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Wirtschaft

Hype um Digitalwährung

Termingeschäfte befeuern Bitcoin-Boom

Bald sollen sogenannte Bitcoin-Terminkontrakte handelbar sein. Das treibt den Kurs der Cyberwährung von Rekord zu Rekord. Doch Experten warnen, dass der Bitcoin jederzeit wieder abstürzen könnte.

DPA

Bitcoin

Donnerstag, 07.12.2017   10:47 Uhr

Die Bitcoin-Rekordjagd geht weiter: Am Donnerstagmorgen ist der Kurs der Digitalwährung erstmals über 14.000 US-Dollar gestiegen. Auf der großen Handelsplattform Bitstamp erreichte sie bis in der Spitze zu 14.199 Dollar. Als Grund für den jüngsten Kurssprung gilt die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoin.

Damit stößt die Digitalwährung ins traditionelle Finanzgeschäft vor. Durch die Einführung sogenannter Futures werden Bitcoin für institutionelle Investoren deutlich besser handelbar.Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern. Terminkontrakte können aber auch für Spekulationen auf künftige Kursentwicklungen genutzt werden.

Vergangenen Freitag hatte die US-Behörde CFTC diese sogenannten Bitcoin-Futures genehmigt. Die US-Börse CBOE will bereits Ende der Woche den ersten Future in den Handel bringen. Eine Woche später will der weltweit größte Börsenbetreiber, die Chicago Mercantile Exchange Group (CME) , folgen. Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht.

Für Neil Wilson von ETX Capital stellt die Einführung von Terminkontrakten den Versuch dar, den Bitcoin anderen Anlageformen anzugleichen. Das dürfte nicht unbedingt im Sinne aller Bitcoin-Fans sein, denn viele von ihnen sehen in der Digitalwährung vor allem eine Alternative zu den klassischen Währungen.

Foto: SPIEGEL ONLINE; Reuters

Bitcoin ist eine sogenannte Kryptowährung, die Geldtransaktionen unabhängig von Banken und Notenbanken machen soll (mehr zum Bitcoin lesen Sie hier). Inzwischen ist das digitale Geld allerdings zum Spekulationsobjekt geworden. Zu Jahresbeginn stand der Wert des Bitcoin noch bei 1000 Dollar. Seither ist er auf einer rasanten Rekordjagd, die sich in den vergangenen Wochen zunehmend beschleunigt hat und mit teils hohen Kursschwankungen einhergeht.

Experten warnen angesichts des rasanten Kursanstiegs davor, dass der Bitcoin auch jederzeit wieder abstürzen könne. Anders als bei klassischen Währungen garantiert kein Staat und keine Notenbank für das Geld. Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin.

hej/dpa-AFX

insgesamt 45 Beiträge
sieman 07.12.2017
1. Wertabsicherung.
Der Spiegel schreibt: - Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin. - Was fuer eine Wertabsicherung steht hinter Aktien falls die Firma Pleite geht oder der Aktienkurs in den Keller rasselt?
Der Spiegel schreibt: - Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin. - Was fuer eine Wertabsicherung steht hinter Aktien falls die Firma Pleite geht oder der Aktienkurs in den Keller rasselt?
holy-666 07.12.2017
2. @siemann
ganz einfach....Anlagevermögen...Umlaufvermögen...DAS steht im Falle einer Firmenpleite als realer Wert zur Verfügung
ganz einfach....Anlagevermögen...Umlaufvermögen...DAS steht im Falle einer Firmenpleite als realer Wert zur Verfügung
les2005 07.12.2017
3. Aktien vs Bitcoin
Die Aktie verbrieft einen Eigentumsanteil am Unternehmen - das steht als Wertabsicherung dahinter. Wenn ich eine Aktie besitze, gehört mir ein Teil des Unternehmens, ganz einfach. Wenn ich eine Bitcoin besitze, gehört mir [...]
Zitat von siemanDer Spiegel schreibt: - Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin. - Was fuer eine Wertabsicherung steht hinter Aktien falls die Firma Pleite geht oder der Aktienkurs in den Keller rasselt?
Die Aktie verbrieft einen Eigentumsanteil am Unternehmen - das steht als Wertabsicherung dahinter. Wenn ich eine Aktie besitze, gehört mir ein Teil des Unternehmens, ganz einfach. Wenn ich eine Bitcoin besitze, gehört mir gar nichts materielles. Ja, Firmen können pleite gehen. Nein, das passiert nicht sehr oft. Und wenn ich ein Portfolio von Aktien halte oder etwas einen gebührenfreundlichen ETF, der einen Index abbildet, ist das Pleiterisiko vernachlässigbar. Außer man geht vom Ende der Wirtschaft wie wir sie kennen und kompletten Zusammenbruch des Finanzsystems aus, aber dann werden uns Bitcoins auch nicht mehr helfen. Und natürlich ändern sich Kurse und die Bewertung von Unternehmen pausenlos am Markt. 1% von Daimler z.B. bleibt aber 1% von Daimler, egal ob die Börse gerade findet daß Autoaktien hoch oder niedrig zu bewerten sind. Kommt also morgen ein Börseneinbruch, ändert sich am eigentlichen Wert der Aktie gar nichts, da dahinter der Unternehmensanteil steht, und dieses Unternehmen produziert Gewinne. Langfristig zählt nur, wie sich die Gewinne des Unternehmens entwickeln, denn davon gehören mir 1%. Solange ich Aktien als langfristiges Investment, als Eigentum betrachte (und nicht gezwungen bin, kurzfristig zu Geld zu kommen), können mir Kursschwankungen egal sein. Bitcoin dagegen ist komplett ein Spekulationsobjekt. Hinter Bitcoin steht keinerlei materieller Wert, noch irgendetwas Produktives das Gewinne abwirft. Der Bitcoin-Kurs steigt schlicht, weil er steigt und deswegen gerade sehr viele Leute auch Bitcoins haben wollen, WEIL DER KURS STEIGT. Und genauso viele Leute werden ihre Bitcoins dann wieder loswerden wollen, wenn der Kurs sinkt und nicht aufhört zu sinken. Nur daß sie dann keiner mehr haben will. Denn sie sind ja nichts wert.
mr.andersson 07.12.2017
4.
Wenn die Firma pleite geht, können sie auch mit Aktien ihr gesamtes Geld verlieren. Allerdings haben Firmen im Regelfall einen Substanzwert, ausser sie kaufen hochspekulative werte. Zu diesem Substanzwert wird dann eine [...]
Zitat von siemanDer Spiegel schreibt: - Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin. - Was fuer eine Wertabsicherung steht hinter Aktien falls die Firma Pleite geht oder der Aktienkurs in den Keller rasselt?
Wenn die Firma pleite geht, können sie auch mit Aktien ihr gesamtes Geld verlieren. Allerdings haben Firmen im Regelfall einen Substanzwert, ausser sie kaufen hochspekulative werte. Zu diesem Substanzwert wird dann eine andere Firma den Laden schlucken. Und zum Thema hochspekulative Geschäft mit extremen Renditen: Kauft man einfach einn derivat mit einem extremen Hebel auf Tesla, Amazon oder Apple, kommt man locker auf ähnliche Renditen mit vergleichbarem Risiko. Bitcoin wird halt über die Medien gepusht ohne Ende. Irgendwann verkaufen dann mal welche ihre großen Bestände und falls es dann runterrauscht, gibt es keinen inneren Wert, zu dem die Währung aufgefangen werden könnte.
vincent-april 07.12.2017
5. zahlt der Staat wieder für marode Banken?
es ist für mich unfassbar, das solche Termingeschäfte zugelassen werden. Alle Teilnehmer sollten dafür mit ihrem persönlichen Vermögen haften.
es ist für mich unfassbar, das solche Termingeschäfte zugelassen werden. Alle Teilnehmer sollten dafür mit ihrem persönlichen Vermögen haften.

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