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Wirtschaft

Nach Waldbränden in Kalifornien

US-Energieversorger PG&E ist pleite

Er gilt als Mitverursacher der Waldbrände in Kalifornien, mehrere Betroffene haben bereits Klage eingereicht. Nun hat der US-Energieversorger PG&E Insolvenz angemeldet.

AFP

Fahrzeug von PG&E

Dienstag, 29.01.2019   10:13 Uhr

Der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) hat wegen möglicher Waldbrandkosten Insolvenz angemeldet. PG&E habe Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt, teilte das Unternehmen aus San Francisco mit. Kaliforniens größter Energieversorger hat geschätzte Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 50 Milliarden US-Dollar, wie aus Unterlagen hervorgeht, die beim Konkursgericht in Nordkalifornien eingereicht wurden.

Das Unternehmen ist durch die Schäden der Waldbrände in Kalifornien finanziell schwer angeschlagen. Ermittler prüfen derzeit, ob die Ausrüstung des Unternehmens den massiven Waldbrand in Nordkalifornien im November, das sogenannte Camp Fire, ausgelöst hat.

Mindestens 86 Menschen kamen dabei ums Leben. Mehrere Brandopfer haben Klage eingereicht. Experten hatten mögliche Schadenersatzforderungen gegen PG&E auf bis zu 30 Milliarden Dollar beziffert. Konzernchefin Geisha Williams trat erst Mitte Januar zurück.

Auch während des Insolvenzprozesses sei man bemüht, die Sicherheitsvorkehrungen gegen Waldbrände zu verbessern und wolle die von den Bränden betroffenen Gemeinden im Norden Kaliforniens beim Wiederaufbau unterstützen, teilte der Konzern mit. PG&E beliefert in Kalifornien 5,4 Millionen Kunden mit Strom und 4,3 Millionen mit Erdgas. Mehr Kunden hat kein Energieunternehmen in den USA.

Im November hatten Waldbrände die Kleinstadt Paradise im Norden Kaliforniens völlig zerstört, dabei starben mindestens 86 Menschen. Ermittler prüfen derzeit, ob der massive Waldbrand durch die marode Infrastruktur des Unternehmens ausgelöst wurde. Der Konzern betreibt Tausende Kilometer von Stromtrassen, die laut Medienberichten teils veraltet sind. Opfer der Katastrophe werfen PG&E fahrlässiges Verhalten vor und fordern Schadensersatz.

Es ist nicht das erste Mal, das dem Konzern die Verwicklung in eine Umweltkatastrophe vorgeworfen wird: Im Jahr 1996 zahlte PG&E wegen mit Chrom vergifteten Grundwassers 333 Millionen Dollar, zur damaligen Zeit die größte Schadensersatzsumme in der Geschichte der USA.

mmq/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
gerosr 29.01.2019
1. So
geht das, wenn man die Infraktur den "Freien Märkten" überlässt! Strom, Wasser, Strassen und Schienen sind für die Allgemeinheit , sollten vom Staat -mit Steuermitteln-unterhalten werden und nicht dem Profistreben [...]
geht das, wenn man die Infraktur den "Freien Märkten" überlässt! Strom, Wasser, Strassen und Schienen sind für die Allgemeinheit , sollten vom Staat -mit Steuermitteln-unterhalten werden und nicht dem Profistreben geopfert werden!
dwg 29.01.2019
2. Verkürzung
Die Überschrift "US-Energieversorger PG&E ist pleite" ist so nicht richtig. Das amerikanische Insolvenzrecht ist mit dem deutschen Insolvenzrecht nur eingeschränkt vergleichbar. Der Gläubigerschutz nach Chapter 11 [...]
Die Überschrift "US-Energieversorger PG&E ist pleite" ist so nicht richtig. Das amerikanische Insolvenzrecht ist mit dem deutschen Insolvenzrecht nur eingeschränkt vergleichbar. Der Gläubigerschutz nach Chapter 11 wird gerne zum Sanieren von Unternehmen genommen - er schützt nämlich VOR den Gläubigern. Bei PG&E sind es (zwar realistisch, aber) angenommene Verbindlichkeiten. United ist z.B. lange "unter chapter 11" geflogen und hat so Marktanteile zurück holen können.
Nonvaio01 29.01.2019
3. die sind nicht pleite
die haben insolvenz angemeldet um die schaeden nicht zu zahlen. So kann man sagen die Firma gibt es nicht mehr. Es wird dann einfach eine neue gegruendet mit den gleichen leuten. Die Firma hat erfahrung mit Klagen, einfach mal [...]
die haben insolvenz angemeldet um die schaeden nicht zu zahlen. So kann man sagen die Firma gibt es nicht mehr. Es wird dann einfach eine neue gegruendet mit den gleichen leuten. Die Firma hat erfahrung mit Klagen, einfach mal Googlen
imlattig 29.01.2019
4. das ist ein..
unternehmen ohne haftung. eine neue gesellschaftsform nach der sich us unternehmen gruenden koennen. fuer alle schaeden haften die opfer selbst. sehr praktisch wird jetzt ueber das ceta abkommen auch bei uns einzug halten. [...]
unternehmen ohne haftung. eine neue gesellschaftsform nach der sich us unternehmen gruenden koennen. fuer alle schaeden haften die opfer selbst. sehr praktisch wird jetzt ueber das ceta abkommen auch bei uns einzug halten. willkommen die weltweiten us piraten.
archi47 29.01.2019
5. Private Versorger eben
Dies heißt eben: Ohne Gewähr: Gewinne werden privatisiert, Verluste kommunalisiert, bzw. idividualisiert. "The american way of life" beinhaltet auch diese Form der "Haftung". Wir sind gut beraten, wenn wir [...]
Dies heißt eben: Ohne Gewähr: Gewinne werden privatisiert, Verluste kommunalisiert, bzw. idividualisiert. "The american way of life" beinhaltet auch diese Form der "Haftung". Wir sind gut beraten, wenn wir unsere infrastrukturellen Lebensgrundlagen in öffentlicher Hand behalten, möglichst dezentral auf kommunaler, regionaler Ebene, damit dem Bürger solche Schäden tunlichst erspart bleiben und vor allem, er ein Mit- und Einwirkungsrecht hat, auf Instandhaltung und Betrieb, damit kaufmännisch veranlasstes " auf Verschleiß fahren" verhindert werden kann.

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