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Wissenschaft

Neuer Rekord

Alien-DNA könnte Bärtierchen Leben im All ermöglichen

Bärtierchen haben echte Superkräfte. Sie überleben in der Gefriertruhe, im Kochtopf und im Weltall. Dafür könnten sogenannte Alien-Gene verantwortlich sein.

Sinclai Stammers
Von
Dienstag, 24.11.2015   15:31 Uhr

Zehn Jahre bei minus 80 Grad? Kein Problem für Bärtierchen. 20 Minuten nach dem Auftauen tapsen sie schon wieder umher. Sie sind die einzigen Tiere, die im Vakuum des Alls überleben können. Nun haben sie einen weiteren Rekord gebrochen, der erklären könnte, was sie zu solchen Überlebenskünstlern macht:

Bärtierchen tragen weit mehr fremde DNA in ihrem Genom als von jedem anderen Tier bekannt ist, berichten Bob Goldstein von der University of North Carolina und Kollegen im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". 6000 sogenannte Alien-Gene entdeckten die Forscher im Bärtierchengenom. Damit stammt jedes sechste Gen (17,5 Prozent) aus einem anderen Lebewesen.

Laut Analyse steuert der Großteil der fremden Bärtierchengene normalerweise Bakterien. Ein Teil stammt außerdem aus Pflanzen, Pilzen oder Archaeen. "Wir hatten keine Ahnung, dass ein Tiergenom aus so viel Fremd-DNA bestehen könnte", sagt Goldstein. Als bisheriger Rekordhalter galt das Rädertierchen, das mit bis zu 0,5 Millimetern ähnlich groß ist, wie viele Bärtierchen. Allerdings besitzt es gerade mal halb so viel fremde DNA.

Übrigens: Auch der Mensch trägt offenbar Bakteriengene in sich, wie Forscher zuletzt im März 2015 bestätigten. Hier ist der Anteil allerdings deutlich geringer als beim Bärtierchen. Die meisten Tiere besitzen nicht mal ein Prozent Fremd-DNA.

Superkräfte durch fremde Gene?

Die Forscher um Goldstein gehen davon aus, dass Tiere wie das Bärtierchen, die zahlreiche Extremsituationen überleben können, besonders anfällig für horizontalen Gentransfer (HGT) sind. Von HGT ist immer dann die Rede, wenn DNA statt von Generation zu Generation zwischen Arten weitergeben wird.

In Stresssituationen, etwa wenn die Tiere austrocknen, könne ihre DNA in kleine Teile brechen, vermuten die Forscher. Bekommen die Zellen wieder Wasser, werde ihre Membran und der Zellkern kurzzeitig durchlässig für große Moleküle wie fremde DNA. Reparieren die Bärtierchen dann ihre zerbrochene DNA, bauen sie der Theorie zufolge auch fremde Informationen in ihr Erbgut ein.

"Bakteriengene könnten Extremsituationen eher überstehen als jene von Tieren", sagt Thomas Boothby, der in Goldsteins Labor forscht. So hätten die Lebewesen über Milliarden Jahre hinweg ganz unterschiedlichen Bedingungen auf der Erde standgehalten.

Die fremde DNA werde im Wesentlichen nach dem Zufallsprinzip ins Bärtierchenerbgut eingebaut. Langfristig erhalten bleibe aber nur die Erbinformation, die den Tieren das Überleben im All, in der Gefriertruhe oder im Kochtopf ermöglicht, so die Theorie der Forscher. Üblicherweise leben Bärtierchen übrigens im Süß- oder Salzwasser oder auch an Land im Moos.

insgesamt 23 Beiträge
habo10 24.11.2015
1. Und wie leider so oft in letzter Zeit...
... der Verfasser der Überschrift, hat leider den Artikel nicht verstanden. "Alien DNA" hat mit Weltraum nichts zu tun.
... der Verfasser der Überschrift, hat leider den Artikel nicht verstanden. "Alien DNA" hat mit Weltraum nichts zu tun.
phboerker 24.11.2015
2. Resistenzen
Aber immer fein per DNS-Manipulation pestizidresistent gemachte Pflanzenarten in die Umwelt entlassen und sich dann wundern, wenn kein Antibiotikum mehr wirkt...
Aber immer fein per DNS-Manipulation pestizidresistent gemachte Pflanzenarten in die Umwelt entlassen und sich dann wundern, wenn kein Antibiotikum mehr wirkt...
amidelis 24.11.2015
3. Das stimmt mich optimistisch
Das Leben ist eben sehr viel smarter als alles was wir Menschen uns und diesem Planeten antun :)
Das Leben ist eben sehr viel smarter als alles was wir Menschen uns und diesem Planeten antun :)
freigeist1964 24.11.2015
4. sie verwechseln Äpfel mit Birnen
denn was haben pestizidresistente Pflanzen mit Antibiotika zu tun? Nichts, aber auch wirklich nichts!
Zitat von phboerkerAber immer fein per DNS-Manipulation pestizidresistent gemachte Pflanzenarten in die Umwelt entlassen und sich dann wundern, wenn kein Antibiotikum mehr wirkt...
denn was haben pestizidresistente Pflanzen mit Antibiotika zu tun? Nichts, aber auch wirklich nichts!
Amarananab 24.11.2015
5. Ach wie putzig, ach wie niedlich diese klitzekleinen...
...Bärtierchen auf den Bildern aussehen. Merkwürdig, dass Mattel nicht schon die Idee hat, diese als Stofftiere für Kinder zu produzieren?
...Bärtierchen auf den Bildern aussehen. Merkwürdig, dass Mattel nicht schon die Idee hat, diese als Stofftiere für Kinder zu produzieren?

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