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Wirtschaft

Hypothekenstreit

Morgan Stanley zahlt 1,25 Milliarden Dollar

Wegen geschönter Angaben zu Hypotheken müssen zwei US-Großbanken erneut hohe Summen berappen. Morgan Stanley einigte sich mit einer US-Aufsichtsbehörde auf eine Zahlung von 1,25 Milliarden Dollar, JP Morgan mit dem Justizministerium auf 614 Millionen Dollar.

AFP

Morgan-Stanley-Zentrale in New York: Vergleich vereinbart

Mittwoch, 05.02.2014   07:51 Uhr

Washington/New York - Die fragwürdigen Hypothekengeschäfte im Vorfeld der Finanzkrise kommen den Großbanken immer noch teuer zu stehen. Nun hat auch Morgan Stanley einen Rechtsstreit um Hypotheken-Papiere hinter sich gebracht. Sie zahlt den beiden staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac insgesamt 1,25 Milliarden US-Dollar, teilte die US-Investmentbank mit.

Morgan Stanley hat sich demnach mit der zuständigen Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) grundsätzlich verständigt. Die Vereinbarung müsse aber noch von beiden Seiten endgültig abgesegnet werden. Morgan Stanley Chart zeigen hatte bereits einen Milliardenbetrag für derartige Streitigkeiten zurückgelegt, muss die Reserven aber um 150 Millionen Dollar aufstocken. Dadurch wird der Gewinn des letzten Jahres rückwirkend geschmälert.

Die Zahlung wäre eine weitere einer Wall-Street-Bank wegen Hypotheken-Papieren. Investoren wie Fannie Mae Chart zeigen und Freddie Mac Chart zeigen hatten sich bei dieser Anlageform reihenweise getäuscht gefühlt. Der Vorwurf lautet, die Banken hätten die in den Wertpapieren enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. In der Finanzkrise war der Wert der Papiere eingebrochen.

JP Morgan Chase hatte sich wegen ähnlicher Vorwürfe erst im vergangenen Oktober auf eine Rekordstrafzahlung von 13 Milliarden Dollar geeinigt, insgesamt gab sie 2013 gut 20 Milliarden Dollar für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aus. Nun muss die Bank in einem Vergleich erneut zahlen, diesmal 614 Millionen Dollar wegen staatlicher Förderprogramme für Hauskredite.

JP Morgan Chart zeigen habe zugegeben, dass Tausende der eingereichten Kredite den Anforderungen nicht genügt hätten, teilte das US-Justizministerium mit. Der Staat habe dadurch substantielle Verluste erlitten. Die Bank teilte mit, mit dem Vergleich würde die Aufarbeitung des Hypotheken-Themas weiter vorangetrieben.

Auch andere Banken hatten in ähnlichen Fällen Abbitte geleistet, so etwa auch die Deutsche Bank Chart zeigen, die sich Ende 2013 mit der FHFA auf eine Zahlung von 1,4 Milliarden Euro einigte.

fdi/dpa-AFX/Reuters/AFP

insgesamt 1 Beitrag
sossossos 05.02.2014
1. Und wie groß war der angerichtete Schaden?
Wie hoch sind die ausgeschütteten Boni für diese verbrecherisch erworbenen Gewinne? Wie hoch die Strafe für die verantwortlichen Manager? Pfui, Pfui, Pfui! Lieber SPON, auch die Antworten zu diesen drei Fragen sollten [...]
Wie hoch sind die ausgeschütteten Boni für diese verbrecherisch erworbenen Gewinne? Wie hoch die Strafe für die verantwortlichen Manager? Pfui, Pfui, Pfui! Lieber SPON, auch die Antworten zu diesen drei Fragen sollten Bestandteil jeder ihrer Meldungen über Strafzahlungen der Banken sein. Und wenn es die xte Wiederholung wäre. Bei jeder lausigen Meldung über ein Verbrechen eines Kleinkriminellen wird der Schaden, wenn auch nur kurz, im Artikel erwähnt. Aber bei Weltwirtschaft erschütternden Verbrechen werden diese Fakten in der Berichterstattung "vergessen". Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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