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Ausgegraben
27.01.2013
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Ausgegraben - Neues aus der Archäologie

Auf der Spur der Roten Königin

Von Angelika Franz

Ihr Leichnam ist üppig mit roter Farbe verziert: Zweifellos war die "Rote Königin" von Palenque eine wichtige Persönlichkeit. Jetzt haben Archäologen ihre Identität herausgefunden. Außerdem im Wochenrückblick: reiselustige Süßkartoffeln - und die Überreste eines schaurigen Tumors.

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Maya-Adlige: Rätsel der "Roten Königin" gelöst
Wer war die "Rote Königin" von Palenque? Um diese Frage zu klären, untersucht eine Gruppe von Archäologen und Biologen die DNA der Frau, die vor mehr als 1300 Jahren in der Maya-Stadt bestattet und üppig mit roter Farbe dekoriert wurde. War sie die Frau eines Herrschers? Gar die Frau von Pakal, der 68 Jahre lang die Geschicke der Stadt lenkte? Oder seine Mutter Muwaan Mat, die übergangsweise die Regierungsgeschäfte führte, bis Pakal am 29. Juli 615 mit zwölf Jahren alt genug war, den Thron zu besteigen?

Im vergangenen Jahr entnahmen Forscher eine Probe aus einem der Rückenwirbel, bevor die Überreste der Roten Königin wieder in das im mexikanischen Bundesstaat Chiapas gelegene Palenque zurückgebracht wurden. Aus dem Kollagen im Rückenwirbel konnte Javiera Cervini von der Universidad Autónoma de Madrid DNA gewinnen. Die Ergebnisse, zusammen mit einer C14-Datierung und einer Gesichtsrekonstruktion, reichten aus, um die meisten der Kandidatinnen von der Liste streichen zu können.

Übrig blieb am Ende Tz'ak-b'u Ajaw, die Frau des Pakal und Großmutter des letzten Maya-Herrschers. Sie starb im Alter von rund 60 Jahren und litt unter schwerer Osteoporose. Die Gräber der Roten Königin und Pakals sind die beiden größten und aufwendigsten Gräber in Palenque.

Forum

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insgesamt 12 Beiträge
1. ... immer wieder eine Freude ...
bewarzer-fan 27.01.2013
... 'Ausgegraben' am Wochenende zu lesen! Die Artikel vermitteln ohne großen Popanz Wissen, das man gern noch im Internet vertiefen kann. Weiter so!
... 'Ausgegraben' am Wochenende zu lesen! Die Artikel vermitteln ohne großen Popanz Wissen, das man gern noch im Internet vertiefen kann. Weiter so!
2. Gesplittertes Wissen
Ursprung 27.01.2013
Was bei diesen "skelett"-artiken Miniartikeln rueberkommt, ist, was man als Laie zunaechst keineswegs vermuten wuerde: wieviel die Wissenschaftler, aufgesplittert in Spezialistengruppen ueber Details aus fernen [...]
Zitat von sysopIhr Leichnam ist üppig mit roter Farbe verziert: Zweifellos war die "Rote Königin" von Palenque eine wichtige Persönlichkeit. Jetzt haben Archäologen ihre Identität herausgefunden. Außerdem im Wochenrückblick: reiselustige Süßkartoffeln - und die Überreste eine schaurigen Tumors Neues aus der Archäologie: Rote Königin und reisefreudige Süßkartoffel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neues-aus-der-archaeologie-rote-koenigin-und-reisefreudige-suesskartoffel-a-879662.html)
Was bei diesen "skelett"-artiken Miniartikeln rueberkommt, ist, was man als Laie zunaechst keineswegs vermuten wuerde: wieviel die Wissenschaftler, aufgesplittert in Spezialistengruppen ueber Details aus fernen vergangenen Zeiten und derzeitigem Geschehen schon alles eigentlich so weiss. Und das irgendwie ein Gesamtbild entweder nicht vorhanden oder fuer unser Hirn auch nicht aufbaubar ist. Was weiss Laie schon von der Existenz eines "Teratoms"? Aber ueber dies archaelogische Stroboskoplicht der Verfasserin erfaehrt man nebenbei, was es auch im Medizinbereich alles so fuer Merkwuerdigkeiten gibt.
3. Allgemeinbildung
scooby 27.01.2013
So ist es, frisch, kurz und nützlich, sehr interessant und fortbildend diese Artikel !!! Gerne mehr davon! Tomate= tomatl auf náhuatl Schokolade = xocoatl, chocoatl auf náhuatl Mesoamerikanische Kultur trägt auch heute noch [...]
So ist es, frisch, kurz und nützlich, sehr interessant und fortbildend diese Artikel !!! Gerne mehr davon! Tomate= tomatl auf náhuatl Schokolade = xocoatl, chocoatl auf náhuatl Mesoamerikanische Kultur trägt auch heute noch dazu bei unser tägliches Leben zu bereicher. :-) aus dieser Seite des großen Tümpels
4. Das Wort fuer Kartoffel...
georgius1 27.01.2013
... ist in der Vietnamesischen Sprache "Khoai" und wird ausgesprochen wie "quwei" wobei das "w" nur leicht angedeutet wird und das "ei" weich ausgesprochen wird. Die Polynesier kamen [...]
Zitat von sysopAußerdem gleicht das Wort, das viele polynesische Sprachen für Süßkartoffel benutzen, auffällig demjenigen der südamerikanischen *Quechua* für die Pflanze.
... ist in der Vietnamesischen Sprache "Khoai" und wird ausgesprochen wie "quwei" wobei das "w" nur leicht angedeutet wird und das "ei" weich ausgesprochen wird. Die Polynesier kamen auch ins jetzige Vietnam in die Bergregionen und sie behielten die Pfahlbauweise bei. Zwischen "Quechua" und "Khoai" liegt vermutlich nur der Pacific mit entsprechender Sprachverschleifung. Uebrigens zur normalen Kartoffel sagt der Vietnamese heute "khoai tây" wobei die zweite Silbe fuer Westen steht: khoai tây = Kartoffel aus dem Westen. Hintergrund: Die heutige Kartoffel in Vietnam soll ihren Ursprung in Irischen Saatkartoffeln haben. Gruss aus Saigon, George
5. Hallo Georgius 1
scooby 27.01.2013
Die Kartoffel, so vermutet man, kommt aus dem Inca Reich. In Peru gibt es so um die 3000 Kartoffelsorten, welche zum Teil endimisch auch nur dort gedeihen. Interessanterweise gelang die Knolle wohl auch über den Pazifik, (oder [...]
Die Kartoffel, so vermutet man, kommt aus dem Inca Reich. In Peru gibt es so um die 3000 Kartoffelsorten, welche zum Teil endimisch auch nur dort gedeihen. Interessanterweise gelang die Knolle wohl auch über den Pazifik, (oder doch durch den Umweg über Europa) was jedoch nahelegen könnte dass die früheren Kulturen zwischen Asien und Südamerika doch mehr Kontakt hatten als vermutet. Letztens las ich auch dass durch Genanalysen fesgestellt wurde dass chinesen mit Nordamerikanischen Ur Zivilisationen verwandt seien. Da kann ich mir vorstellen auch diese Analysen mit Südamerikanischen nativen Kulturen zu versuchen. Allemal, wir tappen nicht mehr im dunkeln. Es muss nur jemand das Licht anmachen. VG heute mal aus Sao Paulo nach Saigon George.

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Zur Autorin

  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet vielmehr, dass Archäologie die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
  • Homepage von Angelika Franz

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