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Wirtschaft

Trotz Kraftwerkskrise

Siemens macht sechs Milliarden Euro Gewinn

Die Geschäfte mit Kraftwerkstechnik laufen schlechter, in Görlitz stand das Turbinenwerk auf der Kippe: Der Technologiekonzern Siemens hat trotz dieser Probleme einen stabilen Jahresgewinn erzielt.

DPA

Joe Kaeser

Donnerstag, 08.11.2018   15:53 Uhr

Der Siemens-Umsatz ist im Gesamtjahr 2018 trotz zahlreicher Probleme mit 83 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Das teilte der Konzern bei der Präsentation der Jahreszahlen in München mit. Der Unternehmensgewinn nach Steuern wuchs demnach um 26 Millionen auf 6,12 Milliarden Euro.

Das vierte Geschäftsquartal indes fiel vergleichsweise schwach aus. Der Gewinn brach in dem Zeitraum um nahezu die Hälfte ein. 681 Millionen Euro verdiente Siemens Chart zeigen in den letzten drei Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres unter dem Strich - nach 1,25 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Vor allem der Umbau in der Power & Gas (PG) genannten Kraftwerkssparte belastete Siemens schwer. Die Sparte kämpft nach wie vor mit Überkapazitäten wegen der schwachen globalen Nachfrage nach großen Turbinen. In Görlitz stand deshalb Anfang des Jahres ein Werk mit Tausenden Mitarbeitern zur Diskussion, bis das Unternehmen nach heftigen Protesten einlenkte. Ein weiterer Grund für den Rückgang waren Kosten für die Ausgliederung der erfolgreichen Siemens-Zugsparte. Diese soll im ersten Halbjahr 2019 mit dem französischen Alstom-Konzern fusionieren.

Siemens-Aktien steigen im Wert

Unter Konzernchef Joe Kaeser entwickelt sich das Unternehmen derzeit zu einer Holding mit drei operativen Einheiten, die eigenständiger werden und mehr Verantwortung bekommen sollen. Für die Bahnfusion mit Alstom steht die Zusage der EU-Kommission noch aus. Mit der Medizintechnik-Sparte Healthineers und dem Windkraftgeschäft sind zwei Einheiten zudem bereits an der Börse.

Bei Anlegern war das Siemens-Ergebnis Grund zur Freude. An der Börse konnte der Dax-Konzern zur Mittagszeit mehr als ein Prozent zulegen, während der Leitindex Dax insgesamt leicht ins Minus abgerutscht war. Mit 104,66 Euro hatten die Konzernaktien zeitweise sogar ihren höchsten Stand seit einem Monat erreicht.

Mit 28 Prozent am stärksten legte das Ergebnis in der Siemens-Sparte zu, die Fabriken digitalisiert. Diese trug 616 Millionen Euro zum Gewinn des deutschen Mischkonzerns bei. Dabei boomt vor allem das Softwaregeschäft in den USA und in China.

Zusammen mit den Jahreszahlen kündigte Siemens auch an, weitere Aktien zurückkaufen zu wollen. Das Programm hat ein Volumen von drei Milliarden Euro und soll bis 2021 laufen. Um Kosten in der Zentrale zu sparen, plant Siemens zudem Tausende Stellen zu streichen.

apr/AFP/dpa-AFX

insgesamt 6 Beiträge
brasshead 08.11.2018
1.
1. für eine Transaktion gilt: Einnahmen = Ausgaben 2. für alle Transaktionen gilt: Gesamteinnahmen = Gesamtausgaben 3. daher gilt: Summe aller Überschüsse und Defizite = 0 4. es gilt auch: Gesamteinnahmen = Gesamtausgaben = [...]
1. für eine Transaktion gilt: Einnahmen = Ausgaben 2. für alle Transaktionen gilt: Gesamteinnahmen = Gesamtausgaben 3. daher gilt: Summe aller Überschüsse und Defizite = 0 4. es gilt auch: Gesamteinnahmen = Gesamtausgaben = BIP 5. sparende Unternehmen + sparende Haushalte = sparender Privatsektor 6. sparender Privatsektor = defizitäre Restwirtschaft, da sonst BIP sinkt 7. defizitäre Restwirtschaft = defizitärer Staat oder defizitäres Ausland Vor diesem Hintergrund sollte man diese Entwicklung sehen.
99koelsch 08.11.2018
2. War ja klar!
Der insgesamt positive Bericht muss mit der Meldung von ,Stellenstreichungen in der Zentrale‘ enden. Unkommentiert. Negativ. Dass Siemens viele dieser Stellen in die Unternehmenssparten verlagert, Fachkräfte en Masse sucht und [...]
Der insgesamt positive Bericht muss mit der Meldung von ,Stellenstreichungen in der Zentrale‘ enden. Unkommentiert. Negativ. Dass Siemens viele dieser Stellen in die Unternehmenssparten verlagert, Fachkräfte en Masse sucht und unter dem Strich Personal aufbaut und weiter aufbauen will, wäre wahrscheinlich nicht reißerisch genug für den Verantwortlichen Aushilfsredakteur gewesen.
Zukunft3.0 08.11.2018
3.
Sind Gewinne in dieser Größenordnung noch normal, wohl kaum.
Sind Gewinne in dieser Größenordnung noch normal, wohl kaum.
Gedanke 08.11.2018
4. Wohl kaum
Siemens beschäftigt weltweit rund 372.000 Mitarbeiter, wie viel soll der Konzern denn an Gewinn Ihrer Meinung nach anpeilen? 13,57 € ?
Zitat von Zukunft3.0Sind Gewinne in dieser Größenordnung noch normal, wohl kaum.
Siemens beschäftigt weltweit rund 372.000 Mitarbeiter, wie viel soll der Konzern denn an Gewinn Ihrer Meinung nach anpeilen? 13,57 € ?
jomai 09.11.2018
5. @ Zukunft3.0
Nein sind sie nicht. Konnte man Gestern in der Analystenkonferenz wieder ganz klar hören, denn da waren einige Analysten schon fast empört über die, ihrer Meinung nach, viel zu geringe Gewinnprognose für 2019 die nur knapp [...]
Nein sind sie nicht. Konnte man Gestern in der Analystenkonferenz wieder ganz klar hören, denn da waren einige Analysten schon fast empört über die, ihrer Meinung nach, viel zu geringe Gewinnprognose für 2019 die nur knapp über dem gerade erzielten Gewinn liegt. Auch die Investoren sind vom erzielten Gewinn nicht beeindruckt wie man am Aktienkurs sehen kann. Der liegt immer noch bei rund € 100.- und hat sich nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen nur relativ wenig bewegt.

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