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Wirtschaft

Kampf gegen Onlinehändler

Zara-Mutter Inditex verdient überraschend mehr

Der Modehändler Inditex verzeichnet steigende Erlöse. Während Innovationen und ein größeres Filialnetz nun Onlinehändler ausstechen sollen, hat der Konzern die Einzelhandel-Konkurrenz bereits abgehängt.

REUTERS

Werbung für Zara-Filiale in Mailand

Mittwoch, 13.06.2018   19:36 Uhr

Im Kampf gegen Online-Händler ist die Zara-Mutter Inditex mit einem überraschenden Gewinnplus in ihr Geschäftsjahr gestartet. Die Erlöse ziehen unterdessen weiter kräftig an, teilte der spanische Modekonzern mit.

Inditex versucht die Grenzen zwischen Onlinehandel und Filialen aufzulösen und seine Shops attraktiver zu machen. So will der Konzern gegen Rivalen wie Amazon und Zalando punkten.

Auch ein größeres Filialnetz soll Inditex helfen. Allein Zara wuchs binnen eines Jahres um 25 Shops auf weltweit 2112 Läden. Konzernweit kam Inditex einschließlich Läden wie Zara Home, Stradivarius und Pull&Bear auf 7448 Shops, ein Plus von 63 Filialen.

In einigen Zara-Läden will der Inditex-Konzern mit Neuerungen wie virtueller Realität punkten. Per App können Kunden auf ihrem Handy Models anzeigen lassen, die als Hologramm scheinbar im Laden auftauchen und Kleidung vorführen. In einem Shop in Großbritannien händigen Roboterarme Kunden vorab im Internet bestellte Ware aus.

Zwei Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr

Bei Inditex stand nun im ersten Geschäftsquartal von Februar bis April unterm Strich ein Gewinn von 668 Millionen Euro - zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch im laufenden Geschäft blieb trotz des starken Euro überraschend mehr Gewinn übrig.

Der Umsatz wuchs zwar mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro nicht so stark wie gedacht. Das lag aber an ungünstigen Wechselkursen. In Landeswährungen kletterten die Erlöse um sieben Prozent. Da der Marktführer die Hälfte des Umsatzes außerhalb des Euro-Raums erzielt, ist er auch anfälliger für Währungseffekte.

In den ersten sechs Wochen des laufenden Quartals trieb der Branchenprimus die Einnahmen unter anderem mit langen Röcken und Leinenkleidern bei Zara in lokaler Währung gerechnet sogar um neun Prozent nach oben. Die Spanier können schneller als die Konkurrenten auf einige Trends reagieren, da sie einen Großteil der Waren in Europa fertigen.

Konkurrent H&M steckt in der Krise

Damit hängt Inditex den Rivalen H&M weiter ab: Seit Jahren rutscht der Konzern ab. H&M hat die Entwicklungen Richtung Onlinehandel lange Zeit verschlafen und muss nun massiv investieren. Die Schweden legen am Freitag Zahlen vor. Analysten rechnen mit einem mageren Umsatzplus von 0,5 Prozent. (Lesen Sie hiereine ausführliche Analyse zur Krise von H&M.)

Haupteigner von Inditex ist der 82-jährige Amancio Ortega, dem 59 Prozent der Anteile gehören. Der Firmengründer ist der reichste Europäer und einer der wohlhabendsten Menschen der Welt.

Im Video: Der wahre Preis der Mode

Foto: Olaf Heuser / DER SPIEGEL

cop/Reuters/dpa

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