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Wissenschaft

Duisburg

Spätrömisches Gräberfeld stoppt Baupläne

Weil auf dem Grundstück ein gut 1700 Jahre altes Gräberfeld aus der Römerzeit liegt, hat ein Gericht geplante Bauarbeiten in Duisburg vorerst verhindert.

DPA

Binnenhafen Duisburg (Symbolbild)

Mittwoch, 10.10.2018   10:15 Uhr

Ein spätrömisches Gräberfeld hat in Duisburg die Bauabsichten eines Investors durchkreuzt. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht stellte sich auf die Seite des Denkmalschutzes und lehnte eine Grabungserlaubnis für ein Wohnungsbauunternehmen ab, wie ein Gerichtssprecher mitteilte (Az. 28 K 2554/16).

Die Eigentümerin mehrerer Grundstücke im linksrheinischen Duisburg-Rheinhausen hatte in einem weiteren Verfahren dagegen geklagt, dass die Flächen in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen werden. Auch diese Klage wies das Gericht zurück (Az. 28 K 2786/16).

Keine Ausgrabungen geplant

"Dort befindet sich ein spätrömisches Gräberfeld aus dem vierten Jahrhundert", sagte Martin Vollmer-König, Abteilungsleiter Denkmalschutz beim LVR - Amt für Bodendenkmalpflege für das Rheinland. Das habe eine Sondierung des Geländes ergeben. Bei einer Bebauung, so fürchten die Denkmalschützer, könnten die Gräber zerstört werden. Ausgrabungen seien dort allerdings bislang nicht geplant.

Archäologische Denkmäler stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Liegt auf einem Grundstück ein archäologisches Denkmal, kann eine Baugenehmigung deshalb verweigert werden oder der Bauherr kann verpflichtet werden, die Kosten für die Dokumentation und Ausgrabung des Denkmals zu übernehmen.

koe/dpa

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