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Wirtschaft

Rückschlag für Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit

Größere Gruppe von Flugzeugführern schließt sich Ver.di an

Schlechte Nachrichten für "Vereinigung Cockpit": Nachdem die Pilotengewerkschaft einen Kompromiss der Tarifkommission der Eurowings-Piloten abgelehnt hatte, sind nun zahlreiche Mitarbeiter zur Konkurrenz übergelaufen.

DPA

Ver.di-Protest am Flughafen in Berlin-Tegel

Von
Montag, 18.12.2017   19:04 Uhr

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) muss beim neuen Lufthansa-Billigableger Eurowings einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Weil der VC-Vorstand kürzlich einen Kompromiss der Tarifkommission der Eurowings-Piloten mit der Geschäftsführung für mehr Wachstum und bessere Aufstiegsmöglichleiten abgelehnt hatte, ist eine größere Gruppe von Flugzeugführern zur Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di übergelaufen.

Statt der VC hat nun die DGB-Organisation am Freitag vergangener Woche einen neuen Tarifvertrag mit der Firmenleitung ausgehandelt und unterschrieben. Er sichert nicht nur dem Eurowings-Stammpersonal, sondern auch ehemaligen Air-Berlin-Piloten Beschäftigungs- und Aufstiegsperspektiven bei dem Lufthansa-Ableger. Allein bis zum Sommerflugplan 2018 soll die Flotte um 15 Airbus-Maschinen wachsen. Parallel dazu sollen 86 Kapitänsstellen ausgeschrieben werden.

Frühere Dienstzeiten und die gesammelte Erfahrung werden laut der Vereinbarung beim Gehalt berücksichtigt. In den kommenden Tagen sollen nun auch die VC-Funktionäre das Abkommen unterschreiben. Das teilte Eurowings-Flugbetriebsleiter Matthias Spohr, der Bruder von Konzernchef Carsten Spohr, in einem Rundschreiben an die Beschäftigten mit, das dem SPIEGEL vorliegt.

insgesamt 5 Beiträge
der_rookie 18.12.2017
1. Hm
Freut mich wenn es doch noch Piloten gibt die sich solidarisch mit ihren anderen Arbeitskollegen zeigen und nicht nur blind ein paar Profilierungssüchtigen folgen
Freut mich wenn es doch noch Piloten gibt die sich solidarisch mit ihren anderen Arbeitskollegen zeigen und nicht nur blind ein paar Profilierungssüchtigen folgen
grbxx 18.12.2017
2. Wording
statt “Größere Gruppe von Flugzeugführern schließt sich Ver.di an” Habe ich zuerst “Größere Gruppe von FlugzeugENTführern schließt sich Ver.di an” Piloten wäre ja auch zu einfach gewesen....
statt “Größere Gruppe von Flugzeugführern schließt sich Ver.di an” Habe ich zuerst “Größere Gruppe von FlugzeugENTführern schließt sich Ver.di an” Piloten wäre ja auch zu einfach gewesen....
Wulff Isebrand 19.12.2017
3. Das geht den Piloten
wohl auch darum nicht zu lange nicht fliegen zu können und evtl. ihre Lizenz zu verlieren. Hat wohl weniger mit Einsicht oder Einknicken zu tun. Bedenklich an dem Artikel finde ich den offensichtlichen Filz im Lufthansa Konzern [...]
wohl auch darum nicht zu lange nicht fliegen zu können und evtl. ihre Lizenz zu verlieren. Hat wohl weniger mit Einsicht oder Einknicken zu tun. Bedenklich an dem Artikel finde ich den offensichtlichen Filz im Lufthansa Konzern mit den Spohr Brüdern
gbnejvndk 19.12.2017
4.
„der _rookie“ schreibt: „Freut mich wenn es doch noch Piloten gibt die sich solidarisch mit ihren anderen Arbeitskollegen zeigen und nicht nur blind ein paar Profilierungssüchtigen folgen“ Es lohnt sich diese Aussage [...]
„der _rookie“ schreibt: „Freut mich wenn es doch noch Piloten gibt die sich solidarisch mit ihren anderen Arbeitskollegen zeigen und nicht nur blind ein paar Profilierungssüchtigen folgen“ Es lohnt sich diese Aussage einmal näher zu betrachten: Der Kommentator unterstellt mit seiner Formulierung implizit mehrere vermeintliche Sachverhalte: Die Vereinigung Cockpit (VC) sei nicht an der Verbesserung von Arbeitsbedingungen interessiert und hätte sich nicht dafür eingesetzt. Zum anderen wird der Eindruck vermittelt, die Einigung mit ver.di statt mit der VC wäre der richtige Schritt und würde von den meisten Pilotinnen und Piloten unterstützt. Weiter wird versucht – auch im Artikel – glauben zu machen, diese würden den mit ver.di betretenen Weg einstimmig für richtig halten. Ich möchte herzlich und freundlich dazu einladen, diese Aussagen einmal kritisch bezüglich ihres Gehalts zu hinterfragen. Die Einfachheit dieses plakativen und scheinbar so einleuchtenden Kommentars – und Artikels – lässt mir doch einige Zweifel an dem Gesagten aufkommen. Heute liegt derjenige im Trend und wird gehört, der möglichst laut simple und Emotionen erzeugende Parolen hinschmettert. Werden damit auch noch bestehende Klischees bedient, kann man bei der Zuhörerschaft erschreckend oft eine unreflektierte und reflexartige Zustimmung feststellen. Nur: es lohnt sich genauer hinzuschauen und sich Fragen zu stellen: Falle ich da auf einen Manipulationsversuch herein? Werde ich instrumentalisiert, um einer mehr von denen zu sein, die Stimmung machen wollen? Es ist heute wichtiger denn je kritisch zu hinterfragen und seine Meinung auf gesammelte Fakten zu fußen, statt dumpfe Parolen zu verbreiten und nachzuplappern. In der Folge stellt sich mir die Frage, wieso dieser Abschluss mit der ver.di gut für die Pilotinnen und Piloten der Eurowings und für andere Flugzeugführerinnen und Flugzeugführer in Deutschland sein soll. Wieso hat die VC den Abschluss eines nahezu gleichlautenden Vertrages abgelehnt. Etwa nur aus „Profilierungssucht“, wie „der_rookie“ schreibt? Dieser angeführte Grund scheint mir wenig glaubwürdig und eher aus einer Laune heraus gepostet zu sein – also schlichtweg unseriös. Ist es wirklich so, dass alle Pilotinnen und Piloten der Eurowings in Deutschland diesen Tarifabschluss mit ver.di begrüßen und das „Nein“ der VC ablehnen? Was war der Grund für die Ablehnung des Vertrages durch die VC? Was wären die Vorteile eines Arbeitgebers von der hier geschehenen Spaltung des Personals bezüglich des gewerkschaftlichen Zusammenhalts? Wurden die Mitglieder der sich neu gegründeten ver.di-Tarifkommission von den durch diese vertretenen Pilotinnen und Piloten legitimiert? Gab es eine Abstimmung zu den Inhalten des Vertrages? Wie groß ist der Anteil derer, die diesen Vorstoß für richtig halten und unterstützen wirklich? Diese Fragen werden hier nicht beantwortet. Sie sind aber zur Beurteilung und Einordnung des Sachverhalts – auch in einen größeren Zusammenhang – ganz entscheidend.
Hans58 19.12.2017
5.
Die Fragen sind m.E. völlig unerheblich, da die "nackten Fakten" klar und deutlich sind. Die VC tut klug daran, den Vertrag doch noch zu unterzeichnen, wenn sie nicht noch mehr Mitglieder verlieren will.
Zitat von gbnejvndk„der _rookie“ schreibt: „Freut mich wenn es doch noch Piloten gibt die sich solidarisch mit ihren anderen Arbeitskollegen zeigen und nicht nur blind ein paar Profilierungssüchtigen folgen“ Es lohnt sich diese Aussage einmal näher zu betrachten: Der Kommentator unterstellt mit seiner Formulierung implizit mehrere vermeintliche Sachverhalte: Die Vereinigung Cockpit (VC) sei nicht an der Verbesserung von Arbeitsbedingungen interessiert und hätte sich nicht dafür eingesetzt. Zum anderen wird der Eindruck vermittelt, die Einigung mit ver.di statt mit der VC wäre der richtige Schritt und würde von den meisten Pilotinnen und Piloten unterstützt. Weiter wird versucht – auch im Artikel – glauben zu machen, diese würden den mit ver.di betretenen Weg einstimmig für richtig halten. Ich möchte herzlich und freundlich dazu einladen, diese Aussagen einmal kritisch bezüglich ihres Gehalts zu hinterfragen. Die Einfachheit dieses plakativen und scheinbar so einleuchtenden Kommentars – und Artikels – lässt mir doch einige Zweifel an dem Gesagten aufkommen. Heute liegt derjenige im Trend und wird gehört, der möglichst laut simple und Emotionen erzeugende Parolen hinschmettert. Werden damit auch noch bestehende Klischees bedient, kann man bei der Zuhörerschaft erschreckend oft eine unreflektierte und reflexartige Zustimmung feststellen. Nur: es lohnt sich genauer hinzuschauen und sich Fragen zu stellen: Falle ich da auf einen Manipulationsversuch herein? Werde ich instrumentalisiert, um einer mehr von denen zu sein, die Stimmung machen wollen? Es ist heute wichtiger denn je kritisch zu hinterfragen und seine Meinung auf gesammelte Fakten zu fußen, statt dumpfe Parolen zu verbreiten und nachzuplappern. In der Folge stellt sich mir die Frage, wieso dieser Abschluss mit der ver.di gut für die Pilotinnen und Piloten der Eurowings und für andere Flugzeugführerinnen und Flugzeugführer in Deutschland sein soll. Wieso hat die VC den Abschluss eines nahezu gleichlautenden Vertrages abgelehnt. Etwa nur aus „Profilierungssucht“, wie „der_rookie“ schreibt? Dieser angeführte Grund scheint mir wenig glaubwürdig und eher aus einer Laune heraus gepostet zu sein – also schlichtweg unseriös. Ist es wirklich so, dass alle Pilotinnen und Piloten der Eurowings in Deutschland diesen Tarifabschluss mit ver.di begrüßen und das „Nein“ der VC ablehnen? Was war der Grund für die Ablehnung des Vertrages durch die VC? Was wären die Vorteile eines Arbeitgebers von der hier geschehenen Spaltung des Personals bezüglich des gewerkschaftlichen Zusammenhalts? Wurden die Mitglieder der sich neu gegründeten ver.di-Tarifkommission von den durch diese vertretenen Pilotinnen und Piloten legitimiert? Gab es eine Abstimmung zu den Inhalten des Vertrages? Wie groß ist der Anteil derer, die diesen Vorstoß für richtig halten und unterstützen wirklich? Diese Fragen werden hier nicht beantwortet. Sie sind aber zur Beurteilung und Einordnung des Sachverhalts – auch in einen größeren Zusammenhang – ganz entscheidend.
Die Fragen sind m.E. völlig unerheblich, da die "nackten Fakten" klar und deutlich sind. Die VC tut klug daran, den Vertrag doch noch zu unterzeichnen, wenn sie nicht noch mehr Mitglieder verlieren will.

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