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11.07.2012
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Suche nach Atommüllendlager

Die verflixten zehn Prozent

Erkundungsbergwerk Gorleben (im Juli 2012): "Überflüssig wie ein Kropf"
DPA

Erkundungsbergwerk Gorleben (im Juli 2012): "Überflüssig wie ein Kropf"

Alle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen.

Nach jahrzehntelangen Grabenkämpfen sah es zwischenzeitlich überraschend gut aus: Am 1. März trat der damalige Umweltminister Norbert Röttgen vor die Presse und verkündete stolz, 90 Prozent eines Entwurfs für ein Gesetz zur Suche nach einem Atommüllendlager seien fertig. Danach gab es noch ein weiteres Treffen - und dann war Röttgen seinen Job los.

Und die fehlenden zehn Prozent des geplanten Gesetzes haben es offenbar in sich. Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für einige Verwirrung in Berlin.

Nach Medienberichten hatte der neue Ressortchef Peter Altmaier vergangene Woche SPD-Chef Sigmar Gabriel und den grünen Fraktionschef Jürgen Trittin in seine Wohnung eingeladen, um die Fragen zu erörtern. Die drei bewahrten danach Stillschweigen. Der angebliche Gesetzentwurf, über den nun am Mittwoch berichtet wurde, ist datiert vom 13. Juni - stammt also aus der Zeit vor diesem Treffen. Er ist also möglicherweise überholt.

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In dem 25-seitigen Text wird unter anderem die Schaffung eines Bundesamtes für kerntechnische Sicherheit gefordert, das federführend für die Suche nach einer Deponie für den hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken sein soll. Die Auswahl eines geeigneten Standorts für ein Endlager solle bis zum Jahr 2027 abgeschlossen werden. Die dadurch entstehenden Kosten würden auf etwa zwei Milliarden Euro veranschlagt.

Teilnehmer der Bund-Länder-Gespräche kennen den Entwurf nach eigenem Bekunden nicht. Ein Sprecher des Umweltministeriums erklärte, das zitierte Papier sei nicht Grundlage der laufenden Sondierungsgespräche. Offiziell hätten die Verhandlungen mit der Opposition noch gar nicht wieder begonnen.

Greenpeace, der BUND und die SPD-Umweltexperten Ute Vogt und Matthias Miersch beklagten mangelnde Transparenz. Die Verhandlungslage ist in der Tat unübersichtlich. Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne), die die rot-grünen Länder beim Endlagerthema koordiniert, forderte von Altmaier dringend ein neues Treffen. Der Minister kündigte wiederum an, in den nächsten Wochen nach Gorleben zu fahren, in der Asse war er ja schon.

Erst nach dem Besuch wolle er ein neues Spitzengespräch mit der Opposition führen, sagte Altmaier der "Passauer Neuen Presse". Die breite parlamentarische Mehrheit soll dafür sorgen, dass die Jahre beanspruchende Endlagersuche auch bei neuen Mehrheiten im Bundestag nicht ins Stocken kommt.

Es gibt bei den Gesprächen zwei große Knackpunkte:

Zu diskutieren ist also noch einiges zwischen Regierung und Opposition. Die SPD-Umweltpolitiker Ute Vogt und Matthias Miersch erklärten trotzdem: "Wir trauen uns zu, noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zustande zu bringen." Nötig sei aber eine gründliche Diskussion. Die Regierung dürfe nicht versuchen, das Gesetz im "Hauruckverfahren" durchzubringen.

chs/dpa/Reures/AFP

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insgesamt 55 Beiträge
1. Schaut auf die Schweiz
Krisse 11.07.2012
Die Schweizer haben sich bereits vor einigen jahren dem Problem gestellt und bei der Auswahl geeigneter Standorte frühzeitig die Bevölkerung eingebunden. So kamen mehrere Standorte in die Auswahl, die dortige Bevölkerung wurde [...]
Die Schweizer haben sich bereits vor einigen jahren dem Problem gestellt und bei der Auswahl geeigneter Standorte frühzeitig die Bevölkerung eingebunden. So kamen mehrere Standorte in die Auswahl, die dortige Bevölkerung wurde aktiv mit eingebunden, es gibt Kriterien, die nach dem besten, und nicht nach dem politisch am einfachsten durchzusetzenden Ort suchen und die betroffene Region soll durch finanzielle Unterstützung gefördert werden. Ausgedacht haben sich das System übrigens die Grünen schon in den neunziger Jahren als Alternative für das Gemauschel um Gorleben unter Kohl. Unter Rot-Grün lagen die Pläne dann allerdings auf Eis und seit dem hat sich nicht mehr getan, als dass bis Fukushima weiter Fakten in Gorleben geschaffen wurden. Der jetzige Plan ergebnisoffen zu suchen ist trotz der Differenzen und der Frage nach der Zuteilung der Kompetenzen auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die EU uns mit einem Messer im Nacken sitzt, weil alle EU-Staaten bis 2015 eine Gesetzgebung haben sollen, welche das Verfahren mit hochradioaktivem Müll regeln soll.
2. Ohmann
Layer_8 11.07.2012
Schießt das Zeug doch endlich in die Sonne! Entweder 500.000 Jahre "minimiertes" Dauerrisiko auf Erden, oder in 10 Jahren ist alles zu solarem Plasma mutiert. Falls mal eine Rakete abstürzt, nun, in den 1950er [...]
Zitat von sysopAlle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen. Gorleben und co.: Debatte um Gesetzentwurf zur Endlagersuche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,843878,00.html)
Schießt das Zeug doch endlich in die Sonne! Entweder 500.000 Jahre "minimiertes" Dauerrisiko auf Erden, oder in 10 Jahren ist alles zu solarem Plasma mutiert. Falls mal eine Rakete abstürzt, nun, in den 1950er Jahren wurde vielmehr "antropogene" Sch*ße durch Wasserstoffbomben freigesetzt als bei einer potenziell abgestürzten Atommüllrakete. Risikoabwägung!
3. So einfach ist es nicht.
Krisse 11.07.2012
Wir reden von etwa 320.000 Tonnen hochradioaktivem Atommüll (Stand 2012) und jährlich kommen ca. 12.000 Tonnen hinzu. Die stärkste Trägerrakete, die im Moment entwickelt wird, könnte bis zu 40 Tonnen Nutzlast tragen. Das [...]
Zitat von Layer_8Schießt das Zeug doch endlich in die Sonne! Entweder 500.000 Jahre "minimiertes" Dauerrisiko auf Erden, oder in 10 Jahren ist alles zu solarem Plasma mutiert. Falls mal eine Rakete abstürzt, nun, in den 1950er Jahren wurde vielmehr "antropogene" Sch*ße durch Wasserstoffbomben freigesetzt als bei einer potenziell abgestürzten Atommüllrakete. Risikoabwägung!
Wir reden von etwa 320.000 Tonnen hochradioaktivem Atommüll (Stand 2012) und jährlich kommen ca. 12.000 Tonnen hinzu. Die stärkste Trägerrakete, die im Moment entwickelt wird, könnte bis zu 40 Tonnen Nutzlast tragen. Das wären 8.000 Raketenstarts nur für den Müll bis heute. Und jetzt kommen drei Probleme: 1. Selbst moderne Raketen haben nur eine Wahrscheinlichkeit von ca. 95%, dass sie so funktionieren, wie sie sollen. Das bedeutet, dass wir mit vierhundert Abstürzen rechnen müssten. 2. Um den Müll sicher aus der Umlaufbahn zu bekommen müssen wir ihn gut verpacken insbesondere wegen der Gefahr von Abstürzen. Ein Castorbehälter wiegt zwischen 114 und 125 Tonnen und enthält vielleicht 20-40 Tonnen Müll, der ist so verpackt, dass er Zugunglücke aushält. Eine Explosion einer Rakete oder den Sturz aus extremer Höhe nicht. Das Gewicht würde die Zahl der Raketenstarts vervielfachen. 3. Haben wir einen internationalen Vertrag, welcher die Entsorgung von Müll in den Weltraum verbietet - und das nicht ohne Grund.
4.
no-panic 11.07.2012
Was wir sicher nicht brauchen, ist eine neue Behörde für die Lagersuche. Nehmen wir die Fachleute aus den bestehenden Ministerien und Bundesämtern und führen diese in einem dem Umweltministerium unterstellten Ausschuß zusammen. [...]
Zitat von sysopAlle Seiten signalisieren Kompromissbereitschaft - doch die Verhandlungen sind zäh: Wie sieht das Gesetz aus, mit dem ein Endlager für den deutschen Atommüll gesucht wird? Am Mittwoch sorgte nun ein angeblicher Entwurf für Debatten. Darin wird eine neue Behörde vorgeschlagen. Gorleben und co.: Debatte um Gesetzentwurf zur Endlagersuche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,843878,00.html)
Was wir sicher nicht brauchen, ist eine neue Behörde für die Lagersuche. Nehmen wir die Fachleute aus den bestehenden Ministerien und Bundesämtern und führen diese in einem dem Umweltministerium unterstellten Ausschuß zusammen. Der Ausschuß legt mögliche Standorte fest, die Bevölkerung wird von Anfang an eingebunden und ohne wenn und aber informiert. Gorleben ist nicht geeignet, zuviele geologische Faktoren sprechen dagegen. Die Suche muss neu beginnen, die Regionen für mögliche Lager sind bekannt. Die Rückholbarkeit muss dabei gewährleistet sein, weil niemand einen so langen Zeitraum überblicken, geschweige denn eine Gefährdung ausschließen kann. Es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, also müssen parteipolitische Taktierereien ausbleiben, man kann nur an die Vernunft der Beteiligten appellieren! MfG np
5. Ha
sigmaplus 11.07.2012
Muehleberg-1 , dann ist die Schweiz futschi ;)
Muehleberg-1 , dann ist die Schweiz futschi ;)

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