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Wirtschaft

Metro-Tochter

Real soll im Gesamtpaket verkauft werden

Metro-Chef Koch will die Supermarkt-Kette Real abstoßen. Das Unternehmen will die Tochter am liebsten als Ganzes loswerden. Das schließt die Übernahme durch große deutsche Konkurrenten eher aus.

DPA

Real-Einkaufswagen (Archiv)

Freitag, 14.09.2018   10:35 Uhr

Die Supermarktkette Real soll möglichst im Gesamtpaket verkauft werden. Das sagte Metro-Chef Olaf Koch in einer Telefonkonferenz. Ziel bei der Trennung von Real sei es, dass die Kette ihren begonnenen Weg in die Zukunft fortsetzen solle.

Real verfüge in Deutschland über ein Netz aus 282 Märkten, ein rasch wachsendes Onlinegeschäft und ein attraktives Immobilienportfolio von 65 Standorten. Zu dessen Bewertung wollte sich Koch nicht äußern. "Wir wissen, dass es Interesse für Real gibt." Metro sei bereits in der Vergangenheit von Interessenten für die Kette kontaktiert worden. Damals sei der Konzern aber noch nicht bereit für einen Verkauf gewesen.

Der Verkauf als Ganzes schließe die Übernahme durch einen deutschen Konkurrenten aus kartellrechtlichen Gründen eher aus, berichteten Insider. Allenfalls kämen für Branchengrößen des Lebensmittel-Einzelhandels wie Lidl, Aldi, Rewe oder Edeka einzelne Märkte oder kleine Filial-Pakete in Betracht.

Investor Kretinsky will Metro-Anteil erhöhen

Die Pläne für eine Trennung von Real hätten nichts mit dem Einstieg des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky bei Metro zu tun, sagte Koch. Der Schritt sei nicht mit Kretinsky erörtert worden. Er habe ihn aber getroffen, und er sei Metro als neuer Investor willkommen.

Kretinsky kontrolliert die Mehrheit an der Gesellschaft EP Global Commerce (EPGC), die in einem ersten Schritt einen vom bisherigen Metro-Großaktionär Haniel gehaltenen Anteil von 7,3 Prozent an der Metro gekauft hat. Kretinsky und ein Partner haben sich zudem den Zugriff auf weitere 15,2 Prozent an Metro aus dem Haniel-Besitz gesichert.

EPGC käme damit insgesamt auf 22,50 Prozent der Metro-Anteile und wäre mit Abstand größter Einzelaktionär. Doch Kretinsky geht noch einen Schritt weiter. Denn er strebt den Kauf eines zweiten großen Metro-Pakets an: die 9,99 Prozent im Besitz von Ceconomy. Die Elektronikhandelsholding hatte Gespräche mit Kretinskys Gesellschaft EP Investment über einen Verkauf von knapp neun Prozent bestätigt.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
geotie 14.09.2018
1.
Die Bündelung auf einzelne Großanleger geht weiter. Die Welt gehört zum Schluss ein paar Superreiche, die die Firmen nach gutdünken schließen oder gegen Subventionen offen lassen. Ist das der richtige Weg?
Die Bündelung auf einzelne Großanleger geht weiter. Die Welt gehört zum Schluss ein paar Superreiche, die die Firmen nach gutdünken schließen oder gegen Subventionen offen lassen. Ist das der richtige Weg?
nonsense_forever 14.09.2018
2. Mit diesen Plan
an die Öffentlichkeit zu gehen ohne wirklich einen oder mehrere Käufer zu haben macht keinen souveränen Eindruck. Eine Forderung des neuen Investors bevor er weiteres Kapital einschiesst?
an die Öffentlichkeit zu gehen ohne wirklich einen oder mehrere Käufer zu haben macht keinen souveränen Eindruck. Eine Forderung des neuen Investors bevor er weiteres Kapital einschiesst?

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