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15.05.2012
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Früheste Wandkunst in Frankreich

37.000 Jahre alte Höhlenmalerei entdeckt

Archäologie: 37.000 Jahre alte Höhlenmalereien in Südfrankreich entdeckt
Fotos
dapd/ PNAS/ White et al.

Die Uralt-Graffitis lassen Forscher jubeln. Archäologen haben in Südfrankreich die womöglich ältesten Höhlenzeichnungen überhaupt entdeckt. Es handelt sich vor allem um Darstellungen des weiblichen Geschlechts.

Hamburg - Dass der Mensch gern Dinge an Wände schreibt und malt, und dass er dafür gern erotische Begriffe oder Motive wählt, ist bekannt. Tatsächlich hat dieser Brauch eine längere Tradition als bislang gedacht: Bei den mit 37.000 Jahren möglicherweise ältesten "Graffiti" der Welt, die ein internationales Forscherteam in Südfrankreich entdeckte, fanden sich in erster Linie Abbildungen der Vulva, wie die Forscher um Randall White (New York University) in der jüngsten Ausgabe des Magazins "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") berichten.

"Diese Kunst scheint etwas älter zu sein als die berühmten Malereien der Chauvet-Höhle im Südosten Frankreichs", sagt der Anthropologe White.

Die Wissenschaftler waren 2007 im Dordogne-Tal nahe dem Ort Abri Castanet auf den 1,5 Tonnen schweren Gesteinsbrocken aufmerksam geworden. Der Brocken muss Rentierjägern einst als Wetterschutz gedient haben, sagt White. Als er aus dem Felsen brach, fiel er so zu Boden, dass die Unterseite mit den Malereien optimal konserviert wurde.

Stück für Stück haben die Archäologen seither den Stein abgetragen, die Schicht mit den Zeichnungen geborgen und analysiert. Die eingeritzten Bilder an der mit Ockerfarbe bemalten Fläche zeigen unter anderem eine unvollendete Tierfigur bestehend aus Kopf, Vorderbeinen und Bauch. "Das Hinterende dieser vielleicht einen Bison darstellenden Figur wurde offenbar nicht mehr fertig gemalt", sagt White. Neben der Tierfigur findet sich eine ovale Form, die die Forscher als Darstellung des weiblichen Geschlechtsteils, der Vulva, deuten.

Solche Vulva-Abbildungen seien durchaus typisch für diese Zeit und Region. Bei der 15 Jahre dauernden Untersuchung fanden die Anthropologen aus Knochen gefertigte Werkzeuge und Waffen.

Da die Gravuren die Unterseite des Kalksteinblocks zierten, gehen die Forscher davon aus, dass die Rentierjäger die Decke ihrer Felsbehausung bemalt haben müssen. Ihren Messungen nach war die Höhle vor ihrem Einsturz etwa zwei Meter hoch. Damit sei die Decke gerade noch niedrig genug, um von den Rentierjägern mit ausgestreckten Armen erreicht zu werden, sagen die Forscher.

Kohlenstoffdatierung belegt Alter der Malerei

"Im Gegensatz zu den bekannten Gemälden in der Grotte Chauvet, die tief unter der Erde und damit fern von den Lebensräumen der damaligen Menschen lagen, waren diese Malereien in der Nähe ihrer Feuerstellen oder Werkstätten entstanden - und damit in Verbindung mit dem alltäglichen Leben", erklärt White. Darauf deuteten die begleitenden Funde von Schmuck und Alltagsgegenständen hin. White schloss aus den Funden: "Frühe Menschen funktionierten mehr oder weniger wie die Menschen heute".

Dass die Malereien rund 37.000 Jahren alt sind, konnten die Wissenschaftler an zweierlei Befunden festmachen. Zunächst wiesen sie mit Hilfe der Radiokohlenstoffdatierung nach, dass die Oberfläche der Höhlendecke und der ehemalige Höhlenboden diesem Alter entsprechen. Zudem hatten die Archäologen die bemalte Unterseite des Steinblocks direkt auf dem Höhlenboden gefunden - ohne Zwischenschichten, die sich im Laufe der Zeit hätten ablagern können. Das deute darauf hin, dass die Höhle bereits kurze Zeit nach dem Bemalen eingestürzt sein müsse, sagen die Forscher. Die Rentierjäger seien vor 37.000 Jahren daher vermutlich die letzten Besucher der Höhle gewesen.

Die zuvor ältesten bekannten Höhlenmalereien der Grotte Chauvet werden auf 30.000 bis 32.500 Jahre datiert. Damit sind sie rund 5000 Jahre jünger als die Neuentdeckung in der Dordogne. Die eingestürzte Höhle Abri Castanet gilt bereits seit langem als eine wichtige Ausgrabungsstätte in Europa. In den vergangenen 15 Jahren haben Archäologen dort Hunderte von Schmuckstücken wie durchbohrte Tierzähne und Muscheln oder sogar geschliffene Perlen ausgegraben.

nik/dpa/dapd

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insgesamt 10 Beiträge
1. Grammatik
lune 15.05.2012
Einfach schwach ist es, wenn Journalisten ihre Sprache nicht beherrschen und offensichtlich auch nach Stunden weder meinen Kommentar dazu veröffentlichen noch den peinlichen Fehler korrigieren. "Nahe" erfordert den [...]
Einfach schwach ist es, wenn Journalisten ihre Sprache nicht beherrschen und offensichtlich auch nach Stunden weder meinen Kommentar dazu veröffentlichen noch den peinlichen Fehler korrigieren. "Nahe" erfordert den Dativ, nicht den Genitiv ! (Bildunterschrift, erstes Bild)
2.
review 15.05.2012
Hätten Sie auch noch etwas zum Artikel zu sagen oder beschränkt sich Ihr Interesse an den Foren auf Ihre vermeintliche Rechtschreibungskompetenz? SPON ist ein Nachrichtenportal und kein Seminar für Möchtegerngermanisten.
Zitat von luneEinfach schwach ist es, wenn Journalisten ihre Sprache nicht beherrschen und offensichtlich auch nach Stunden weder meinen Kommentar dazu veröffentlichen noch den peinlichen Fehler korrigieren. "Nahe" erfordert den Dativ, nicht den Genitiv ! (Bildunterschrift, erstes Bild)
Hätten Sie auch noch etwas zum Artikel zu sagen oder beschränkt sich Ihr Interesse an den Foren auf Ihre vermeintliche Rechtschreibungskompetenz? SPON ist ein Nachrichtenportal und kein Seminar für Möchtegerngermanisten.
3. Na ja...
artusdanielhoerfeld 15.05.2012
...wer die in Rede stehende Ritzzeichnung als "Vulva" erkennen will, hat wohl lange keine mehr aus der Nähe gesehen...
Zitat von sysopDie Uralt-Graffitis lassen Forscher jubeln. Archäologen haben in Südfrankreich die womöglich ältesten Höhlenzeichnungen überhaupt entdeckt. Es handelt sich vor allem um Darstellungen des weiblichen Geschlechts. Uralte Höhlenmalerei in Frankreich entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,833093,00.html)
...wer die in Rede stehende Ritzzeichnung als "Vulva" erkennen will, hat wohl lange keine mehr aus der Nähe gesehen...
4.
Olaf 15.05.2012
So ist und bleibt die Erotik ein wesentlicher Motor der darstellenden Kunst seit 37.000 Jahren und führte über Höhlenmalerei, Bildhauerei, Videorekorder, Pay-TV bis zum Internet.
Zitat von sysopDie Uralt-Graffitis lassen Forscher jubeln. Archäologen haben in Südfrankreich die womöglich ältesten Höhlenzeichnungen überhaupt entdeckt. Es handelt sich vor allem um Darstellungen des weiblichen Geschlechts. Uralte Höhlenmalerei in Frankreich entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,833093,00.html)
So ist und bleibt die Erotik ein wesentlicher Motor der darstellenden Kunst seit 37.000 Jahren und führte über Höhlenmalerei, Bildhauerei, Videorekorder, Pay-TV bis zum Internet.
5. Pillepalle
albert schulz 15.05.2012
Tolle Sache, auch wenn keine Gründe angegeben werden, außer daß da wohl jemand gehaust haben muß. Eigentlich hat man schon länger vermutet, daß der homo sapiens sich in den 150.000 Jahren seines Bestehens kaum verändert hat. [...]
Zitat von sysopWhite schloss aus den Funden: "Frühe Menschen funktionierten mehr oder weniger wie die Menschen heute".
Tolle Sache, auch wenn keine Gründe angegeben werden, außer daß da wohl jemand gehaust haben muß. Eigentlich hat man schon länger vermutet, daß der homo sapiens sich in den 150.000 Jahren seines Bestehens kaum verändert hat. Oder daß er sich jemals ändern wird. Mindestens fünf wenn nicht zehntausend Jahre älter ist die Venus vom Hohlefels, die weltweit älteste gesicherte plastische Darstellung eines Menschen, natürlich aus dem Schwäbischen, dem ersten bekannten Kulturraum des Menschen, bis heute führend in allen kulturellen Belangen, insbesondere sprachlichen Feinheiten. Und Kultur ist zuerst immer Pornographie. Jedenfalls scheinen die Archäologen davon überzeugt zu sein, die eine Vulva nach der anderen entdecken, wobei sich häufig herausstellt, daß die Kratzereien entweder natürlich entstanden sind oder aus Versehen. Daß auf den Photos nicht einmal eine entfernte Ähnlichkeit mit einer Vulva zu entdecken ist, sollte man allerdings nicht nur der sexuellen Verrohtheit der Archäologen anlasten. Da haben die Bildagenturen einfach den falschen Photographen hingeschickt. Vermutlich wieder mal gespart.

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