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25.12.2012
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Stoffwechsel-Erkrankung

Forscher entdecken Gicht-Gene

Corbis

DNA-Strang (Illustration): Forscher entdeckten Sequenzabschnitte, die zu Gicht führen

Schmerzen, Deformierungen, Entzündungen: Gicht ist eine Qual. Ein internationales Forscherteam hat jetzt 28 Risikofaktoren identifiziert, die diese Volkskrankheit beeinflussen. Das Wissen kann bei der Entwicklung besserer Medikamente helfen.

Hamburg - Dass Gicht in vielen Fällen erblich bedingt sein kann, ist bekannt. Die Störung des Harnstoffwechsels führt dazu, dass zu viel Harnsäure im Körper bleibt und schmerzhafte Entzündungen an den Gelenken auslöst. Auch die Nieren können geschädigt werden. Nun haben Wissenschaftler zahlreiche Gicht-Gene entdeckt, wie sie im Fachmagazin "Nature Genetics" berichten.

Die identifizierten Gen-Varianten gingen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel einher und beeinflussten somit das Entstehen von , wie Anna Köttgen vom Universitätsklinikum Freiburg erläuterte. An der veröffentlichten Studie war ein internationales Team aus mehr als 220 Forschern beteiligt. Sie werteten das Erbgut von rund 140.000 Menschen weltweit aus.

Auf Basis der 28 identifizierten Risikofaktoren sei beispielsweise ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen als Ausgangspunkt für neue Arzneien oder für eine bessere Vorbeugung von Gicht möglich, sagte Köttgen. "Das Problem ist, dass man mit bestehenden Medikamenten die Harnsäurespiegel oft nur unzureichend absenken kann oder die Medikamente Nebenwirkungen haben."

Wissenschaftler wollen bessere Medikamente entwickeln

Die Wissenschaftler wollen nun die molekularen Mechanismen besser verstehen lernen, die dem erhöhten genetischen Risiko für Gicht zugrunde liegen. Außerdem wollen sie untersuchen, ob sich die genetischen Informationen nutzen lassen, um die Wahrscheinlichkeit für eine Gichterkrankung besser vorherzusagen.

Der Harnsäurespiegel lässt nicht nur durch Medikamente absenken, auch eine purinarme Ernährung fördert den Abbau. Purine sind wichtige Bausteine der Nukleinsäuren, aus denen sich die menschliche und tierische Erbsubstanz, die DNS, zusammensetzt. Sie werden als Harnsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Zu viel Purin im Körper fördert Gichtanfälle. Daher raten Ärzte den Patienten: wenig Fleisch essen und Alkohol meiden - auch an Festtagen.

In Deutschland ist eine purinreiche Nahrungsaufnahme normalerweise nicht Auslöser von Gicht. Sie ist, in Verbindung mit einem der anderen verbleibenden drei Ursachen (Verminderung der Harnsäureausscheidung, vermehrter Abbau körpereigener Zellen oder vermehrte körpereigene Herstellung von Harnsäure), eher als zusätzlicher Faktor zu betrachten.

Extrem heftige Schmerzattacken prägen den Beginn der Erkrankung und ohne geeignete Therapie auch den weiteren Verlauf. Nach Angaben der Deutschen Gicht-Liga handelt es sich bei dem Leiden um eine Volkskrankheit in Industrieländern. In Deutschland sind demnach 2,8 Prozent der Männer und 0,4 Prozent der Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren betroffen.

In die jetzt veröffentlichte Untersuchung des Global Urate Genetics Consortiums (GUGC) flossen die Daten von über 70 Einzelstudien aus Europa, den USA, Japan und Australien ein.

nik/dpa

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Das Erbgut

Genom
Das Genom bezeichnet das gesamte Erbgut eines Organismus. Außer bei einigen Viren besteht es immer aus DNA (Desoxyribonukleinsäure). Das Genom beinhaltet den Bauplan für die Produktion sämtlicher Proteine (Eiweißmoleküle), die ein Organismus zum Leben benötigt. Ein Gen ist ein Sequenzabschnitt auf dem Genom und beinhaltet die Erbinformation für ein Protein. Die einzelnen Bausteine der DNA sind vier verschiedene sogenannte Nukleinsäuren: A, C, T und G.
Messenger-RNA (mRNA)
Die mRNA ist eine Art Genabschrift oder Blaupause der DNA. Nur die mRNA kann von den Proteinfabriken der Zellen, den sogenannten Ribosomen gelesen werden. Sie gibt ihnen vor, in welcher Reihenfolge Aminosäuren - die Bausteine von Proteinen - für das jeweilige Protein zu verknüpfen sind.
Codon
Ein Codon ist eine Folge von drei Bausteinen (Nukleotiden oder Basen) der DNA und analog auch der mRNA. Ein Codon steht für eine bestimmte Aminosäure oder als Stoppsignal, welches das Ende einer Bauanweisung für ein Protein kennzeichnet.
Genetischer Code
Der genetische Code ist die Zuordnung der Basen-Dreiergruppen und der Aminosäuren. Da vier verschiedene Basen zur Auswahl stehen, umfasst der genetische Code insgesamt 64 Codons. Für die meisten Aminosäuren gibt es daher mehr als ein Codon. So stehen beispielsweise die Codons CAG und CAA für die gleiche Aminosäure, die Glutaminsäure.
Transfer-RNA (tRNA)
Die tRNAs übernehmen eine Adapterfunktion beim Bau der Proteine: Jede tRNA hat auf der einen Seite jeweils ein sogenanntes Anticodon, das passend zum Codon auf der mRNA ist. Auf der anderen Seite ist sie mit der zugehörigen Aminosäure beladen. Auf diese Weise wird der genetische Code auf der mRNA abgelesen und in die entsprechende Aminosäurekette zum Protein verwandelt. Dieser Prozess geschieht in den Ribosomen.

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