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Ausgegraben
02.12.2012
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Ausgegraben - Neues aus der Archäologie

Papst-Söldner den falschen Fuß amputiert

Von Angelika Franz

Die Exhumierung des Leichnams eines Medici-Abkömmlings verwirrt: Im Krieg soll "della Bande Nere" ein Bein verloren haben, doch seinem Skelett fehlte lediglich ein Fuß. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Die Wiege des Weins und eine muschelbewachsene Hellcat-Höllenkatze.

Was geschah mit Giovanni dalle Bande Nere? Der Medici-Sproß, so berichten die Quellen, starb im Jahr 1526, nachdem sich die Wunde einer Beinamputation entzündet hatte. Das Bein musste angeblich amputiert werden, weil ihn während einer Schlacht eine Kanonenkugel schwer verletzte. Doch eine Exhumierung des Leichnams macht jetzt diese Version der Geschichte unglaubwürdig. Denn die Ausgräber fanden das Skelett komplett mit beiden Beinen - statt dessen war nur ein Fuß amputiert. Es hätte medizinisch keinen Sinn gemacht, nach einer Beinverletzung wie in den Quellen beschrieben, lediglich den Fuß zu amputieren. "Warum tat der Arzt das?" fragt Marco Ferri von den Florentiner Museen im Interview mit der Wissenschaftsplattform LiveScience.

"Entweder war er kein guter Arzt oder die Überlieferung der damaligen Ereignisse ist nicht korrekt." Die Quellen sind jedoch ziemlich explizit. Sie berichten zum Beispiel, dass bei der Amputation zehn Männer nötig waren, um Giovanni still zu halten, während der Chirurg Abramo ihm das Bein absägte. Giovannis Knochen liegen mit denen seiner Frau Maria Salviati in Zinksärgen in der Krypta der Medici Kapelle in Florenz bestattet. Der Medici wurde im Jahr 1498 geboren und führte ein bewegtes Leben. Aus seiner Familie gingen drei Päpste und zwei Königinnen von Frankreich hervor. Giovanni verdingte sich als Söldner für seinen Verwandten Papst Leo X. Als dieser starb, ließ er sich schwarze Bänder an seine Uniform nähen, was ihm seinen Spitznamen "della Bande Nere" einbrachte.

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insgesamt 6 Beiträge
1. An der Türkei führt eben kein Weg vorbei...
spon-facebook-10000425842 02.12.2012
Und am Türkischlernen auch nicht, lieber Autor, denn es heisst mitnichten "Okuzgozu", sondern "Öküzgözü". Und das wiederum heisst "Ochsenauge".
Und am Türkischlernen auch nicht, lieber Autor, denn es heisst mitnichten "Okuzgozu", sondern "Öküzgözü". Und das wiederum heisst "Ochsenauge".
2. Nett, aber falsch
Mogamboguru 02.12.2012
Frau Franz schreibt im Abschnitt über die Hellcat: "Dazu gehörten auch die Maschinen des mysteriösen "Lost Patrol" Fluges 19, die bei einer Übung in der Nähe von Fort Lauderdale verloren ging (Sic!). Nicht nur das [...]
Frau Franz schreibt im Abschnitt über die Hellcat: "Dazu gehörten auch die Maschinen des mysteriösen "Lost Patrol" Fluges 19, die bei einer Übung in der Nähe von Fort Lauderdale verloren ging (Sic!). Nicht nur das Flugzeug, sondern auch der Suchtrupp, der anschließend ausgeschickt wurde, verschwanden spurlos." Sorry, knapp vorbei. Die Machinen des "Flight 19" waren dreisitzige Torpedobomber des Typs Grumman TBF-3 Avenger, und keine einsitzigen Jagdflugzeuge F6F Hellcat. Der Suchtrupp ging auch nicht spurlos verloren. Das Flugboot, das bei der Suche nach der vermissten Avenger-Staffel verschwand, war eine Martin PBM Mariner. Die Mariner galt als fliegendes Benzinfass mit einer Flugdauer bis zu 24 Stunden. Das Flugzeug war allerdings berücktigt dafür, dass Benzindämpfe aus den riesigen Tanks sich entzünden konnten. Darum trug sie auch den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Flying Lighter" - fliegendes Feuerzeug. genau zu der Zeit, als der Funkkontakt zu der Martin Mars abbrach, berichtete ein amerikanisches Patroullienboot, dass es in der Ferne eine große Explosion am Nachthimmel gesehen habe. Wer 1 und 1 zusammenzählt, kommt also sofort darauf, dass die Martin Mars nicht etwa spurlos verschwand, wie die Anhänger des Bermuda-Dreieck-Mythos heute immer noch gerne behaupten - sondern dass die Mars einfach das Opfer ihrer undichten Benzintanks und einer Zigarette wurde. Sorry. Hier irrte die Autorin. Aber ansonsten finde ich diese sonntäglichen Zusammenfassungen aus der Welt der Archäologie sehr informativ.
3. Anmerkung ...
hydrocotyle 02.12.2012
Hallo, auch nicht ganz korrekt, sondern: TB*M*-1Cs (General Motors, baugleich mit Grumman TBF-1C): # 45714 - Kennung "FT-3" # 46094 - Kennung "FT-36" # 46325 - Kennung "FT-81" # 73209 - [...]
Zitat von MogamboguruFrau Franz schreibt im Abschnitt über die Hellcat: "Dazu gehörten auch die Maschinen des mysteriösen "Lost Patrol" Fluges 19, die bei einer Übung in der Nähe von Fort Lauderdale verloren ging (Sic!). Nicht nur das Flugzeug, sondern auch der Suchtrupp, der anschließend ausgeschickt wurde, verschwanden spurlos." Sorry, knapp vorbei. Die Machinen des "Flight 19" waren dreisitzige Torpedobomber des Typs Grumman *TBF-3 Avenger*, und keine einsitzigen Jagdflugzeuge F6F Hellcat. Der Suchtrupp ging auch nicht spurlos verloren. Das Flugboot, das bei der Suche nach der vermissten Avenger-Staffel verschwand, war eine *Martin PBM Mariner*. Die Mariner galt als fliegendes Benzinfass mit einer Flugdauer bis zu 24 Stunden. Das Flugzeug war allerdings berücktigt dafür, dass Benzindämpfe aus den riesigen Tanks sich entzünden konnten. Darum trug sie auch den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Flying Lighter" - fliegendes Feuerzeug. genau zu der Zeit, als der Funkkontakt zu der *Martin Mars* abbrach, berichtete ein amerikanisches Patroullienboot, dass es in der Ferne eine große Explosion am Nachthimmel gesehen habe. Wer 1 und 1 zusammenzählt, kommt also sofort darauf, dass die *Martin Mars* nicht etwa spurlos verschwand, wie die Anhänger des Bermuda-Dreieck-Mythos heute immer noch gerne behaupten - sondern dass die Mars einfach das Opfer ihrer undichten Benzintanks und einer Zigarette wurde. (...)
Hallo, auch nicht ganz korrekt, sondern: TB*M*-1Cs (General Motors, baugleich mit Grumman TBF-1C): # 45714 - Kennung "FT-3" # 46094 - Kennung "FT-36" # 46325 - Kennung "FT-81" # 73209 - Kennung "FT-117" TB*M*-3 (General Motors, überarbeitete GM TBM-1C): # 23307 - Kennung "FT-28" TB*F*-3 hat es nach Baulosen so wohl nicht gegeben (bei Grumman gestrichen). Einfach mal nach den Baulosen schauen ... Bei Ihrer "Mars" handelt es sich wohl nur um eine Verwechslung mit der zuvor korrekt genannten Martin PBM-5 Mariner (# 59225) "im Eifer des Tippens" ...
4. Korrektur:
hydrocotyle 02.12.2012
Bei der # 46094 - Kennung "FT-36" scheint es sich nach der Baunummer um eine TBM-1E (GM-Umbau einer GM TBM-1 zu handeln).
Bei der # 46094 - Kennung "FT-36" scheint es sich nach der Baunummer um eine TBM-1E (GM-Umbau einer GM TBM-1 zu handeln).
5. Nachtrag:
hydrocotyle 02.12.2012
Und bevor auch noch darüber eine Diskussion ausbricht: Eastern Aircraft (Lizenznehmer von Grumman) in North Tarrytown (eig. Sleepy Hollow) gehört(e) zu General Motors: G.M. Assembly Division, Tarrytown, New York.
Und bevor auch noch darüber eine Diskussion ausbricht: Eastern Aircraft (Lizenznehmer von Grumman) in North Tarrytown (eig. Sleepy Hollow) gehört(e) zu General Motors: G.M. Assembly Division, Tarrytown, New York.

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