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Wissenschaft

Zweiter Weltkrieg

Pentagon identifiziert Gefallene von Pearl Harbor

Sie sind seit 76 Jahren tot, aber erst jetzt konnte ihre Identität geklärt werden: 100 US-Soldaten, die bei Japans Angriff auf Pearl Harbor ums Leben kamen, werden nun in Arlington begraben.

DPA
Samstag, 02.12.2017   13:11 Uhr

Mehr als 2400 Amerikaner kamen am 7. Dezember 1941 ums Leben, fast 1200 wurden verletzt: Der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor war für die USA eine menschliche Tragödie und eine militärische Katastrophe. Die US-Marine verlor fünf Schlachtschiffe, drei weitere wurden teils schwer beschädigt, genauso wie drei Kreuzer und drei Zerstörer. 188 Flugzeuge wurden vernichtet und 155 beschädigt. Jetzt, 76 Jahre nach dem Angriff, wurden 100 der damals getöteten Soldaten per DNA-Abgleich identifiziert.

Bei den Toten handelt es sich um Mitglieder der Besatzung des Schlachtschiffs "USS Oklahoma", das bei dem Angriff auf Pearl Harbor nach mehreren Bomben- und Torpedotreffern sank. 429 Marinesoldaten wurden damals getötet. Unmittelbar nach dem Angriff wurden 35 Besatzungsmitglieder der "Oklahoma" identifiziert und bestattet. Die während der späteren Bergung des Wracks gefundenen Toten wurden gemeinsam auf einem Friedhof in Honolulu auf Hawaii begraben.

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Zweiter Weltkrieg: Die Tragödie von Pearl Harbor

1947 wurden ihre Überreste exhumiert, doch die Forderung nach einer Identifizierung auf Basis der Zähne wurde nicht gestattet. Bis 1950 wurden die Überreste aller nicht identifizierten Opfer auf dem Nationalen Pazifik-Gedenkfriedhof in Honolulu erneut begraben. 2015 beschloss die US-Regierung, die sterblichen Überreste noch einmal zu exhumieren und ihre Identität per DNA-Abgleich zu klären.

Bis 2020 sollen 80 Prozent der Toten identifiziert sein. Sie werden anschließend mit militärischen Ehren auf dem US-Militärfriedhof Arlington in der Nähe von Washington beigesetzt.

Der Aufwand, den das US-Militär bei der Suche und Identifizierung der Überreste Gefallener treibt, hat Tradition. Selbst Jahrzehnte nach dem Ende eines Kriegs fahnden Forensiker noch nach den Überresten ihrer Kameraden, auch in Deutschland. Allein aus dem Zweiten Weltkrieg gelten noch immer mehr als 70.000 US-Soldaten als vermisst, hinzu kommen unter anderem mehr als 7000 aus dem Koreakrieg und mehr als 1600 aus dem Vietnamkrieg.

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Foto: SPIEGEL ONLINE

vet/AP

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