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23.02.2012
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Australien

Forscher filmen erstmals seltene Shepherd-Wale

Foto: Australian Antarctic Division/ Mike Double

Sie lieben Tintenfische aus großen Meerestiefen - und sind ausgesprochen selten. Vor der Südküste Australiens haben Forscher erstmals eine Gruppe von raren Shepherd-Walen filmen können.

Sydney - Shepherd-Wale machen sich für gewöhnlich ziemlich rar. Seit der Museumskurator George Shepherd in den dreißiger Jahren ein gestrandetes Exemplar der bis dahin unbekannten Art im Süden der Neuseeländischen Nordinsel gefunden hatte, hat es nur wenige Sichtungen der nach ihm benannten Wale gegeben.

Nun ist es Wissenschaftlern erstmals gelungen, die seltenen Meeressäuger zu filmen. Es war ein Glückstreffer: Die etwa zwölf Tiere tauchten in der Bass-Straße, dem Meeresgebiet zwischen Tasmanien und dem australischen Festland, auf - direkt neben dem Schiff einer Gruppe von Meeresbiologen.

Wie die Wissenschaftler der Australian Antarctic Division am Donnerstag berichteten, waren sie vor Portland eigentlich auf der Suche nach Blauwalen, als sie die Gruppe der Shepherd-Wale entdeckten. Es sei beeindruckend gewesen, die Tiere zu sehen, sagte Expeditionsleiter Michael Double dem australischen Rundfunksender ABC. "Dass sie dann auch noch so lange an der Oberfläche geblieben sind und wir sie minutenlang filmen konnten - das war einmalig."

Nach Angaben des australischen Umweltministeriums gab es weltweit bisher nur zwei unbestätigte Sichtungen von Shepherd-Walen. Nur 19 Exemplare seien je untersucht worden, und auch das nur, weil sie gestrandet waren - überwiegend in Neuseeland, aber auch in Australien, Chile und Argentinien. Eine Schätzung über die Gesamtzahl der Tiere sei nicht möglich.

Die Shepherd-Wale gehören zur Familie der Schnabelwale. Sie zeichnen sich durch eine gewölbte Stirn und ein umfangreiches Gebiss aus. Sie gelten als Fleischfresser, die sich zum Beispiel gern Tintenfische schmecken lassen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere - sie werden rund sieben Meter lang und bis zu zweieinhalb Tonnen schwer - gern in großen Wassertiefen auf Nahrungssuche gehen. Auch das könnte ein Grund dafür sein, warum sie bisher so selten beobachtet wurden.

Die Wissenschaftler werten das Filmmaterial jetzt aus. Sie hoffen, dabei neue Erkenntnisse über Farbe und Form der Tiere sowie deren Gruppenverhalten zu bekommen.

chs/dpa

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