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Wirtschaft

Kampf um höhere Gehälter bei Ver.di

Gewerkschaft bestreikt Gewerkschaft

Arbeitskampf kurios: Mehrere hundert Angestellte der Gewerkschaft Ver.di sind in den Warnstreik getreten. Es geht um höhere Gehälter.

imago

Ver.di-Zentrale in Berlin

Montag, 11.07.2016   14:01 Uhr

Die Gewerkschaft Ver.di ist selbst zur Adressatin von Streiks geworden. In Frankfurt am Main, Berlin und anderen Standorten legten mehrere hundert Gewerkschaftsbeschäftigte die Arbeit nieder, um für höhere Gehälter zu demonstrieren. Zwei Verhandlungsrunden blieben bislang bereits erfolglos.

Außer dem Ver.di-Gesamtbetriebsrat hatte die Gewerkschaft der Gewerkschaftsbeschäftigten (GdG) zu dem Warnstreik aufgerufen. Er rechne bundesweit mit rund tausend Teilnehmern, sagte der GdG-Vorsitzende Bernhard Stracke. In Frankfurt wird über die künftigen Arbeitsbedingungen der rund 3000 Ver.di-Beschäftigten verhandelt. Dort findet eine zentrale Protestkundgebung statt.

"Die Beschäftigten sind wirklich sauer, weil das Angebot der Arbeitgeber unterirdisch ist, und die Belastung der Beschäftigten im vergangenen Jahr sehr hoch war", sagte Stracke. Der Arbeitgeber habe umgerechnet 0,23 Prozent mehr Geld für dieses Jahr geboten, der Gesamtbetriebsrat fordere aber fünf Prozent mehr.

Die GdG, die außer 6,5 Prozent mehr Gehalt einen eigenständigen Tarifvertrag über Altersteilzeit einfordert, sitzt nicht mit am Verhandlungstisch. Die Interessen der Arbeitnehmer werden dort vom Betriebsrat wahrgenommen. Insgesamt hat die GdG eigenen Angaben zufolge rund tausend Mitglieder in allen Gewerkschaften.

msc/dpa

insgesamt 16 Beiträge
fredadrett 11.07.2016
1. Realität meets Ver.di
Als Gewerkschaft seine Mitarbeiter auszubeuten ist das Letzte. Man fragt sich wie all die Bsirske-Bonzen sich abends noch im Spiegel anschauen können. Von wegen faire Löhne für gute Arbeit; Sodexo als Caterer das ist die [...]
Als Gewerkschaft seine Mitarbeiter auszubeuten ist das Letzte. Man fragt sich wie all die Bsirske-Bonzen sich abends noch im Spiegel anschauen können. Von wegen faire Löhne für gute Arbeit; Sodexo als Caterer das ist die Realität.
hafnafjoerdur 11.07.2016
2. Arbeitsbelastung bei einer Gewerkschaft hoch?
Na gut, wenn man dauernd irgendjemanden bestreiken muss, gehts wahrscheinlich irgendwann an die Substanz. Dabei ist es doch erfahrungsgemäß der Sinn eines Gewerkschaftsbeitritts nicht mehr so richtig arbeiten zu müssen. Die [...]
Na gut, wenn man dauernd irgendjemanden bestreiken muss, gehts wahrscheinlich irgendwann an die Substanz. Dabei ist es doch erfahrungsgemäß der Sinn eines Gewerkschaftsbeitritts nicht mehr so richtig arbeiten zu müssen. Die Königsdisziplin ist freigestellter Betriebsrat, da muss man dann gar nichts mehr tun, darf aber trotz erwiesener Unfähigkeit mit den Großen abhängen. Lächerliche und aus der Zeit gefallenen Institutionen, ich hoffe mal, da wird nun genauso der Hammer ausgepackt, wie wenn es darum geht, Flug- und Bahnverkehr lahm zu legen.
cs01 11.07.2016
3.
Alte Faustregel, je sozialer der Zweck des AG um so schlimmer ist er als AG. Ganz schlimm sind neben Gewerkschaften auch NGO's oder kirchliche Einrichtungen.
Alte Faustregel, je sozialer der Zweck des AG um so schlimmer ist er als AG. Ganz schlimm sind neben Gewerkschaften auch NGO's oder kirchliche Einrichtungen.
moritz1989 11.07.2016
4.
Einfach nur lächerlich das Gewerkschafter eine eigene Gewerkschaft haben. Provoziert Verdi das, damit die Mitarbeiter in Form bleiben?
Einfach nur lächerlich das Gewerkschafter eine eigene Gewerkschaft haben. Provoziert Verdi das, damit die Mitarbeiter in Form bleiben?
C-Hochwald 11.07.2016
5. Gewerkschaften als Unternehmer
Ich stelle fest, dass Gewerkschaften in der Rolle als Arbeitgeber nicht anders agieren als jedes andere Unternehmen auch. Doch wo liegt das Problem für eine gute Gehaltserhöhung? Wenn VerDi und IGM für ihren Tarifverbund [...]
Ich stelle fest, dass Gewerkschaften in der Rolle als Arbeitgeber nicht anders agieren als jedes andere Unternehmen auch. Doch wo liegt das Problem für eine gute Gehaltserhöhung? Wenn VerDi und IGM für ihren Tarifverbund >5% Gehaltserhöhungen bis Ende 2017 aushandeln, bedeutet das ja auch einen entsprechenden Anstieg der Einnahmen aufgrund der Mitgliedsbeiträge (1% vom Brutto). Da ist es doch nur gerecht, die eigenen Mitarbeiter an den "unternehmerischen Erfolgen" teilhaben zu lassen. Oder sehe ich da Anzeichen einer Doppelmoral bei den "Managern der Arbeitnehmerrechte"?

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