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Wirtschaft

Bieterkampf mit Comcast

Murdoch erhöht Angebot für Sky

Der Bieterkampf um den britischen Bezahlsender Sky geht in eine neue Runde. Medienunternehmer Rupert Murdoch hat sein Angebot erhöht und damit den Rivalen Comcast übertroffen.

REUTERS

Rupert Murdoch

Mittwoch, 11.07.2018   16:39 Uhr

Rupert Murdochs Medienkonzern Twenty-First Century Fox hat sein Gebot für die britische Pay-TV-Gruppe Sky erhöht. Der Konzern bietet den Angaben zufolge nun rund 32,5 Milliarden Dollar.

Je Aktie will Fox nun 14 Pfund und damit 1,50 Pfund mehr als Comcast zahlen. Das Angebot liegt aber unter dem aktuellen Kurs von 15 Pfund, zu dem Sky-Aktien zuletzt gehandelt wurden. Fox versucht bereits seit Dezember 2016, die Bezahlfernsehkette vollständig zu übernehmen. Murdoch besitzt bereits einen Anteil von 39 Prozent.

Investoren gehen davon aus, dass auch der US-Kabelnetzbetreiber Comcast ein Gegenangebot vorlegt. "Wir sehen das endgültige Resultat des Sky-Deals bei gut über 15 Pfund pro Aktie", sagte Michael Wegener vom Hedgefonds Case Equity Partners, der Sky-Aktien besitzt. Comcast lehnte eine Stellungnahme ab.

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Comcast hatte im Frühjahr Murdochs Angebot für Sky ausgestochen. Das Management der auch in Deutschland aktiven Sky-Gruppe hatte daraufhin die bereits erteilte Empfehlung zurückgezogen, das Gebot von Twenty-First Century Fox anzunehmen. Anteilseigner hatten zuvor die von dem Medienunternehmer gebotene Summe als zu niedrig kritisiert. Die aufgestockte Offerte liegt nun rund 80 Prozent über dem Kurs von Dezember 2016, bevor Fox das erste Kaufangebot vorlegte.

Sky habe sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt, deshalb sei das Gebot generell gerechtfertigt, teilte der Medienkonzern mit. Die Gruppe habe etwa die Übertragungsrechte für die Spiele in der englischen Premier League zu einem niedrigeren Preis verlängern können als erwartet. In Europa empfangen rund 23 Millionen Haushalte Sky.

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Der Bieterkampf um die führende britische Pay-TV-Gruppe ist Teil einer Schlacht um die Vormachtstellung in der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Die großen Medienkonzerne versuchen sich zurzeit mit milliardenschweren Übernahmen gegen die Konkurrenz durch Netflix und Amazon in Stellung zu bringen.

Murdoch hatte bereits angekündigt, nach einer Übernahme von Sky den Nachrichtensender Sky News an Disney weiterzureichen, um Bedenken der britischen Aufsichtsbehörden über eine zu große Marktmacht entgegenzutreten.

brt/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
geraldwinkeler 11.07.2018
1. Murdoch ist ein strammer Rechter
Rupert Murdoch ist ein strammer Rechter, um nicht zu sagen ein Rechtsradikaler. Er hat bereits in den USA und in GB sowie in Australien durch die von ihm beherrschten Print- und elektronischen Medien erheblichen Anteil an der [...]
Rupert Murdoch ist ein strammer Rechter, um nicht zu sagen ein Rechtsradikaler. Er hat bereits in den USA und in GB sowie in Australien durch die von ihm beherrschten Print- und elektronischen Medien erheblichen Anteil an der Zunahme antidemokratischer, fremdenfeindlicher und nationalistischer Positionen in der Bevölkerung gehabt. Die Naivität, mit der deutsche liberal und/oder soziademekratisch eingestellte Politiker ihm und der Ausdehnung seines Imperiums begegnen, macht mich immer wieder fassungslos. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann er und seine willigen politischen Helfershelfer ( Seehofer lässt grüßen!) zum Großangriff auf unser öffentlich-rechtliches Fernsehen, das trotz vieler Mängel der immer weiter fortschreitenden Verblödung und Verhetzung der Bevölkerung im Wege steht, blasen werden. Im Moment ist er (noch?) für eine funktionierende demokratische Öffentlichkeit die weitaus größere Gefahr als Netflix und Co.
Lion 11.07.2018
2. Kein Machtmonopol für Murdoch
Rupert Murdochs Presse informiert nicht sondern manipuliert, verbreitet Verschwörungstheorien und Unwahrheiten. Gelegentlich haben sie in der Vergangenheit zu kriminellen Methoden zurückgegriffen, die in Britannien rechtöich [...]
Rupert Murdochs Presse informiert nicht sondern manipuliert, verbreitet Verschwörungstheorien und Unwahrheiten. Gelegentlich haben sie in der Vergangenheit zu kriminellen Methoden zurückgegriffen, die in Britannien rechtöich geahndet wurden. Sie war Steigbügelhalter für Trump und die Brexitbefürworter. Und das Imperium wird zu groß, als dass man es kontrollieren könnte. Es wird Zeit, dass dieses Manipulationsmonopol des rechtsradikalen Mannes und seiner Familie zerschlagen wird. Egal wieviel er bietet, er darf sich nicht das Meinungsmonopol erkaufen dürfen.

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