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Wirtschaft

Trotz Dieselskandal

VW-Chef Müller kassiert 9,5 Millionen Euro

Die Vorstände von Volkswagen verdienen trotz Dieselaffäre zusammen mehr als 50 Millionen Euro. Besonders Konzernboss Müller kann sich über eine dicke Erhöhung freuen.

AFP

Matthias Müller

Dienstag, 13.03.2018   13:08 Uhr

Die Mitglieder des Volkswagen-Konzernvorstands kassieren für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Gehalt als noch 2016. Insgesamt summieren sich die Bezüge auf rund 50,3 Millionen Euro. Im vorangegangenen Jahr hatte das Top-Management des weltgrößten Autobauers noch rund 39,5 Millionen Euro erhalten. Volkswagen begründet den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften - einschließlich der ausgeschiedenen Christine Hohmann-Dennhardt - ist Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Ein Jahr zuvor waren es 7,25 Millionen Euro. Ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand kommt Müller 2017 auf rund 9,5 Millionen Euro. Personalchef Karlheinz Blessing bekommt an zweiter Stelle rund 5,2 Millionen Euro.

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VW hatte für das vergangene Jahr einen satten Profit ausgewiesen. Mit unterm Strich rund 11,4 Milliarden Euro fiel der Nettogewinn mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Und das, obwohl das Unternehmen mehrere Milliarden Euro für die Bewältigung der Dieselaffäre ausgeben musste.

Der Volkswagen-Konzern profitierte dabei auch von der US-Steuerreform im vergangenen Jahr. Die Neubewertung von Steuerpositionen durch die gesenkten US-Körperschaftsteuersätze hätten einen positiven Effekt von rund einer Milliarde Euro auf den Nettogewinn gehabt, sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter am Dienstag.

Der Konzern hatte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter reformiert - nach langer Kritik an der Höhe der Bezüge. So gibt es für den Vorstandschef seit 2017 eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

ssu/dpa

insgesamt 63 Beiträge
hermy 13.03.2018
1. Hat er doch
verdient. Wer so mutig ist, und sein geistigen Dünnsch*** publiziert, immer und immer wieder, ist doch mutig. Es kann nicht leicht sein, vor der Presse immer wieder zu behaupten, nicht betrogen zu haben, Nachrüsten geht nicht, [...]
verdient. Wer so mutig ist, und sein geistigen Dünnsch*** publiziert, immer und immer wieder, ist doch mutig. Es kann nicht leicht sein, vor der Presse immer wieder zu behaupten, nicht betrogen zu haben, Nachrüsten geht nicht, Verbraucher in den USA sind anders zu behandlen. Ja, da gehört schon etwas dazu.
rolantik 13.03.2018
2. Einfach unanständig
Erst Winterkorn mit einem Riesengehalt für schlechte Leistung, nun auch Müller für ähnlich schlechte Performance. Es ist abstossend wie sich diese Leute die Taschen vollstopfen und kein bisschen Feingefühl zeigen, wo sie doch [...]
Erst Winterkorn mit einem Riesengehalt für schlechte Leistung, nun auch Müller für ähnlich schlechte Performance. Es ist abstossend wie sich diese Leute die Taschen vollstopfen und kein bisschen Feingefühl zeigen, wo sie doch für so viele Fehler die Verantwortung tragen. Wer mag das verstehen?
dr.eldontyrell 13.03.2018
3. Und jetzt?
Solche Meldungen interessieren mich die nächsten 3,5 Jahre nicht mehr. Ist so gewollt. Und 80% der Bevölkerung sind doch der Meinung, das diese Typen das auch "verdient" haben. Und kaufen sich den nächsten VW Diesel. [...]
Solche Meldungen interessieren mich die nächsten 3,5 Jahre nicht mehr. Ist so gewollt. Und 80% der Bevölkerung sind doch der Meinung, das diese Typen das auch "verdient" haben. Und kaufen sich den nächsten VW Diesel. Also alles gut in dem Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!
Airkraft 13.03.2018
4. Wohl nicht verdient,...
Wohl nicht verdient, aber halt bekommen - das ist aber doch was letztendlich zählt!
Wohl nicht verdient, aber halt bekommen - das ist aber doch was letztendlich zählt!
Remote Sensing 13.03.2018
5. So läuft das im Merkel-SPD Land
es gilt für Politik wie Wirtschaft die Formel: je gigantischer der eigene Fehler oder das eigene Versagen, desto höher die Belohnung. Die Erosion der Moral wird irgendwann beim Arbeitnehmer ankommen, dann gute Nacht Deutschland.
es gilt für Politik wie Wirtschaft die Formel: je gigantischer der eigene Fehler oder das eigene Versagen, desto höher die Belohnung. Die Erosion der Moral wird irgendwann beim Arbeitnehmer ankommen, dann gute Nacht Deutschland.

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