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13.12.2012
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Frühe Bauern

Käse aus der Jungsteinzeit

dpa

Käse (Archiv): Schon die frühen Bauern in der Steinzeit machten aus Milch Käse

Käseherstellung hat eine lange Tradition: Offenbar wussten schon die Menschen in der frühen Jungsteinzeit vor 7500 Jahren, wie sich Milch zu Käse machen lässt. Sie verwendeten ähnliche Gefäße wie heute.

Bristol - Gouda, Mozzarella, Parmesan und Roquefort - heute gibt es Käse in allen möglichen Ausführungen. Wann der Mensch allerdings anfing, das Milchprodukt herzustellen, stellt Forscher vor Rätsel. Bereits in der frühen Jungsteinzeit hielten sich die Menschen Vieh - etwa Ziegen. Doch nutzten sie diese auch zur Käseherstellung?

Ein internationales Forscherteam untersuchte jetzt Fettsäuren, die an alten Keramikgefäßen hingen. Ihr Ergebnis: Schon die ersten Bauern in Europa entdeckten, wie man Milch weiterverarbeitet.

Das habe den Menschen vor 7500 Jahren gleich mehrere Vorteile gebracht: "Wir wissen, dass zu jener Zeit die meisten Menschen keine Laktose vertrugen. Die Herstellung von Käse ist eine besonders effiziente Methode, die Nahrungsstoffe der Milch zu nutzen, ohne durch die Laktose krank zu werden", erklärt Peter Bogucki von der Princeton Universität in den USA. Bei der Käseherstellung wird ein großer Teil der Laktose mit der Molke abgetrennt.

Zudem konnten die Menschen über den Käse ihren Nährstoffbedarf decken, ohne ihre wertvollen Tiere schlachten zu müssen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Insgesamt untersuchten sie die Zusammensetzung von fettartigen Rückständen aus 60 Scherben, die von 34 Siebgefäßen stammten. Zudem verglichen die Wissenschaftler das Profil der Fettsäuren und ihrer Verbindungen mit dem aus anderen Gefäßen wie beispielsweise Kochtöpfen, Schüsseln und flaschenartigen Flakons aus der gleichen Zeit.

Entdeckt worden waren die Siebgefäße im nordpolnischen Kujawien bereits bei einer archäologischen Grabung vor einigen Jahrzehnten. Schon in den frühen achtziger Jahren begannen Forscher zu mutmaßen, dass sie von Gefäßen stammten, die ursprünglich für die Käseherstellung genutzt worden waren: Sie sind durchzogen von zwei bis drei Millimeter großen Löchern und bilden schüsselartige, sich zum Boden hin verjüngende Formen. Ähnliche Behältnisse werden auch heute noch in der Käserei eingesetzt, um den Käsebruch nach der Gerinnung von der wässrigen Molke zu trennen.

jme/dpa/dapd

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