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Wirtschaft

Reaktionen auf den Tod von Microsoft-Mitgründer Paul Allen

"Sein Leben hat die Welt verändert"

IT-Pionier, Sportmäzen, Musiker, Philanthrop: Microsoft-Mitgründer Paul Allen hat in seinem Leben viel bewirkt. Die Reaktionen auf seinen Tod sind entsprechend breit gefächert und kreativ.

Foto: AP
Dienstag, 16.10.2018   07:49 Uhr

Nach dem Tod von Paul Allen, 65, haben sich zahlreiche Kollegen, Freunde und Weggefährten des Microsoft-Mitgründers zu Wort gemeldet.

Es breche ihm das Herz, dass einer seiner ältesten und liebsten Freunde gestorben sei, hieß es in einem Statement von Microsoft-Mitgründer Bill Gates: Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Paul Allen ein "wahrer Partner" gewesen. Ohne ihn würden Personal Computer heutzutage nicht existieren. "Er hätte viel mehr Zeit verdient", so Gates weiter. "Wir werden ihn schrecklich vermissen."

Das Unternehmen Vulcan Inc., dessen Gründer und Vorsitzender Allen war, schreib in einer Kondolenznachricht, dass Allens Leben die Welt verändert habe. "Jeder von uns, der die Ehre hatte, mit Paul zu arbeiten, fühlt einen unbeschreiblichen Verlust", heißt es darin. Allen habe über einen außergewöhnlichen Intellekt verfügt, und Millionen Menschen hätten von seiner Großzügigkeit profitiert. "Heute trauern wir um unseren Chef, Mentor und Freund, dessen 65 Jahre zu kurz waren."

Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte in einer ersten Reaktion auf die Nachricht vom Tode Allens, er habe unfassbar viel von dem Firmen-Mitgründer gelernt. Allen habe "in seiner eigenen ruhigen und beständigen Weise magische Produkte, Erfahrungen und Einrichtungen geschaffen - und so die Welt verändert".

Allens Schwester Jody Allen hob die menschlichen Qualitäten des Unternehmers hervor. "Mein Bruder war ein bemerkenswertes Individuum auf jeder Ebene", schrieb Jody Allen. "Während die meisten Paul Allen als Technologen und Philanthropen kannten, war er für uns ein geliebter Bruder und Onkel, und ein besonderer Freund."

Die Seattle Seahawks, ein American-Football-Franchise, dessen Besitzer Allen war, lobten in einer Twitterbotschaft ebenfalls den Intellekt des US-Unternehmers - und die Gitarrenkünste des Hobbymusikers Allen.

Die ebenfalls aus Seattle stammende Rockband Pearl Jam veröffentlichte auf Twitter das Foto eines Gitarren-Plektrums mit dem Logo der Seattle Seahawks. "Danke für deine unzählbaren Beiträge zur Gemeinschaft", schrieb die Band darunter. "Rock on."

Das Basketballteam Portland Trail Blazers, das ebenfalls Allen gehörte, beließ es bei einer ebenso schlichten wie ergreifenden Mitteilung. "Wir vermissen dich. Wir danken dir. Wir lieben dich", schreib das Team auf Twitter und veröffentlichte dazu ein Schwarzweißfoto von Allen.

Allen hatte 1975 zusammen mit seinem Kindheitsfreund Gates die Firma Microsoft gegründet. 1983 verließ er den Software-Giganten, bereits damals hatten die Ärzte bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Allen besiegte den Krebs mehrmals, zuletzt vor neun Jahren, blieb aber gesundheitlich angeschlagen.

Allen zählte lange Zeit zu den reichsten Menschen der Welt. Zuletzt schätzte "Forbes" sein Vermögen auf gut 20 Milliarden Dollar. Der Microsoft-Mitgründer spendete große Summen für wohltätige Zwecke, zudem engagierte er sich mit hohen Immobilieninvestitionen bei der Stadtentwicklung der US-Westküstenmetropole Seattle.

ssu

insgesamt 7 Beiträge
stefan.albrecht@virgilio. 16.10.2018
1. Das Leben ist kurz
Das Leben ist kurz. Viel zu kurz, um es mit Neid gegen wohlhabende Menschen zu verschwenden. Man sollte sich vielmehr mit diesen konstruktiv unterhalten. Mir tut es leid, dass Paul Allen letztenendes den Kampf verloren hat und [...]
Das Leben ist kurz. Viel zu kurz, um es mit Neid gegen wohlhabende Menschen zu verschwenden. Man sollte sich vielmehr mit diesen konstruktiv unterhalten. Mir tut es leid, dass Paul Allen letztenendes den Kampf verloren hat und sein Leben nicht mehr leben kann. Die Dinge, die hier über ihn berichtet werden und die bestürzten Kommentare von so vielen Seiten, über seinen Tod lassen mich vermuten, dass Geld für ihn Mittel und nicht Zweck war, was ich sehr an Menschen schätze.
tpro 16.10.2018
2.
Ohne Paul Allen und Bill Gates keine massenhafte Verbreitung des PC und damit die Möglichkeit, daß sich jeder einen leisten konnte/kann. Ohne die beiden und IBM wäre ein Rechnerzugang immer noch nur für einen kleinen Kreis [...]
Ohne Paul Allen und Bill Gates keine massenhafte Verbreitung des PC und damit die Möglichkeit, daß sich jeder einen leisten konnte/kann. Ohne die beiden und IBM wäre ein Rechnerzugang immer noch nur für einen kleinen Kreis elitärer Personen möglich. Danke Paul.
Newspeak 16.10.2018
3. ....
"Das Leben ist kurz. Viel zu kurz, um es mit Neid gegen wohlhabende Menschen zu verschwenden." Es geht nicht um Neid. Es geht darum, dass Reiche Ressourcen für sich beanspruchen, obwohl sie diese gar nicht brauchen, [...]
"Das Leben ist kurz. Viel zu kurz, um es mit Neid gegen wohlhabende Menschen zu verschwenden." Es geht nicht um Neid. Es geht darum, dass Reiche Ressourcen für sich beanspruchen, obwohl sie diese gar nicht brauchen, und damit anderen vorenthalten. Und ich finde es auch nicht gut, wenn Superreiche Steuern sparen, was sie alle tun, und sich dann mit dem Geld als Wohltäter der Menschheit inszenieren.
tpro 16.10.2018
4.
Vor Neid würden Sie lieber sehen, daß Reiche ihr Geld für sich behalten und Ihre üble Meinung darüber bestätigen. Wer sind denn Ihre Helden? Haben diese jemals etwas für die Allgemeinheit getan?
Zitat von Newspeak"Das Leben ist kurz. Viel zu kurz, um es mit Neid gegen wohlhabende Menschen zu verschwenden." Es geht nicht um Neid. Es geht darum, dass Reiche Ressourcen für sich beanspruchen, obwohl sie diese gar nicht brauchen, und damit anderen vorenthalten. Und ich finde es auch nicht gut, wenn Superreiche Steuern sparen, was sie alle tun, und sich dann mit dem Geld als Wohltäter der Menschheit inszenieren.
Vor Neid würden Sie lieber sehen, daß Reiche ihr Geld für sich behalten und Ihre üble Meinung darüber bestätigen. Wer sind denn Ihre Helden? Haben diese jemals etwas für die Allgemeinheit getan?
Newspeak 16.10.2018
5. ...
Nein, ich wuerde es lieber sehen, dass es erst gar keine Reichen gibt, weil die Gesellschaft gerecht organisiert ist, und es durch unterschiedliche Massnahmen verhindert, dass Einzelpersonen so reich werden. Paul Allen war [...]
Zitat von tproVor Neid würden Sie lieber sehen, daß Reiche ihr Geld für sich behalten und Ihre üble Meinung darüber bestätigen. Wer sind denn Ihre Helden? Haben diese jemals etwas für die Allgemeinheit getan?
Nein, ich wuerde es lieber sehen, dass es erst gar keine Reichen gibt, weil die Gesellschaft gerecht organisiert ist, und es durch unterschiedliche Massnahmen verhindert, dass Einzelpersonen so reich werden. Paul Allen war bestimmt hochintelligent, ein guter Unternehmer, innovativ, bereit, ein Risiko einzugehen, das alles stimmt wahrscheinlich, und dennoch hat er Microsoft nicht allein gross gemacht, das waren Tausende von Mitarbeitern und Kunden, und auch Aktionaere, die allesamt zuwenig zurueckbekommen haben, ebenso wie die Gesellschaft als Ganzes. Und zwar direkt, z.B. eben ueber Steuern, und nicht erst durch Maezenatentum. Meine Helden sind solche Leute, die kaum jemand kennt. Z.B. die tausenden Wissenschaftler, Beamte, Angestellte vor Ort, die koordiniert von der WHO, 1977 die Pocken ausgerottet haben, und damit bis heute (also ungefaehr im selben Zeitraum seit der Markteinfuehrung der PCs) schaetzungsweise etwa 120 Millionen Menschenleben gerettet haben. Die haben alle nicht Milliarden "verdient". Wieso eigentlich nicht? Der Begriff des Neids wird von Ihnen nur als Totschlagargument verwendet, um den Schaden, den das kapitalistische System und seine fuehrenden Teilnehmer anrichten, zu verschweigen. So muss man sich nicht argumentativ auseinandersetzen. Aus demselben beschoenigenden Grund heisst es "De mortuis nil nisi bene". Fuer Paul Allen mag das gelten, nicht aber fuer all jene, die in derselben Rolle und am Leben sind. Ich glaube daran, dass Menschen keinen Grund haben, sich ueber andere zu erheben, nicht durch Macht, nicht durch Geld, was faktisch das Gleiche bedeutet. Individuelle Geldmacht muss begrenzt werden, ebenso wie historisch die Macht der Konzerne durch das Kartellrecht begrenzt wurde, und die Macht der Staaten durch die Gewaltenteilung.

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