Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Nicht anwesend

Renault streicht Carlos Ghosn Millionenvergütung

Außer einer drohenden Haftstrafe kommen auf den ehemaligen Renault-Chef Ghosn auch erhebliche finanzielle Einbußen zu. Der Verwaltungsrat des Autoherstellers strich ihm Aktienoptionen im Millionenwert.

REUTERS

Carlos Ghosn (Archiv)

Mittwoch, 13.02.2019   19:57 Uhr

Der französische Autohersteller Renault streicht seinem früheren Chef Carlos Ghosn Ansprüche im zweistelligen Millionenwert. Der Verwaltungsrat sprach sich einstimmig gegen die Vergütung unter anderem in Form von Aktien aus.

Der 64-jährige Ghosn werde keine Zahlung im Gegenwert von zwei Jahresgehältern mit festen und variablen Bestandteilen erhalten, hieß es. Zudem setzte der Verwaltungsrat eine Konkurrenzklausel außer Kraft. Danach hätten Ghosn beim Verlassen des Konzerns insgesamt vier bis fünf Millionen Euro dafür zugestanden, dass er zwei Jahre lang nicht für einen Konkurrenten hätte arbeiten dürfen.

Aktienoptionen in zweistelligem Millionenwert

Renault teilte mit, Aktienoptionen für vier Jahre bis 2018 würden gestrichen. Die Auszahlung sei an die Bedingung geknüpft, dass Ghosn noch bei Renault arbeitet. Da dies nicht mehr der Fall sei, habe Ghosn das Recht auf die Aktien verloren. Die Aktienoptionen sind der Nachrichtenagentur Reuters zufolge derzeit 26 Millionen Euro wert.

Welche finanziellen Vorteile diese Aktienkäufe für Ghosn gehabt hätten, blieb offen. Wie es ergänzend aus dem Unternehmen hieß, sei das Thema der Bezahlung von Ghosn nicht beendet. So werde der Verwaltungsrat am 15. März über die Entlohnung für das zurückliegende Jahr beraten.

Wirtschaftsminister offenbar für radikale Kürzungen

Ghosn sitzt seit November in Tokio in Haft. Ihm wird finanzielles Fehlverhalten beim Renault-Partner Nissan vorgeworfen. Auch soll er sein Einkommen nicht vorschriftsgemäß vollständig publik gemacht haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe. Dem einst hoch angesehenen Automanager droht in Japan eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire habe gefordert, dass Ghosns Vergütung so weit wie möglich gekürzt werde, hieß es aus Regierungskreisen. Der Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

brt/Reuters/AFP/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP