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Wissenschaft

Klimawandel

Warmer Ozean macht "Nemo" zu schaffen

Clownfische leben in Symbiose mit Seeanemonen. Durch den Klimawandel wird das allerdings immer mehr zum Problem für die Fische. Die Anemonen bleichen aus - und taugen nur noch eingeschränkt als Lebensraum.

DPA

Clownfisch in einer Anemone (Archiv)

Donnerstag, 12.10.2017   10:55 Uhr

"In was für einem Zuhause lebst du?", fragt der Lehrer Herr Rochen am Anfang des Disney-Films "Findet Nemo" den kleinen Clownfisch. "In einer Anemonone", stammelt der vor Aufregung. Dank des Versprechers hat sich das Wissen bei vielen Zuschauern eingeprägt: Clownfische sind in Anemonen zu Hause.

Genau das wird den Fischen allerdings immer mehr zum Verhängnis. Schuld ist der Klimawandel und die damit teils bereits erhöhte Temperatur des Meerwassers. Sie gilt als wichtige Ursache für das Ausbleichen der Anemonen. Durch die Schäden an den Nesseltieren geraten die Fische nach einer neuen Studie in Stress und pflanzen sich weniger fort.

Clownfische leben in enger Symbiose mit Anemonen, deshalb werden sie auch Anemonenfische genannt. Die Anemonen bieten ihnen mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz davor, von anderen Fischen gefressen zu werden. Als Gegenleistung säubern die Clownfische die Tentakeln und wedeln auch Sauerstoff heran, wenn der im Wasser knapp wird.

Beschädigter Lebensraum vermindert Zeugungsfähigkeit

Für die im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlichte Studie untersuchten Wissenschaftler verschiedener Universitäten in einem Korallenriff vor Französisch-Polynesien die Auswirkungen der gestiegenen Wassertemperaturen über einen Zeitraum von 14 Monaten - dazu zählte auch der ungewöhnlich warme Sommer 2016.

Die Wissenschaftler verglichen Fische, die in ausgeblichenen Anemonen lebten, mit solchen, die in gesunden Anemonen zu Hause waren. Ergebnis: In ausgeblichenen Anemonen fanden die Forscher um 73 Prozent weniger lebensfähige Eier als in intakten Lebensräumen.

Blutanalysen zeigten bei diesen Fischen erhöhte Werte des Stresshormons Cortisol und verringerte Konzentrationen von Sexualhormonen. "Das durch höhere Wassertemperaturen bedingte Ausbleichen der Anemonen ist ein Stressfaktor, der den Grad von Sexualhormonen mindert und damit auch die Zeugungsfähigkeit", schreibt das Team.

jme/dpa

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