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Wissenschaft

Rhein

Dürre legt Schiffswrack aus 19. Jahrhundert frei

Die "De Hoop" sank vor 123 Jahren nach einer heftigen Explosion bei Emmerich am Rhein. Nun sind die Überreste des Frachtschiffs wieder aufgetaucht.

Foto: DPA
Freitag, 10.08.2018   16:34 Uhr

Noch nie war es in Deutschland von April bis Juli so trocken wie in diesem Jahr. In Emmerich in Nordrhein-Westfalen hat der niedrige Wasserstand des Rheins dem Fluss nun ein lange gehütetes Geheimnis entlockt. Aus dem Wasser ist das Wrack des 123 Jahre alten Frachtschiffs "De Hoop" freigelegt worden.

Das Schiff war im Winter des Jahres 1895 untergegangen. Auslöser war eine heftige Explosion auf einem benachbarten Schiff, bei der vermutlich 16 Menschen ums Leben kamen, wie das Stadtarchiv Kleve berichtet.

Untergang nach Dynamitexplosion

Die "De Hoop" war gemeinsam mit sechs weiteren Frachtschiffen auf dem Rhein unterwegs und hatte Dynamit geladen. Im Februar 1895 mussten die sieben Schiffe ihre Reise wegen schlechten Wetters unterbrechen und die Ladung an Land zwischenlagern.

Als die Schiffe im März neu beladen werden sollten, explodierte das Dynamit an Bord des Frachtschiffs "De Elisabeth". Die nun wiederentdeckte "De Hoop" lag direkt daneben, fing Feuer und sank.

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Frachtschiff "De Hoop": Untergang mit lautem Knall

Geistergärten in Großbritannien

Das Schiff ist nicht das einzige Fundstück, das Forscher dem trockenen Wetter zu verdanken haben. In Großbritannien hat die Trockenheit zahlreiche archäologische Stätten sichtbar gemacht. Vor einem alten Landhaus in England zeichneten sich beispielsweise die Konturen eines alten viktorianischen Gartens ab - die Rede war von einem Geistergarten.

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Solche Muster im Boden werden sichtbar, weil Pflanzen abhängig vom Untergrund besser oder schlechter wachsen. Auf Mauerresten oder alten Wegen im Boden sind die Bedingungen beispielsweise schlechter. Bei Trockenheit werden die Unterschiede besonders deutlich, weil die Pflanzen dann mitunter ganz absterben.

Was Archäologen nutzt, führt an anderer Stelle allerdings zu Problemen. Landwirte vermelden derzeit massive Ernteeinbußen und fordern eine Milliarde Euro Hilfe vom Staat. Vielerorts haben sich zudem Brände unkontrolliert ausgebreitet. Am Dienstag legte ein Brand die ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt lahm, zahlreiche Menschen wurden verletzt, Häuser brannten aus.

jme

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