Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Wettbewerb im Taxi-Gewerbe

Scheuer streicht Auflagen für Shuttle-Dienste

Vor Discos und Hotels auf Gäste warten - das ist rechtlich bislang Taxis vorbehalten. Mietwagenanbieter müssen nach einer Fahrt eigentlich wieder zum Betrieb zurück. Doch diese Regel soll nun fallen.

DPA

Taxis am Flughafen Tegel

Montag, 18.02.2019   14:55 Uhr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer plant, wesentliche Auflagen für sogenannte Shuttle-Dienste zu streichen. Dies geht aus den Eckpunkten für das neue Personenbeförderungsgesetz hervor. Zuvor hatten die Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft darüber berichtet. Unter anderem soll die "Rückkehrpflicht für Mietwagen aufgehoben" werden. Diese zwingt die Shuttle-Dienste bislang zu vielen Leerfahrten.

CSU-Politiker Scheuer hatte bereits Ende 2018 Änderungen und damit eine Marktöffnung für neue Fahrdienste noch in dieser Legislaturperiode angekündigt. Nun müssen sich Taxifahrer auf schärfere Konkurrenz durch Shuttle-Dienste einstellen.

Zugleich plant Scheuer dem Zeitungsbericht zufolge mehr Kontrollen für die neuen Anbieter. So soll eine digitale Vermittlung von Fahrten künftig auch als genehmigungspflichtige Beförderungsleistung eingestuft werden. Bei Shuttle-Diensten können Nutzer per Smartphone-App einen Wagen bestellen, der mit anderen Kunden geteilt wird - als einer der größten Vermittler gilt der US-Fahrdienstleister Uber.

Mehr Verkehr ohne Rückkehrpflicht?

Die anstehenden Veränderungen beschäftigen auch Alexander Mönch von der Taxi-App MyTaxi. "Wir haben die Chance, unsere Innenstädte spürbar vom Verkehr zu befreien", sagte Mönch der Nachrichtenagentur dpa. Bereits in fünf bis zehn Jahren werde es vielfältige alternative Mobilitätsleistungen geben, die alternativ zum eigenen Fahrzeug nutzbar sind.

Angesichts der Ungleichbehandlung von Taxis und Anbietern von Mietwagen mit Fahrern forderte Mönch jedoch einen fairen Wettbewerb. "Das Taxigewerbe wird vor die Hunde gehen, wenn die Wettbewerbsbedingungen nicht angepasst werden", sagte er - und sieht etwa die Forderung einer Aufhebung der Rückkehrpflicht für Mietwagen mit Fahrern kritisch.

Ohne Rückkehrpflicht könnte es letztlich mehr Autos in den Innenstädten geben - und einen verzerrten Wettbewerb für das Taxigewerbe. "Dann haben wir die Situation, dass das Taxi am Taxistand stehen muss und der Mietwagen würde um die Hotspots herumkreisen, je nach Tageszeit vor den Klubs oder vor den Hotels."

Die Daimler-App MyTaxi ist inzwischen in mehr als hundert Städten in neun europäischen Ländern verfügbar. 2018 wurden mehr als 40 Millionen Fahrten über die MyTaxi-App gebucht. Mit der Option "Match" können sich Taxikunden unter anderem in Hamburg und Berlin eine Fahrt auch mit anderen teilen. In Lissabon testet das Unternehmen zudem derzeit unter dem Namen "Hive" den Verleih von E-Scootern.

Die Bedingungen müssten fair sein, forderte Mönch. "Sonst können Mietwagen mit ihrer Preisbildung viel günstigere Preise anbieten." Alternativ schlägt Mönch ein "preisflexibles Modell" für alle vor. Eine Preisuntergrenze solle dabei den Mindestlohn für die Anbieter sichern, eine Obergrenze den Fahrgast schützen, "dass er nicht zu Spitzen-Verkehrszeiten den zehnfachen Preis bezahlen muss".

apr/AFP/dpa

insgesamt 15 Beiträge
ich2010 18.02.2019
1.
typisch deutsch..überall gibts Uber,, nur bei uns wieder nicht. Wir haben mit Uber super Erfahrung gemacht. Die waren erstens deutlich schneller da als irgendein Taxi und zweitens sehr viel billiger. Auf ein bestelltes Taxi [...]
typisch deutsch..überall gibts Uber,, nur bei uns wieder nicht. Wir haben mit Uber super Erfahrung gemacht. Die waren erstens deutlich schneller da als irgendein Taxi und zweitens sehr viel billiger. Auf ein bestelltes Taxi mussten wir fast 30 Minuten warten, Uber war nach 5 Minuten da. Natürlich ist das Konkurrenz zu den Taxen, aber wie heißt es so schön - Konkurrenz belebt das Geschäft. Dann müssen sich die Taxibetreiber mal nach den Kunden richten und nicht umgekehrt.
franxinatra 18.02.2019
2. Warum werden Taxifahrer nicht reich...
wenn sie doch so überzogene Preise haben? Und: sieh sich einer an, wie es den Ubernauten geht, wenn sie erst mal ein paar Jahre auf einem Markt sind! Dann schrumpfen deren magere Erträge auch wie von Geisterhand, ob [...]
wenn sie doch so überzogene Preise haben? Und: sieh sich einer an, wie es den Ubernauten geht, wenn sie erst mal ein paar Jahre auf einem Markt sind! Dann schrumpfen deren magere Erträge auch wie von Geisterhand, ob unregulierter Konkurrenz (hübsche Doku vom Weltspiegel verfügbar). Das system funktioniert nämlich nur für den Vermittler, und nur wegen der Spitzenzeiten, wenn sich der fahrpreis nach der nachfrage richtet...
plesseland 18.02.2019
3. Fairer Wettbewerb?
Fairer Wettbewerb? Ja, dann sollten auch die Uberfahrer ein kleines Vermögen für die KFZ Versicherung zahlen und diese auch als Mietwagenversicherung nachweisen. Dann sollten die Uberfahrzeuge wie Mietwagen und Taxen alle 5 [...]
Fairer Wettbewerb? Ja, dann sollten auch die Uberfahrer ein kleines Vermögen für die KFZ Versicherung zahlen und diese auch als Mietwagenversicherung nachweisen. Dann sollten die Uberfahrzeuge wie Mietwagen und Taxen alle 5 Monate zum TüV. Und dann sollten auch die UBER Fahrer den Mindestlohn erhalten und Uber für diese Fahrer auch die Sozialabgaben zahlen! Egal ob sie Fahren oder rumstehen.
postmaterialist2011 18.02.2019
4. In welcher Stadt soll das gewesen sein ?
Schonmal in den USA gewesen ? Ich war letztes Jahr in Cleveland, wollte am Flughafen eigentlich ein "normales" Taxi nehmen, gab es nicht. Musste ein Uber bestellen, aufgrund erhöhter Nachfrage kostete der Wagen für [...]
Zitat von ich2010typisch deutsch..überall gibts Uber,, nur bei uns wieder nicht. Wir haben mit Uber super Erfahrung gemacht. Die waren erstens deutlich schneller da als irgendein Taxi und zweitens sehr viel billiger. Auf ein bestelltes Taxi mussten wir fast 30 Minuten warten, Uber war nach 5 Minuten da. Natürlich ist das Konkurrenz zu den Taxen, aber wie heißt es so schön - Konkurrenz belebt das Geschäft. Dann müssen sich die Taxibetreiber mal nach den Kunden richten und nicht umgekehrt.
Schonmal in den USA gewesen ? Ich war letztes Jahr in Cleveland, wollte am Flughafen eigentlich ein "normales" Taxi nehmen, gab es nicht. Musste ein Uber bestellen, aufgrund erhöhter Nachfrage kostete der Wagen für nicht einmal 15km 75 US Dollar ( normal sind 25). In Deutschland braucht kein Mensch Uber, zumindest in der Grossstadt ist innerhalb von 2 min ein Taxi vor der Tür, die mytaxi app ist Uber haushoch überlegen und ich bin bei Unfällen versichert. Unsere Taxis kosten immer gleich, man kann über die App die Art des Wagens und einen 5-Sterne Fahrer anfordern. Uber mach Sinn in Ländern wo es kein vernünftiges qualitatives Taxisystem gibt ( hier fällt mir Indien und Bangladesh ein), ansonsten fahren wir mit unseren Taxis sehr, sehr gut und brauchen kein Uber.
Thomas R. Berlin 18.02.2019
5. Höchste Zeit für mehr Wettbewerb
Berliner Taxen kassierten bis vor kurzem einen illegalen Zuschlag für bargeldlose (Karten- oder App-) Zahlung. Eines von vielen Zeichen, dass dieses Monopol aufgehoben werden muss. Ich fahre seit mehr als einem Jahr nur noch mit [...]
Berliner Taxen kassierten bis vor kurzem einen illegalen Zuschlag für bargeldlose (Karten- oder App-) Zahlung. Eines von vielen Zeichen, dass dieses Monopol aufgehoben werden muss. Ich fahre seit mehr als einem Jahr nur noch mit Uber oder Car-Sharing.

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP