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Wissenschaft

Gedenken auf Twitter

"Ich habe fast Stephen Hawking überfahren!" - "Ich auch!"

Der verstorbene Physiker Stephen Hawking war offenbar bekannt für einen rasanten Fahrstil mit seinem Rollstuhl. Anekdoten von Beinahe-Unfällen setzen dem berühmten Wissenschaftler ein liebevolles Denkmal.

AFP

Stephen Hawking

Donnerstag, 15.03.2018   13:53 Uhr

Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking ist gestorben. Staatschefs kondolieren, Wissenschaftler und Laien. Wie groß die Sympathie für Hawking ist, zeigen Nachrichten, die von Missgeschicken des weltberühmten Physikers erzählen.

Es begann mit der Anekdote der Forscherin Sarah Parcak, die berichtete, dass sie Hawking vor 15 Jahren beinahe überfahren hätte. Er sei auf seinem Rollstuhl zwischen parkenden Autos herausgeschossen, sie habe nur knapp ausweichen können. "100 Prozent seine Schuld", twitterte Parcak.

"Das ergibt Sinn", antwortete jemand. Hawking sei eben fokussiert auf seinen Ort, seine Geschwindigkeit wäre damit gar nicht feststellbar gewesen - eine Analogie zur Unschärferelation der Quantentheorie, wonach Ort und Impuls eines Teilchens nicht gleichzeitig bestimmbar sind.

Der Informatiker Nick Hutton stimmte ein und erinnerte sich, dass Hawking in den Neunzigerjahren mit dem Rollstuhl über seinen Fuß gefahren sei. "Seine Gedanken waren offenbar bei höheren Dingen."

Vielleicht sei das der Moment gewesen, in dem Hawking seine berühmte Weisheit geprägt habe, den Blick auf die Sterne zu richten und nicht auf die Füße, ulkt ein anderer.

Eine Debatte kam auf, ob man vielleicht eine Hilfsgruppe für Hawking-Opfer gründen sollte. "Wurden Sie verletzt bei einem Unfall mit Professor Hawking, dann rufen Sie an unter...", scherzte "Ygglas".

Nicht alle Twitterer wollten die Würdigungen verstehen, die andeuten, dass Hawking diese Art der ironischen Lästerei unmittelbar nach seinem Tod gefallen hätte, die Anekdoten also besonderen Respekt ausdrücken. "Könnt ihr nicht einfach nett sein?", klagt "Mielle".

Nett vielleicht nicht, dafür liebevoll ironisch - weitere Menschen erzählen, wie sie Hawking beinahe überfahren hätten. Mit dem Auto der Freundin beispielsweise.

Oder mit dem eigenen Wagen, als Hawking nachts ohne Beleuchtung mit seinem Rollstuhl mitten auf der Straßen unterwegs gewesen sei.

Nach einem ähnlichen Vorfall, erinnert sich jemand anderes, habe ein Autofahrer gerufen: "Ich habe gerade den intelligentesten Mann der Welt getötet!"

Er sei ebenfalls nur knapp der Peinlichkeit entgangen, den hellsten Kopf getötet zu haben, berichtet ein anderer Twitterer.

Hätte Hawking nicht wenigstens den Zebrastreifen nutzen können, fragt ein anderer mit ähnlichem Erlebnis.

Viele Twitterer zeigten sich gerührt von den Anekdoten. So laufe es richtig, resümiert Indranil Roy: Die Debatte sei ein Triumph der Menschlichkeit über körperliche Behinderungen.

boj

insgesamt 19 Beiträge
123Valentino 15.03.2018
1. Stephen Hawking...,,
Hat mit seinen Büchern meine Welt erweitert. Für mich war er ein wirklicher Brückenbauer. Manche werden so von Berufswegen genannt. Er ist ein Pontifex und wird es auch bleiben.
Hat mit seinen Büchern meine Welt erweitert. Für mich war er ein wirklicher Brückenbauer. Manche werden so von Berufswegen genannt. Er ist ein Pontifex und wird es auch bleiben.
rösti 15.03.2018
2.
Ein grosser Geist gefangen in einem kranken Körper zeigt uns, das es die Menschlichkeit ist die alle Handicaps überwinden können! Ein Vorbild für alle Menschen.
Ein grosser Geist gefangen in einem kranken Körper zeigt uns, das es die Menschlichkeit ist die alle Handicaps überwinden können! Ein Vorbild für alle Menschen.
spektakel2 15.03.2018
3. Relationen
Ein guter alter Freund sitzt mit fast den gleichen Symptomen im Rollstuhl. Die gewisse Distanz zu "unserer" Welt kommt nicht von ungefähr, wenn man fast nichts mehr selber machen kann fehlt einfach die Erfahrung um [...]
Ein guter alter Freund sitzt mit fast den gleichen Symptomen im Rollstuhl. Die gewisse Distanz zu "unserer" Welt kommt nicht von ungefähr, wenn man fast nichts mehr selber machen kann fehlt einfach die Erfahrung um einzuschätzen wie man sich in einer Welt der Normalos bewegt. Das liegt schlicht daran dass stark behinderte Menschen oftmals die Fähigkeiten der Mitmenschen überschätzen.
MartinBrodhag 15.03.2018
4. ... eine Unwahrscheinlichkeit mehr
... für mich war SH schon immer der unwahrscheinlichste Mensch ever. Es hätte ihn eigentlich nicht geben dürfen, erst Recht nicht so lange. Bitte, das meine ich überhaupt nicht negativ, aber die Chancen waren so extrem mies [...]
... für mich war SH schon immer der unwahrscheinlichste Mensch ever. Es hätte ihn eigentlich nicht geben dürfen, erst Recht nicht so lange. Bitte, das meine ich überhaupt nicht negativ, aber die Chancen waren so extrem mies für ihn, das es ein echtes Wunder ist was er daraus gemacht hat bzw. was er geworden ist, auch menschlich, in jeder Beziehung eigentlich. Jetzt wo ich gelesen habe wie oft er anscheinend durch "Zufall" gerade so dem Tod oder einem schwerem Unfall (der vermutlich zu seinem Tod geführt hätte) entronnen ist ... kann ich nur sagen, ich hab Recht! So einen wird es leider so schnell nicht wieder geben ... die Wahrscheinlichkeit hält mit allem dagegen was sie hat ....
realpress 15.03.2018
5. Noch eine herrliche Anekdote aus Amsterdam
Hawkings fuhr in seinem Rollstuhl, im übrigen deftig frisiert, über das völlig verlassene "Rokin" in Amsterdam. Es fand eine Konferenz von Regierungsführern statt, die Innenstad war durch die Polizei leer gefegt. [...]
Hawkings fuhr in seinem Rollstuhl, im übrigen deftig frisiert, über das völlig verlassene "Rokin" in Amsterdam. Es fand eine Konferenz von Regierungsführern statt, die Innenstad war durch die Polizei leer gefegt. Auf "Het Rokin" fuhr ein einziges Auto : ein Streifenwagen in voller Fahrt, schnurgerade auf Hawkings zu, der aber dachte im Traum nicht daran auszuweichen. Eine Kollision konnte der Fahrer der Polizei nur vermeiden durch selbst auszuweichen, dies war genau wie Hawkings lebte. Gruss aus Amsterdam
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