderungen einer Verbesserung bei Bildung, Gesundheit und Pflege würde dem Land die dringenden Impulse für die kommenden Jahrzehnte geben. Das scheint unser Wirtschaftssystem und die Denkweise von Vorständen und Aktionären jedoch nicht herzugeben - traurig.
bernhard.geisser 13.03.2018
2.
Das ist das erste Konzept, welches mir wirklich einsatzfähig erscheint. Bei der zu erwartenden Dichte an solchen Fluggeräten muss jederzeit in der Lust an Ort angehalten werden können, damit die Kollisionsvermeidung [...]
Das ist das erste Konzept, welches mir wirklich einsatzfähig erscheint. Bei der zu erwartenden Dichte an solchen Fluggeräten muss jederzeit in der Lust an Ort angehalten werden können, damit die Kollisionsvermeidung 100-prozentig zuverlässig sein kann. Andererseits ist der reine Helikopter-Auftrieb zu ineffizient. Für den grössten Teil der Reise muss der Auftrieb von Flügeln genutzt werden können. Zudem habe ich den Eindruck dass hier 2 bis 3 Motoren-Ausfälle noch kein Problem sind.
Henning Boetel 13.03.2018
3.
Und was hat Ihr Beitrag über die ach so rückständige deutsche Wirtschaft jetzt mit dem Artikel zu tun?
Zitat von C-HochwaldIn Deutschland wird so vieles belächelt oder für unmöglich gehalten, was anderenorts ohne Scheu vor Veränderungen vorangebracht wird. Wer sich nicht visionär und proaktiv verhält, verschwindet. Das gilt vor allem für Firmen, aber auch für die wirtschaftspolitische Bedeutung ganzer Nationen. Siehe Nokia, die über das iPhone lachten - nun lacht Apple. Die am Diesel festhaltenden deutschen Autobauer sind hochgradig gefährdet. Daimler hat schon für 2012 eine wasserstoffbetriebene Serien- B-Klasse angekündigt; Ankündigungsmeister sind sie geblieben, die Wasserstoffautos kommen nun aus Korea und Japan. Das beste Beispiel ist der Online-Handel. Quelle und Neckermann haben die Zeichen der Zeit verschlafen und ruhen daher seit Jahren in Frieden. Das schaffte Raum für Amazon & Co. Schade, daß so internationale Konzerne in unserem Land mehr und mehr das Sagen haben; sei es durch "Auslagern" der Steuerpflicht oder der Aushölung der Arbeitnehmerrechte. Leider wird man Versäumnisse der Vergangenheit nur äußerst schwer aufholen, da ja anderenorts die bereits bestehenden technologischen Vorsprünge auch ständig weiter ausgebaut werden. Es gab mal das Stichwort "Deutschland AG". Ein Konsortium aus Digitaler Infrastruktur, Emissionsfreie Energiegewinnung und Mobilität, verbunden mit den Herausforderungen einer Verbesserung bei Bildung, Gesundheit und Pflege würde dem Land die dringenden Impulse für die kommenden Jahrzehnte geben. Das scheint unser Wirtschaftssystem und die Denkweise von Vorständen und Aktionären jedoch nicht herzugeben - traurig.
Und was hat Ihr Beitrag über die ach so rückständige deutsche Wirtschaft jetzt mit dem Artikel zu tun?
Draw2001 13.03.2018
4. Deutschland ist Meister der Bürokratie....
Wenn woanders Steine aus dem Weg geräumt werden, dann haben in Deutschland die Menschen hochkonjunktur, die einem erklären, warum etwas nicht geht. Von dieser Sorte gibt es genug. Insbesondere diese, die darauf tagelang [...]
Wenn woanders Steine aus dem Weg geräumt werden, dann haben in Deutschland die Menschen hochkonjunktur, die einem erklären, warum etwas nicht geht. Von dieser Sorte gibt es genug. Insbesondere diese, die darauf tagelang verfasste Schriftsätze erzeugen können. Es soll alles bleiben wie es war oder ist. Es soll alles seine“Ordnung „ haben! Es ist eigentlich nur das trügerische Gefühl der Sicherheit, das diese Menschen motiviert, eine Veränderung keinesfalls zuzulassen. Vorstände haben Angst um Boni und um den nächsten Posten. Mitarbeiter Angst vor Arbeitsplatzverlust. Beamte haben Angst vor Verlust ihrer Pension. Eigentlich bedeutet jede Veränderung etwas Neues, auf das man sich einstellen muss. Dieser Aufwand ist für einige einfach zuviel.
KuGen 13.03.2018
5. Die Neuseeländer lieben Motorengeräusch.
Meine Frau und ich haben letztes Jahr ein paar Tage zentral im Ort Franz-Josef-Glacier verbracht. Der Hubschrauberlandeplatz liegt zentral im Ort, bei gutem Wetter starten und landen Copter im 10 Minuten-Takt. Die Neuseeländer [...]
Meine Frau und ich haben letztes Jahr ein paar Tage zentral im Ort Franz-Josef-Glacier verbracht. Der Hubschrauberlandeplatz liegt zentral im Ort, bei gutem Wetter starten und landen Copter im 10 Minuten-Takt. Die Neuseeländer hören das gar nicht, aber jeden Normalo treibt das in den Wahnsinn. Also wissen Sie jetzt, warum das Experiment in NZ gemacht wird. Rückschlüsse hins. der Akzeptanz in Europa wären aber vollkommen verfehlt.

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