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Wirtschaft

Bieterkampf um Sky

Comcast übertrumpft Fox

Der Bieterkampf um den britischen Bezahlsender Sky geht in eine neue Runde. Der US-Kabelriese Comcast hat den Medienunternehmer Rupert Murdoch mit einem neuen Angebot übertroffen.

REUTERS

Rupert Murdoch

Donnerstag, 12.07.2018   14:16 Uhr

Im Wettbieten um die britische Sendergruppe Sky will der US-Kabelriese Comcast mit einer erhöhten Offerte Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox ausstechen. Comcast hob sein Angebot nach Angaben vom Mittwochabend von 12,5 auf nun 14,75 britische Pfund in bar pro Sky-Aktie an.

Damit werde Sky insgesamt mit umgerechnet etwa 29,4 Milliarden Euro, bewertet. Comcast überbietet so den Mitbewerber Fox, der seine Offerte kurz zuvor von 10,75 auf 14 Pfund je Aktie erhöht hatte, womit Sky auf rund 27,7 Milliarden Euro taxiert würde.

Der Bieterkampf der US-Unternehmen nimmt somit richtig Fahrt auf. Murdochs Fox-Imperium hatte das erste Angebot für Sky bereits im Dezember 2016 abgegeben, Comcast grätschte im April mit einer höheren Offerte dazwischen.

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Fox besitzt bereits 39 Prozent an Sky und bemüht sich schon lange um eine Komplettübernahme. Allerdings stieß dieser Plan auf Widerstand der britischen Aufsichtsbehörden. Sie fürchten, dass der Murdoch-Clan zu viel Einfluss auf die Medienlandschaft bekommen könnte. An diesem Donnerstag will die Regierung bekanntgeben, ob sie eine Übernahme genehmigen würde.

Fox selbst ist derzeit ebenfalls Gegenstand eines Übernahmepokers: So bieten der US-Entertainment-Riese Walt Disney und auch Comcast für große Teile des Konzerns von Medienmogul Murdoch.

Dass das Übernahmekarussell in der Unterhaltungsbranche derart in Fahrt ist, liegt auch daran, dass sich die etablierten Branchengrößen mit hohen Investitionen im boomenden Streamingmarkt positionieren wollen. Dort verbuchen Online-Dienste wie Netflix seit Jahren massiven Zulauf und bedrohen zunehmend das Stammgeschäft mit Kabelkunden.

ssu/dpa-AFX

insgesamt 1 Beitrag
Knossos 13.07.2018
1. H.G. Wells
Zitat: "Dass das Übernahmekarussell in der Unterhaltungsbranche derart in Fahrt ist, liegt auch daran, dass sich die etablierten Branchengrößen mit hohen Investitionen im boomenden Streamingmarkt positionieren [...]
Zitat: "Dass das Übernahmekarussell in der Unterhaltungsbranche derart in Fahrt ist, liegt auch daran, dass sich die etablierten Branchengrößen mit hohen Investitionen im boomenden Streamingmarkt positionieren wollen." Sekundär, ja. Primär ist der Hintergrund Akkumulation. Und die wieder ist losgelöst vom Gegenwert weltweiter Produktion. Während inflations- und steuerbereinigtes Entgelt für Arbeit seit vier Jahrzenten sinkt und gesellschaftliche Mittelschicht gen Prekariat wandern läßt, explodiert ein Gelage von Wasserkopf und Scheinwert, welches von Arbeitskräften der Produktion getragen werden muß. Die globalisierte Beutelschneiderei am Arbeiter und Konsumenten durch Lohndrückerei, zweckentfremdete Steuerwegelagerei und Parlamentsarbeit als Industrielobbyismus hat das pekuniäre Abzweigen von gesellschaftlicher Mehrheit in solch astronomische Höhen getrieben, daß die Profiteure des Arrangements nicht mehr wissen, wohin mit den Geldmassen. Erst wurde bei nominaler Parität zum Euro, was zuvor DM war, dann Milliarden teuer, was bezüglich Immobilie, Firma oder Produkt zuvor als Millionen-Wert gehandelt war. Die Ausartung der monarchischen Wirtschaftsform indiziert sich in Phänomenen wie z.B. über € 8 Mrd. für deutsches Staatsfernsehen und Gehältern von Fußballspielern oder F1-Fahrern fern von Gut & Böse, in spinnernden Ersteigerungen von Devotionalien, Diamanten oder Müll als zeitgenössischer Kunst und in irrationalen Firmenbewertungen und -käufen, die einzig als Abschätzigkeit der hierzu gemolkenen Menschheit und Umwelt einen Maßstab ergeben. Hier der Kauf von Monsanto für weit über $60 Mrd., drüben jemand der durch gesetzlich abgesegneten Betrug beim Online-Bezahlservice zum Milliardär wird, dort ein Teenager dem PR und Kosmetikartikel 900 Millionen in die Kasse spülen, oder eben Sky, das halt mal eben für 30 statt für 20 oder 10 Mrd. über den Tresen geht. Unterdessen scheint der Zuschauer aus Pisa nicht mehr zu verstehen, daß eine Milliarde aus 1000 Millionen besteht. Und nicht einmal in Peseta, sondern Euro und US-Dollar. Schon einmal krank geworden, und für lebensnotwendiges Medikament € 30 000,- monatlich berappt, während von überzogener Phantasie-Bepreisung Innenstädte aufgekauft werden? Die Zeichen der Zeit stehen auf aus dem Rahmen geratener Plutokratie und Menschenverachtung, die inzwischen darin gipfelt, in ekstatischem Geldrausch den Planeten zu zerstören. Wenn dies einer schafsköpfig geschorenen, beiwohnenden Menschheit bei all der eklatanten Perversion nicht bewußt werden will, ist es für das Leben auf Erden zu spät. In 2-3 Jahren gibt es keine Umkehr mehr. Liebe Leute: Hört auf, Maulaffen feilzuhalten. Erinnert Euch der Eloi von H.G. Wells. Eloi sind Schnarchnasen, die glauben als Volk beschützt und vertreten zu sein, während sie verheizt werden. Wells meinte Euch, und sein Werk blieb unverstanden. Wie es ausschaut, bis zuletzt.

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