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Wirtschaft

Nach Warnstreiks

Stahl-Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Arbeitgeber und Gewerkschaften verhandeln weiter um einen neuen Stahl-Tarif. Ein Vorschlag wurde nun von der IG Metall abgelehnt. Am 11. März steht die nächste Runde an.

DPA

Andreas Goss (l), Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel Europe, und Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen

Montag, 18.02.2019   21:56 Uhr

Die Tarifverhandlungen in der nordwestdeutschen Stahlindustrie sind in Düsseldorf nach der vierten Runde ohne Ergebnis vertagt worden. Die Arbeitgeber hatten zuvor ein Angebot vorgelegt, das unter anderem eine Entgelterhöhung von 2,5 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten vorsieht. Zudem solle es ab Juli 2020 für einen begrenzten Personenkreis eine in Freizeit umwandelbare Vergütung in Höhe von 600 Euro im Jahr geben, die für 2020 anteilig gezahlt würde.

Das vorgelegte Angebot sei "angesichts der guten Situation in der Stahlindustrie bei weitem nicht ausreichend", erklärte -IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler. "Aber wir erkennen an, dass die Arbeitgeber grundsätzlich unsere Forderungsstruktur akzeptieren."

"Wir sollten zu einer Einigung kommen können"

Auch Arbeitgeberverhandlungsführer und Thyssenkrupp-Stahlchef Andreas Goss sieht eine mögliche Einigung: "Wenn jetzt die IG Metall eine realistische Beurteilung der Gesamtumstände vornimmt, sollten wir zu einer Einigung kommen können." Die nächste Runde sei am 11. März geplant.

Die IG Metall fordert für die rund 72.000 Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sechs Prozent mehr Geld. Im Vorfeld der Verhandlungen hatten rund 14.500 Stahlkocher bei Warnstreiks ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt. Weitere Warnstreiks seien auch in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen, hieß es bei der IG Metall. Bereits an diesem Dienstag soll die Tarifkommission der Gewerkschaft zusammenkommen.

Besonders umstritten ist die Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Die Arbeitgeber befürchten dadurch eine Überforderung der Unternehmen. Wenn die Entgeltumwandlung für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche.

tin/dpa/AP

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