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Wissenschaft

Meeresforschung

Warum Korallen in großen Tiefen leuchten

Manche Korallenarten begeistern Taucher in der Tiefe mit kräftig leuchtenden Farben. Was für Laien einfach toll aussieht, gab Wissenschaftlern lange Rätsel auf. Jetzt haben sie den Trick verstanden.

E. Smith/ DPA
Montag, 10.07.2017   14:25 Uhr

Eigentlich siedeln sich Korallen meist wenige Meter unter der Wasseroberfläche an. Denn um zu überleben, brauchen sie vor allem Licht. Doch Korallen kommen auch in größeren Tiefen zwischen 20 und 80 Metern vor. Obwohl dort nur noch wenig Licht ankommt, gibt es immer wieder Exemplare, die in kräftigem Orange leuchten. Das können Taucher auch mit bloßen Auge sehen.

Das Phänomen stellte Forscher lange vor ein Rätsel. Wissenschaftler der Universität Southampton unter Leitung des Korallenexperten Jörg Wiedenmann fanden nun heraus, was die Nesseltiere damit bezwecken.

Demnach leuchten die Korallen in tieferen Meeresregionen in kräftigem Orange, um sich ihre Versorgung mit Nährstoffen zu sichern, schreiben die Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Fehlendes Licht

In große Tiefen dringt nur eine kleine Bandbreite des gesamten Lichtspektrums vor, hauptsächlich blaues Licht. Doch das wird schnell von den Organismen auf der Oberfläche der Koralle absorbiert und gelangt kaum noch in die tieferen Gewebeschichten. Dabei leben dort ebenfalls Algen, die Photosynthese betreiben und deshalb Licht zum Überleben brauchen.

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Korallen: Aus Blau wird Orange

Die in Orange leuchtenden Algen sind in der Lage, das schwache blaue Licht von der Wasseroberfläche mithilfe spezieller Proteine zu absorbieren und in orangenes Licht umzuwandeln.

Aus Blau wird Orange

Das orangefarbige Licht dringt - anders als das blaue - tief in das Gewebe der Koralle ein und regt dort lebende Algen verstärkt zur Photosynthese an. Dabei entstehen Stoffe, die die Korallen dringend für ihren Energiehaushalt benötigen.

Die Nesseltiere sind generell sehr empfindlich. Vor allem Korallenriffe in flachem Wasser stehen wegen des Klimawandels unter Stress. Erwärmt sich das Wasser so wie derzeit, kann das ihren Tod bedeuten.

Zunächst färben sich nur die äußersten Spitzen einer Korallenkolonie weiß. Schreitet die Bleiche voran wie am australischen Great Barrier Reef, werden es immer mehr tote Kalk-Skelette. Um das Massensterben zu stoppen, züchten Biologen Arten, die besser mit steigenden Wassertemperaturen umgehen können.

koe/dpa

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