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Wissenschaft

#Catsquare

Was fasziniert Katzen an aufgeklebten Rechtecken?

Katzen lieben anscheinend nicht nur Kartons, sondern auch auf den Boden geklebte Rechtecke. Fühlen sich die Vierbeiner dort geborgen - oder wollen sie nur spielen?

Freitag, 21.04.2017   11:53 Uhr

Katzen dressieren zu wollen, gilt allgemein als recht aussichtsloses Unterfangen. Während der Hund brav Stöckchen holt, Männchen macht, Pfötchen gibt sowie tadellos "Sitz" und "Platz" unterscheidet, können Besitzer von Felis silvestris catus ihren Lieblingen meist nur ein Kunststück abringen: sich beim leisesten Geräusch des Dosenöffners nahtlos zum Futternapf zu teleportieren.

Haben findige Menschen jetzt einen zweiten Katzentrick entdeckt? Jedenfalls finden sich beispielsweise auf Instagram, YouTube und Twitter Fotos und Videos von Katzen, die anscheinend einem auf den Boden geklebten Quadrat nicht widerstehen können. #Catsquare nennt sich das.

Ein Beitrag geteilt von Marion Bertram (@a_la_marion) am

Ist die Dressur der Katze doch so simpel und mit lediglich vier bunten Klebestreifen zu bewältigen?

Lassen sich Katzen in den Rechtecken nieder, weil sie an Kartons erinnern - und damit an heimelige Enge und Geborgenheit? So wird's bei "Discover" vermutet. Ein Verhaltensbiologe weist dort gleich sinnvollerweise darauf hin, dass Katzen Körbchen und Kartons wirklich schätzen und ihnen diese helfen, sich wohlzufühlen.

Ein Beitrag geteilt von L u p e (@ggny_) am

Doch ist das Quadrat wirklich der "Karton light", ein kleines Fleckchen Geborgenheit? Marina Scheumann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist skeptisch. Die Frage sei, ob die Tiere das aufgeklebte Quadrat nicht einfach interessant finden und sich deshalb drauf setzen. "Ich hab mir ein paar YouTube-Videos angeschaut und für mich sieht das eher nach Erkundungs- und Spielverhalten aus."

Beweisen die vielen Fotos überhaupt die tiefe Hingezogenheit der Katze zum Quadrat? Oder veröffentlichen bloß die erfolgreichen Katzenzähmer ihre Fotos, während alle, deren Katzen sich verweigern, verschämt schweigen? "Publication Bias" heißt das in der Wissenschaft: Positive Ergebnisse werden eher veröffentlicht als negative.

Scheumann sagt vor diesem Hintergrund, man müsste vergleichen, wie lange die Tiere tatsächlich im abgeschlossenen Bereich sitzen und wie lange sie sich auch außerhalb aufhalten. Die "Enge Räume"-Theorie ließe sich überprüfen, indem man testet, wie Katzen auf einen aufgeklebten Streifen reagieren, der nicht geschlossen ist.

Ein Beitrag geteilt von british shorthair kittens (@nina_and_dori) am

Wiebke Konerding von der Medizinischen Hochschule Hannover kommt zum gleichen Schluss: Die Katzen spielen und erkunden. Sie ergänzt: "Zusätzlich hat die Katze in der Mitte die beste Kontrolle über das Spielobjekt, zum Beispiel auch um es vor anderen Katzen zu verteidigen." Und vollkommen unwiderstehlich scheinen die Quadrate auch nicht zu sein. Konerding hat bei YouTube auch zahlreiche negative Beispiele gefunden, bei denen die Katzen sich auf das #Catsquare nicht einlassen.

So bleibt's, wie es ist: Wer seinem Haustier Tricks beibringen will, der bleibt eben beim Hund - oder muss den Dosenöffner zur Hilfe nehmen.

Ein Beitrag geteilt von Kenneth Gustavsson (@kenneth.northbyte) am

Ein Beitrag geteilt von Peter Vlasveld (@petervlasveld) am

wbr

insgesamt 65 Beiträge
calavera_berlin 21.04.2017
1. Quadrat oder Rechteck?
Dem Verfasser des Artikels scheint der Unterschied zwischen Quadrat und Rechteck nicht geläufig zu sein, die beiden Begriffe fliegen munter durcheinander. Ich empfehle einen Blick zu Wikipedia. Kleiner Tipp: Jedes Quadrat ist [...]
Dem Verfasser des Artikels scheint der Unterschied zwischen Quadrat und Rechteck nicht geläufig zu sein, die beiden Begriffe fliegen munter durcheinander. Ich empfehle einen Blick zu Wikipedia. Kleiner Tipp: Jedes Quadrat ist ein Rechteck, aber nicht jedes Rechteck ein Quadrat...
taglöhner 21.04.2017
2. Tappern im Dunklen
Klar, der Publication-Bias ist das Eine. Allerdings: Alle meine Katzen ließen und lassen sich gerne sofort auf heruntergefallenem Papier nieder, genießen es. Wer sich im Winter auf dem Bahnsteig bei Verspätung mal auf seine [...]
Klar, der Publication-Bias ist das Eine. Allerdings: Alle meine Katzen ließen und lassen sich gerne sofort auf heruntergefallenem Papier nieder, genießen es. Wer sich im Winter auf dem Bahnsteig bei Verspätung mal auf seine Zeitung gesetzt hat, weiß warum. Man muss das gegen wild aufgewachsenen Hauskatzen testen, für die das Rechteckmuster keinen Schlüsselreiz darstellen sollte. Dass sie sich auf ihr Spielzeug setzen habe ich noch nicht beobachtet.
panzerknacker 51 21.04.2017
3. Rascheln ...
mit der Trockenfutter-Tüte funktioniert auch bestens.
mit der Trockenfutter-Tüte funktioniert auch bestens.
das_rakel_von_delphi 21.04.2017
4. Mit Vorliebe sitzt die Katze ...
... auf meiner Zeitung, wenn ich sie lese (Rechteck!), auf dem Papier, wenn ich schreiben will (Rechteck!), auf meiner weichen Sofadecke (gefaltet ein Rechteck!), auf meinem Bürosstuhl (hm), auf mir (auch kein Rechteck!), und [...]
... auf meiner Zeitung, wenn ich sie lese (Rechteck!), auf dem Papier, wenn ich schreiben will (Rechteck!), auf meiner weichen Sofadecke (gefaltet ein Rechteck!), auf meinem Bürosstuhl (hm), auf mir (auch kein Rechteck!), und wenn ich im Bett (Rechteck!) schlafe, latscht sie mit schweren Tatzen über mich drüber. Man müsste mal erforschen, wer Katzen sowas lehrt!
quark2@mailinator.com 21.04.2017
5.
Jeder Vorwand putzige Tierbilder zu zeigen ist mir recht :-). Ansonsten einfach Rechtecke und Ellipsen verschiedener Größe und Strichstärke nebeneinander anbringen und mit 100 Miezen testen. Zwischendurch jeweils den Geruch [...]
Jeder Vorwand putzige Tierbilder zu zeigen ist mir recht :-). Ansonsten einfach Rechtecke und Ellipsen verschiedener Größe und Strichstärke nebeneinander anbringen und mit 100 Miezen testen. Zwischendurch jeweils den Geruch entfernen und die Muster im Raum umsortieren. Sollten dann statistisch relevante Häufungen auftreten, kann man anfangen zu philosophieren.

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