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Ausgegraben
10.02.2013
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Ausgegraben

Die edlen Sohlen von Napoleons Schwester

Von Angelika Franz

Auch wenn sie von Zimmer zu Zimmer getragen wurde - die Schwester Napoleon Bonapartes verfügte über feinste Schuhe. Die wurden nun durch einen Zufall entdeckt. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Ein römischer Tempel in London und Pyramidenhysterie im Sudan.

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Zufallsfund: Schuhe von Napoleons Schwester entdeckt
Das Paar Schuhe, das die Museumsmitarbeiterin Louise Wilkie in einer Schublade des Museums an der University of Aberdeen fand, sieht aus, als gehöre es an Puppenfüßchen aus Porzellan. Die edlen Fußkleider aus Seide und Leder sind winzig, nur vier Zentimeter breit und knapp über 10 Zentimeter lang. Und doch gehörten sie einst wahrscheinlich einer Prinzessin aus Fleisch und Blut: Pauline Borghese, Lieblingsschwester von Napoleon Bonaparte. So ist es zumindest auf der Sohle vermerkt: "Pauline Rome" steht dort geschrieben. Und auch zu den Beschreibungen der Prinzessin passen die Schuhe hervorragend: zierlich und zart soll sie gewesen sein - so sehr, dass sie oft von Zimmer zu Zimmer getragen wurde und nicht einmal selber laufen brauchte.

Trotzdem hatte sie es faustdick hinter den Ohren. Pauline war bekannt für ihre außerehelichen Abenteuer und löste einen Skandal aus, als die nackt für den Maler Canova Modell saß. In den Besitz des Museums gelangten ihre Schuhe durch eine Schenkung des Chirurgen Robert Wilson (1787 - 1871), der eine enge Freundschaft mit der Prinzessin pflegte und womöglich auch zu ihren Liebhabern zählte. Es ist bekannt, dass die beiden viel Zeit miteinander verbrachten und die Prinzessin ihm viele Geschenke machte. Darunter ist auch ein Ring, der sich ebenfalls im Besitz des Museums befindet.

Über hundert Jahre lagen die Schuhe unbeachtet im Museum in einer Schublade mit Kleidung, wo Wilkie sie nun entdeckte.

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insgesamt 8 Beiträge
1. Totenruhe
darthmax 10.02.2013
eigentlich interessant, da wird bei Plymouth ein Versammlungsort nicht ausgegraben, um die Totentuhe nicht zu stören, woanders werden Gräber geöffnet und Gebeine untersucht. Von Ägypten bis England. Was ist jetzt Totenruhe ? [...]
eigentlich interessant, da wird bei Plymouth ein Versammlungsort nicht ausgegraben, um die Totentuhe nicht zu stören, woanders werden Gräber geöffnet und Gebeine untersucht. Von Ägypten bis England. Was ist jetzt Totenruhe ? Gibt es da Unterschiede, so eine Art Rassismus der Toten ?
2. Totenruhe
laracroft11 10.02.2013
Die Gesetze sind in jedem Land anders. Generell könnte man sagen dass Gräber auf einem Friedhof nicht aus reiner wissenschaftlicher Neugier geoeffnet werden wenn es noch lebende Verwandte gibt.
Die Gesetze sind in jedem Land anders. Generell könnte man sagen dass Gräber auf einem Friedhof nicht aus reiner wissenschaftlicher Neugier geoeffnet werden wenn es noch lebende Verwandte gibt.
3. Schuhgröße
rosalilla 10.02.2013
Bei den Schuhen der Pauline Bonaparte sind Ihnen offenbar die Maße durcheinander geraten. Schuhe in einer Länge von 10 cm (!) passen keiner noch so zierlichen Prinzessin, es sei denn, sie ist ein Baby. Sie entsprechen [...]
Bei den Schuhen der Pauline Bonaparte sind Ihnen offenbar die Maße durcheinander geraten. Schuhe in einer Länge von 10 cm (!) passen keiner noch so zierlichen Prinzessin, es sei denn, sie ist ein Baby. Sie entsprechen ungefähr einer Schuhgröße 17, die normalerweise ein Baby von maximal 6 Monaten trägt.
4. Schuhgröße Ergänzung
rosalilla 10.02.2013
Eine kleine Ergänzung zu meinem vorigen Kommentar: Auf der britischen Seite "Past Horizons" habe ich einen Artikel über die Entdeckung der Schuhe gefunden. Dort wird ihre Größe mit der britischen Größe 2 angegeben, [...]
Eine kleine Ergänzung zu meinem vorigen Kommentar: Auf der britischen Seite "Past Horizons" habe ich einen Artikel über die Entdeckung der Schuhe gefunden. Dort wird ihre Größe mit der britischen Größe 2 angegeben, was ungefähr einer deutschen Größe 34 entspricht. Das kommt dann wohl schon eher hin...
5. Na toll!
artusdanielhoerfeld 10.02.2013
"...zierlich und zart soll sie gewesen sein - so sehr, dass sie oft von Zimmer zu Zimmer getragen wurde und nicht einmal selber laufen brauchte." Herzlichen Dank für den Artikel! Jetzt raten Sie mal, was meine Frau [...]
"...zierlich und zart soll sie gewesen sein - so sehr, dass sie oft von Zimmer zu Zimmer getragen wurde und nicht einmal selber laufen brauchte." Herzlichen Dank für den Artikel! Jetzt raten Sie mal, was meine Frau von mir verlangt!

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Zur Autorin

  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet vielmehr, dass Archäologie die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
  • Homepage von Angelika Franz

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