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Wirtschaft

Warnstreiks von Ver.di

Am Dienstag fallen 800 Lufthansa-Flüge aus

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst treffen die Lufthansa hart. Die Fluggesellschaft muss am Dienstag mehr als die Hälfte der Flüge streichen - betroffen sind vier deutsche Flughäfen. Reisende bekommen wohl keine Entschädigung.

DPA

Lufthansa-Maschine bei der Landung in Frankfurt

Montag, 09.04.2018   13:57 Uhr

Wegen des Warnstreiks von Flughafenpersonal muss die Lufthansa am Dienstag mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen. Aufgrund der Streiks der Gewerkschaft Ver.di an vier deutschen Flughäfen entfielen mehr als 800 Flüge, davon 58 Langstreckenverbindungen, teilte die Airline am Montag mit. Davon seien etwa 90.000 Fluggäste betroffen, für die es einen Ersatzflugplan gebe. Am Mittwoch solle der Flugbetrieb wieder planmäßig stattfinden.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens bezeichnete die Protestaktion der Gewerkschaft im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes als inakzeptabel. "Lufthansa ist gar nicht Partei in diesem Tarifkonflikt, dennoch sind vor allem unsere Kunden und wir von den Folgen der Auseinandersetzung betroffen", ergänzte sie.

Keine Entschädigung für Betroffene

Ein Streik des Bodenpersonals am Flughafen ist laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein Fall von höherer Gewalt. Reisenden steht keine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zu, wenn ihr Flug streikbedingt ausfällt oder sich um mehr als drei Stunden verspätet.

Das gilt aber unter der Bedingung, dass die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren. Außerdem muss sie eine alternative Beförderung ermöglichen, zum Beispiel durch die Umbuchung auf einen anderen Flug. Fällt ein Flug definitiv aus oder ergibt sich eine Verspätung von mehr als fünf Stunden, kann der Kunde auch sein Ticket zurückgeben und bekommt sein Geld zurück.

Ver.di hatte angekündigt, die Warnstreiks unter anderem auf Flughäfen auszuweiten. In Frankfurt, München, Köln und Bremen streiken Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste und Feuerwehren. Auch in zahlreichen weiteren Einrichtungen wie Kitas, Kliniken oder der öffentlichen Verwaltung sind zwischen Mittwoch und Freitag bundesweit Streiks geplant.

dab/beb/dpa

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