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Wissenschaft

Studie

Stadtbäume wachsen schneller

Stadtluft macht groß - zumindest gilt das für Bäume. Forscher sind dem Phänomen jetzt auf den Grund gegangen. Eine der Ursachen ist der sogenannte Wärmeinseleffekt.

DPA

Stadtbäume in Berlin

Montag, 13.11.2017   17:29 Uhr

In der Großstadt wachsen Bäume schneller als auf dem Land. Dieses Phänomen sei seit den Sechzigerjahren auf der ganzen Welt zu beobachten, teilt die Technische Universität München (TUM) mit. Das belege eine Studie unter Leitung der TUM, die das Wachstum von Stadtbäumen in aller Welt systematisch auf Folgen veränderter Umweltbedingungen untersuchte.

Bei gleichem Alter waren Stadtbäume im Durchschnitt größer als Bäume auf dem Land. Im Alter von 50 Jahren war es etwa ein Viertel, bei 100 Jahren knapp 20 Prozent. Die Ursache sehen die Forscher im sogenannten Wärmeinseleffekt. Er führt in Stadtzentren zu einer stärkeren Aufheizung und höheren Temperaturen. Verglichen mit der ländlichen Umgebung kann es drei bis zehn Grad wärmer sein.

Die höheren Temperaturen regen zum einen die fotosynthetische Aktivität an, sodass Pflanzen schneller wachsen können. Zudem verlängern sie die Vegetationsperiode. Die Bäume können also übers Jahr gesehen länger wachsen. Dafür altern die Stadtbäume schneller.

Bäume wachsen insgesamt schneller

Möglicherweise müssten Stadtverwaltungen deshalb künftig alte Bäume früher ersetzen, sagte Hans Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde. Die vom bayerischen Umweltministerium und von der Audi Stiftung für Umwelt unterstützte Studie ist im Fachmagazin "Nature Scientific Reports" veröffentlicht.

Neben dem Vorsprung der Stadtbäume zeigten die Forscher, dass Bäume sowohl in der Stadt als auch auf dem Land durch den Klimawandel seit den Sechzigerjahren schneller wachsen. Das spiegele, was bereits international in Studien für Waldbäume berichtet wurde.

"Die allgemeine Wachstumsbeschleunigung bei allen Bäumen um rund 20 Prozent, über die wir in der aktuellen Studie berichten, ist vergleichbar mit früheren Befunden über Wälder. Dieser Effekt wurde auch in der landwirtschaftlichen Produktion beobachtet", sagte Pretzsch.

Mögliche Ursache CO2-Düngung

Als Gründe würden neben der globalen Erwärmung Düngungseffekte durch die steigende CO2-Konzentration und vermehrte Stickstoffablage diskutiert. "Wir vermuten das, weil Stadtbäume durch den Wärmeinseleffekt den Klimawandel quasi vorverlegt erleben."

Die TUM-Forscher prüften knapp 1400 meist ausgewachsene Bäume. In jeder Stadt wurde eine typische Baumart gewählt und im Stadtzentrum und in der ländlichen Umgebung untersucht. Die Proben stammten von Baumkernen aus Berlin, Brisbane, Hanoi, Houston, Kapstadt, München, Paris, Prince George, Sapporo und Santiago de Chile.

brt/dpa

insgesamt 17 Beiträge
strixaluco 13.11.2017
1. mag sein, aber...
Wurde berücksichtigt, dass Stadtbäume fast immer Zuchtformen mit definierten Wuchseigenschaften sind? Zweitens, das hilft den Bäumen alles nicht sehr viel, Streusalz, Rempler durch Autos, viel zu wenig Erde zum Wachsen und [...]
Wurde berücksichtigt, dass Stadtbäume fast immer Zuchtformen mit definierten Wuchseigenschaften sind? Zweitens, das hilft den Bäumen alles nicht sehr viel, Streusalz, Rempler durch Autos, viel zu wenig Erde zum Wachsen und hart getrampelter Boden etc. geben ihnen in der Regel sehr vorzeitig den Rest. Vorzeitige Alterung ist da sehr nett ausgedrückt.
Ge-spiegelt 13.11.2017
2. Wachstum durch CO2?
Darf nicht sein, CO2 ist ja böse. Tatsächlich lässt CO2 den Planeten ergrünen.
Darf nicht sein, CO2 ist ja böse. Tatsächlich lässt CO2 den Planeten ergrünen.
rudolfsikorsky 14.11.2017
3. Kommentar 2
Natürlich ist CO2 für das Wachstum der Pflanzen wichtig. Bei der menschengemachten Klimakatastrophe geht es aber um das zuviel an CO2 . Der Mensch pustet in nur wenigen Jahren das ganze CO2 in die Luft was sämtliche Urwälder [...]
Natürlich ist CO2 für das Wachstum der Pflanzen wichtig. Bei der menschengemachten Klimakatastrophe geht es aber um das zuviel an CO2 . Der Mensch pustet in nur wenigen Jahren das ganze CO2 in die Luft was sämtliche Urwälder des Planeten in Millionen von Jahren der Atmosphäre entzogen haben. Eine ähnliche hohe Freisetzung von Co2 wie heute allerdings auf einen viel längeren Zeitraum von etwa einer Million Jahren verteilt sorgte im PERM für das grösste Massensterben der Erdgeschichte
rabenzucht 14.11.2017
4. Audi Stiftung für Umwelt
der ist gut, oder dient die nur zum Steuern sparen? Falls Audi ernsthaft was für die Umwelt tun wollte oder hätte tun wollen, hätte es wohl NIE "Schummelsoftware" gegeben. Jetzt kommt mir bitte nicht mit "die [...]
der ist gut, oder dient die nur zum Steuern sparen? Falls Audi ernsthaft was für die Umwelt tun wollte oder hätte tun wollen, hätte es wohl NIE "Schummelsoftware" gegeben. Jetzt kommt mir bitte nicht mit "die haben doch immerhin diese Studie mitfinanziert", diese "Audi Stiftung für Umwelt" ist nichts als greenwashing.
equigen 14.11.2017
5. Ach ne, haben wir als Klimaskeptiker das jetzt endlich amtlich??
Der Wärmeinseleffekt existiert also? Es sollte jeder wissen, dass diese - nicht mit dem CO2 zusammenhängende Erwärmung - aus den Temperaturdaten NICHT herausgerechnet wird vom Deutschen Wetterdienst. D.h. die angebliche [...]
Der Wärmeinseleffekt existiert also? Es sollte jeder wissen, dass diese - nicht mit dem CO2 zusammenhängende Erwärmung - aus den Temperaturdaten NICHT herausgerechnet wird vom Deutschen Wetterdienst. D.h. die angebliche Erwärmung Deutschlands durch das CO2 an stadtnahen Messtellen kommt in Wirklichkeit von der Bebauung, und zwar nicht nur Häuser, sondern auch Beton/Asphaltflächen. Da sich die Bebauung im letzten Jahrhundert um ein Vielfaches ausgebreitet hat sind viele Messtellen die früher unbeeinflusst waren durch den Wärmeinseleffekt betroffen. In der Stadt, aber auch die gerne an Flughäfen (Nürnberg zb) hingebauten usw. Es gibt Untersuchungen von klimaskeptischen Wissenschaftlern die über nächtliche Beleuchtung auf Satellitenbildern herausgefunden haben wo Messstationen vom Wärmeinseleffekt betroffen sind und diese aus der amtlichen Temperaturberechung rausgenommen haben. Das Ergbnis ist über 0,5 Grad weniger Anstieg im letzten Jahrhundert, also bleibt REAL WENIGER ALS DIE HÄLFTE was die Klimapäpste behaupten übrig! Ausserdem ist interesant, dass Bäume erstens schneller wachsen wenn es wärmer ist und schneller wachsen wenn wieder mehr CO2 in der Luft ist. Auch biochemisch völlig klar und von Klimaskeptikern immer wieder experimentell belegt. Übrigens brauchen Pflanzen auch weniger Wasser wenn sie mehr CO2 haben. Was ist denn daran nun eine Katastrophe? Die Leugnung der Vorteile höherer Temperaturen und eines höheren CO2 Gehalts für alle Grünpflanzen ist eine der großen Propagandalügen der Klimakatastrophen-Propheten. Das geht so weit, dass viele Leute glauben CO2 wäre ein Gift, dabei ist es die Lebensgrundlage für alle Grünpflanzen und somit auch für den Menschen. Schön, dass wiedereinmal eine Gegenbeweis erbracht wurde - aber leider glauben die Leute mehr den Computer-Simulationen als den realen Messungen und Experimenten.

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